„Mehr Produktion bedeutet auch mehr Logistik. Wenn Deutschland und Europa ihre Defence-Industrie hochfahren, müssen die Supply Chains Schritt halten“, sagt David Bücheler, Geschäftsführer der Transco-Gruppe. „Aus unserer Sicht gehören flexible Lagerkapazitäten sowie belastbare Transport- und Zollprozesse deshalb genauso zur strategischen Infrastruktur wie neue Produktionsanlagen. Mit unserem Logistikzentrum in Singen schaffen wir dafür einen weiteren wichtigen Baustein.“
Neues Logistikzentrum in Singen schafft sichere Lagerkapazitäten für Defence und Dual Use
Mit dem neuen Logistikzentrum in Singen investiert Transco rund 40 Millionen Euro in zusätzliche Lager- und Logistikflächen, die mehr als 22.000 Palettenstellplätze umfassen. Die Fertigstellung ist für Ende 2026 vorgesehen. Der Standort liegt unmittelbar an wichtigen Verkehrsachsen der Bodenseeregion und nur wenige Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt. Die Nähe zur Autobahn und zum Hupac-Terminal stärkt die verkehrstechnischen Standortvorteile und schafft gute Voraussetzungen für grenzüberschreitende und multimodale Transporte.
Das Logistikzentrum ist darauf ausgelegt, unterschiedliche Anforderungen industrieller Supply Chains abzubilden. Ein integrierter Gefahrstoffbereich erweitert die Möglichkeiten für die sichere Lagerung sensibler Güter, wie beispielsweise Lithium-Batterien oder wassergefährdende Stoffe. Ergänzend zur klassischen Lagerung und Distribution sind umfangreiche Value Added Services (Mehrwertdienstleistungen) möglich, darunter Qualitätsprüfungen, Refurbishment, Chargenmanagement, Konfektionierung und Ersatzteilversorgung. Physische Sicherheitskonzepte, digitale Kontrolle und moderne Lagertechnik unterstützen dabei sichere und effiziente Prozesse.
Somit entsteht in der Bodenseeregion zusätzliche Kapazität für Hersteller von Defence- und Dual Use-Produkten sowie für deren Zulieferer. Der Standort ist zugleich Teil des europäischen Transco-Netzwerks mit weiteren Transport- und Logistik-Niederlassungen an strategisch relevanten Standorten, unter anderem in der Rhein-Main-Region und im Ruhrgebiet.
Defence-Logistik braucht belastbare Transport- und Zollprozesse
Bei internationalen Defence-Lieferketten endet die logistische Aufgabe nicht am Lager. Materialien, Komponenten und Ersatzteile müssen über Ländergrenzen hinweg zuverlässig an den richtigen Ort gelangen und dies häufig unter besonderen zeitlichen, sicherheitsbezogenen und regulatorischen Anforderungen.
„Ein sicherer Logistikstandort ist ein wichtiger Baustein. Resilienz entsteht aber erst, wenn dieser Standort in belastbare Transport- und Versorgungsstrukturen eingebunden ist“, so David Bücheler.
Transco verbindet eigene Transport-Services über verschiedene Verkehrsträger mit integrierten Verzollungsdienstleistungen. Neben europaweiten Straßentransporten gehören dazu auch kombinierte Lösungen aus Straße und Schiene. Über das Hupac-Netzwerk lassen sich beispielsweise längere Strecken auf der Schiene zurücklegen und mit Vor- und Nachläufen per Lkw verbinden. Ergänzend verfügt Transco über eigene Zollstandorte an wichtigen Grenzübergängen. So können Transport- und Zollprozesse über Ländergrenzen hinweg koordiniert und bei veränderten Rahmenbedingungen alternative Verbindungen berücksichtigt werden.
Resiliente Supply Chains für die europäische Verteidigungsindustrie brauchen flexible Logistik
Für die Transco-Gruppe ist Defence ein strategisches Wachstumsfeld, das eng mit ihrer bestehenden Kompetenz in Industrie- und internationaler Logistik verbunden ist. Neben der physischen Bewegung von Waren sind sichere Prozesse, hohe IT-Sicherheit, verlässliche Versorgung, Zollkompetenz und die Fähigkeit zur kurzfristigen Anpassung entscheidend.
„Defence-Logistik funktioniert nicht nach dem Prinzip: Ware kommt rein, Ware geht raus. Die Anforderungen sind komplex, die Produkte sensibel und die Lieferketten international. Deshalb ist für uns der direkte Austausch mit dem Kunden so wichtig. Wir wollen verstehen, was hinter einem Auftrag steht, und nicht nur eine einzelne Transport- oder Lagerleistung abwickeln. Genau diese Nähe und das Prozessverständnis sind ein wichtiger Teil unserer Dienstleistungs-DNA“, sagt Thomas Schleife, Senior Berater der Transco-Gruppe.
Die Verteidigungsindustrie ist heute ein Schlüsselbereich der deutschen Wirtschaft. Investitionen in Produktionskapazitäten stärken industrielle Wertschöpfung, Innovation und technologische Wettbewerbsfähigkeit. Damit diese zusätzlichen Kapazitäten ihre Wirkung entfalten können, müssen auch die dahinterliegenden Supply Chains mitwachsen. Die Resilienz der Defence-Industrie entscheidet sich nicht allein in den Produktionshallen, sondern auch auf den Wegen davor, dazwischen und danach.