Eine Ausbildung oder ein Studium sind bei Jugendlichen weiterhin beliebte Wege in das Berufsleben. Jeder Fünfte will jedoch laut der Jugendbefragung „Ausbildungsperspektiven 2025“ der Bertelsmann Stiftung nach der Schule direkt arbeiten. Ein Grund dafür: Viele fühlen sich bei der Berufswahl schlecht informiert oder sind von der Informationsflut überfordert. Der Anteil jener, die ohne Abschluss in den Arbeitsmarkt starten, droht dadurch weiter zu steigen. Abhilfe schaffen Orientierungsangebote, die durch Lernerlebnisse einen praktischen Bezug zu den Berufen schaffen, der über theoretisches Wissen hinausgeht und die Interessen der Schülerinnen und Schüler berücksichtigt.
Mit dem Bildungsprogramm COACHING4FUTURE unterstützen die Baden-Württemberg Stiftung, der Arbeitgeberverband Südwestmetall und die Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit Jugendliche bereits seit 2008 bei der Entscheidung, ob ein Beruf aus den Disziplinen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu ihnen passt. Die Chemikerin Cornelia Mittag und der Biotechnologe Tobias Puzicha sind am Dienstag, 3. November 2026, an der Gemeinschaftsschule in Korb als Tech-Coaches zu Gast. Sie informieren angemeldete Schulklassen der 8. Jahrgangsstufe darüber, welche Aufgaben sie in MINT-Berufen erwarten und in welchen Branchen sie später einmal nach einer Ausbildung oder einem Studium arbeiten können.
Zukunft gestalten: Faszination von MINT-Berufen erleben
Ausprobieren ist der beste Weg, um herauszufinden, ob ein Berufsfeld zu den eigenen Interessen und Stärken passt. Die Coaches stellen bei einem Vortrag MINT-Berufe zu Themenfeldern vor, die sich die Schülerinnen und Schüler zuvor selbst ausgesucht haben, etwa aus den Bereichen Medizintechnik, Umweltschutz oder Mobilität. In einer unterhaltsamen Präsentation voller Mitmachaufgaben, Multimediaelemente und greifbarer Technik-Beispiele erfahren die jungen Leute, wie sie mit einem technischen Beruf selbst an Lösungen für wichtige Zukunftsfragen mitarbeiten können. Sie entdecken, welche Fähigkeiten gefragt sind und wo die eigenen Talente besonders zur Geltung kommen.
Informationstechnik: Robotik spielerisch verstehen
Ganz ohne Programmierkenntnisse, dafür mit viel Kreativität lernen die Teilnehmenden anschließend während eines Workshops die Grundprinzipien der Robotik kennen. Kleine Würfel mit speziellen Funktionen bilden die Basis für Maschinen, die Hindernisse erkennen oder an einem Abgrund anhalten. So wird Robotik greifbar und zeigt, wie vielfältig ihre Anwendungen in Alltag und Arbeitswelt sind. Auf diese spielerische Weise geben die Coaches den Schülerinnen und Schülern außerdem Einblicke in relevante IT-Berufe.
Herausforderungen der Berufswahl meistern
Die Berufswahl kann für Jugendliche mit großen Unsicherheiten und der Herausforderung verbunden sein, sowohl den Erwartungen des familiären Umfelds gerecht zu werden als auch die eigenen Interessen zu verfolgen. Eltern sollten ihre Kinder deshalb schon frühzeitig bei der Suche nach einer passenden Ausbildung oder eines Studienfachs begleiten und sich gemeinsam informieren. Hierfür gibt es in Baden-Württemberg zahlreiche Möglichkeiten, angefangen bei Ausbildungsmessen (www.ausbildungsinitiative-bw.de/ausbildungsmessen) und betrieblichen Praktika über Mitmachangebote wie Girls‘/Boys’Day oder Schüler-Ingenieur-Akademie und Berufsorientierungs-Camps von „Südwestmetall macht Bildung“ (www.suedwestmetall-macht-bildung.de) bis hin zu Online-Tests zur Selbsteinschätzung wie „Check-U“ der Arbeitsagentur (www.arbeitsagentur.de/bildung/welche-ausbildung-welches-studium-passt) oder der Studienorientierungstest des Wissenschaftsministeriums (www.was-studiere-ich.de).