Fehlentscheidungen bei der Berufswahl führen zu Unzufriedenheit und dem Abbruch der Ausbildung oder des Studiums. Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit zeigen, dass die Abbrecherquoten in Baden-Württemberg in den vergangenen Jahren leicht angestiegen sind – im Vergleich zu anderen Bundesländern jedoch weiterhin unter dem Durchschnitt liegen. Um die Zahl jener, die sich später umentscheiden gering zu halten, hilft eine möglichst frühzeitige und umfassende Orientierung über die beruflichen Möglichkeiten, z. B. durch Besuche von Berufsmessen und die Nutzung digitaler Angebote zur Selbsteinschätzung.
Welcher Beruf passt zu mir?
Im schulischen Umfeld sind berufskundliche Informationsangebote ein etabliertes Angebot. Hierzu zählt das Bildungsprogramm COACHING4FUTURE, das an der Staufeneckschule in Salach bereits seit 2012 regelmäßig zu Gast ist. Am Dienstag, 23. Juni 2026, besuchen zwei Coaches die Gemeinschaftsschule und erkunden mit angemeldeten Schulklassen nach dem Erlebnis-Lern-Prinzip Berufe aus dem MINT-Spektrum. Gemeinsam helfen die Baden-Württemberg Stiftung, der Arbeitgeberverband Südwestmetall und die Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit auf diese Weise Schülerinnen und Schüler dabei, einen Beruf zu finden, der zu ihnen passt.
Technik verstehen – Zukunft gestalten
Die Coaches, Lebenswissenschaftlerin Katharina Mascha und Medizintechnik-Ingenieurin Svenja Lukas, bieten eine lebendige Berufsorientierung, die weit über trockene Theorie hinausgeht. In einem interaktiven Vortrag räumen sie mit Vorurteilen auf und präsentieren aktuelle technologische Entwicklungen aus den Bereichen Medizin, Umweltschutz, Mobilität, Lifestyle oder Wohnen. Die Teilnehmenden experimentieren mit Technikexponaten und Demonstratoren. Dabei erleben sie direkt, wie Naturwissenschaften und Technik eingesetzt werden, um innovative neue Produkte oder Anwendungen zu entwickeln. Die Präsentation zeigt, welche konkreten Aufgaben MINT-Fachkräfte in diesen Bereichen übernehmen und wie junge Menschen durch ihre Arbeit an der Lösung wichtiger gesellschaftlicher Aufgaben mitwirken. Die Klassen bestimmen zu Beginn selbst, welchen Themenbereiche sie vertiefen möchten.
Berufswahl: Von der Stärkenanalyse zum Ausbildungs- oder Studienplatz
Die Wahl eines Berufs stellt Jugendliche und ihre Eltern oft vor große Herausforderungen. Wo liegen die Talente, welcher Weg ist der richtige? Um diesen Prozess zu erleichtern, bündelt die Plattform www.coaching4future.de zahlreiche Hilfsmittel. Mit dem interaktiven „Karrierenavigator“ können junge Menschen ihre Interessen testen und mit passenden Bildungswegen in der dualen Ausbildung, an Berufskollegs oder an Hochschulen abgleichen. Praktische Tipps helfen Familien, überzeugende Bewerbungen zu verfassen. Das Portal schlägt außerdem eine Brücke zur Praxis, indem Netzwerkunternehmen dort ihre freien Ausbildungs- und dualen Studienplätze aus den MINT-Fächern präsentieren.
Für die weitere Orientierung gibt es in Baden-Württemberg zahlreiche Möglichkeiten, angefangen bei Ausbildungsmessen (www.ausbildungsinitiative-bw.de/ausbildungsmessen) und betrieblichen Praktika über Mitmachangebote wie Girls‘/Boys’Day oder Schüler-Ingenieur-Akademie und Berufsorientierungs-Camps von „Südwestmetall macht Bildung“ (www.suedwestmetall-macht-bildung.de) bis hin zu Online-Tests zur Selbsteinschätzung wie „Check-U“ der Arbeitsagentur (www.arbeitsagentur.de/bildung/welche-ausbildung-welches-studium-passt) oder der Studienorientierungstest des Wissenschaftsministeriums (www.was-studiere-ich.de).
Zugunsten einer besseren Verständlichkeit wird in diesem Dokument teilweise auf die weibliche bzw. männliche Sprachform verzichtet oder eine geschlechtsneutrale Formulierung gewählt. Die Unterschiede in der Lebenswirklichkeit von Frauen und Männern sind jedoch durchgängig berücksichtigt. Im Sinne der Gender Mainstreaming-Strategie der Bundesregierung vertritt die BadenWürttemberg Stiftung ausdrücklich eine Politik der gleichstellungssensiblen Informationsvermittlung