Was Enhanced Due Diligence von Standard-Checks unterscheidet
Während ein Standard-Background-Check Identität, Strafregister, Betreibungen und Referenzen abdeckt, geht die Enhanced Due Diligence erheblich weiter. Sie beinhaltet eine ganzheitliche, tiefgehende Analyse der Integrität, der beruflichen Vergangenheit und möglicher Interessenkonflikte des Kandidaten.
PEP-Prüfung und Compliance
Wenn ein Kandidat als politisch exponierte Person (PEP) gilt – also wichtige öffentliche Ämter ausübt oder ausgeübt hat – sind besondere Sorgfalt und Vorsicht geboten. PEPs bergen per Definition ein erhöhtes Risiko in Bezug auf Bestechung, Korruption und Geldwäsche. In regulierten Branchen (Finanzintermediäre, Pharma) ist der PEP-Abgleich oft regulatorisch vorgeschrieben.
Sanktionslisten: Trefferqualität entscheidet
Ein Abgleich mit internationalen Sanktionslisten (SECO, OFAC, EU u.a.) ist bei exponierten Positionen unverzichtbar. Entscheidend sind dabei die Trefferqualität und der professionelle Umgang mit False Positives – also irrtümlichen Treffern aufgrund von Namensgleichheit. Jeder Treffer muss manuell verifiziert werden, und der betroffene Kandidat hat das Recht auf Stellungnahme.
Reputationsanalyse und Leak Papers
Ein wesentlicher Bestandteil der Enhanced Due Diligence ist die Analyse der globalen Medienberichterstattung über die Person. Ergänzend wird gezielt nach Präsenzen in sogenannten Leak Papers (Panama Papers, Paradise Papers, Pandora Papers) recherchiert, um verborgene Offshore-Aktivitäten oder Steuervermeidungsstrukturen zu identifizieren. Diese Analyse erfordert spezialisierte Analysten mit Zugang zu aggregierten Datenbanken.
Interessenkonflikte und Nebenbeschäftigungen
Ein kritischer Prüfbereich bei Führungskräften ist die aktive Suche nach versteckten Interessenkonflikten: Hält der Kandidat Anteile an direkten Konkurrenten? Gibt es verdeckte Verwaltungsratsmandate? Bestehen nicht deklarierte Nebenbeschäftigungen, die die Arbeitsleistung beeinträchtigen oder im Konflikt zur neuen Rolle stehen könnten?