LEGANTA® verfolgt einen grundlegend anderen Ansatz.
Im Mittelpunkt stehen nicht Prozesse, sondern Ereignisse. Prozesse sind lediglich die sichtbaren Folgen von Ereignissen. Diese Perspektive ermöglicht eine neue Form der Unternehmenssteuerung, bei der Verträge, Risiken, Handlungen und Automatisierungen aus der Dynamik von Ereignissen heraus entstehen. Die Grundlage dafür bildet die Betrachtung von Verträgen als digitale Modelle zukünftiger Ereignisse
Vom Prozessdenken zum Ereignisdenken
Klassische Systeme folgen einer einfachen Logik:
Prozess → Ereignis
Ein Prozessschritt wird ausgeführt und erzeugt anschließend ein Ereignis.
LEGANTA® kehrt diese Logik um:
Ereignis → Folgeereignisse → Prozesse
Ein Ereignis verändert die Realität des Unternehmens. Diese Veränderung erzeugt weitere Ereignisse, aus denen automatisch Prozesse, Entscheidungen und Aktionen entstehen. Der Prozess ist somit nicht die Ursache, sondern das Ergebnis einer Ereigniskette.
Diese Sichtweise entspricht wesentlich stärker der tatsächlichen Unternehmensrealität. Unternehmen werden nicht durch Prozessdiagramme gesteuert, sondern durch Kundenaufträge, Lieferverzögerungen, Marktveränderungen, regulatorische Änderungen, Zahlungsereignisse oder Ressourcenengpässe. All diese Faktoren sind Ereignisse, die Konsequenzen nach sich ziehen.
Der Vertrag als Generator von Ereignissen
Die eigentliche Innovationsbasis von LEGANTA® liegt im Vertrag.
Jeder Vertrag enthält bereits eine Vielzahl zukünftiger Ereignisse:
- Lieferverpflichtungen
- Zahlungsansprüche
- Fristen
- Service-Level-Vereinbarungen
- Wartungsintervalle
- Eskalationen
- Risiken
Das Modell lautet:
Vertrag → Verpflichtungen → Ereignisse → Aktionen
Sobald ein Vertrag abgeschlossen wird, kennt LEGANTA® bereits zahlreiche zukünftige Ereignisse und deren mögliche Konsequenzen. Dadurch wird Vertragsmanagement zu einem vorausschauenden Steuerungsinstrument.
Ereignisse als Grundlage von Risikokosten
Ein wesentlicher Unterschied zu klassischen Contract-Lifecycle-Management-Systemen besteht darin, dass LEGANTA® Risiken nicht als statische Bewertungen betrachtet.
Jedes Risiko entsteht aus Ereignissen oder aus der Wahrscheinlichkeit zukünftiger Ereignisse.
Beispielsweise kann ein Lieferantenausfall folgende Ereigniskette erzeugen:
- Lieferverzug
- Produktionsverzug
- verspätete Auslieferung
- Vertragsstrafe
- Margenverlust
- Kundenverlust
Risiken werden somit nicht isoliert bewertet, sondern als dynamische Konsequenzen eines Ereignisnetzwerks verstanden.
Externe und interne Ereignisse in einem Modell
LEGANTA® verbindet zwei Welten:
Externe Ereignisse
Aus Markt, Lieferketten, Gesetzgebung, Wettbewerb, Wetter, Finanzmärkten oder IoT-Systemen entstehen kontinuierlich neue Ereignisse. Diese werden über die Ontosphere erfasst und bewertet.
Interne Ereignisse
Verträge erzeugen interne Verpflichtungen, Rechte, Fristen und Leistungszusagen. Aber auch die Lücken in den Verträgen werden aufgespürt. Auch sie stellen die Basis für zukünftige Ereignisse dar.
Die eigentliche Intelligenz entsteht dort, wo externe Ereignisse auf bestehende Vertragsverpflichtungen treffen.
LEGANTA® beantwortet dann automatisch Fragen wie:
- Welche Verträge sind betroffen?
- Welche Verpflichtungen können nicht mehr erfüllt werden?
- Welche Fristen geraten in Gefahr?
- Welche Risiken entstehen?
- Welche Kosten sind zu erwarten?
- Welche Folgeereignisse müssen ausgelöst werden?
Vollständige Vertragsautomatisierung durch Ereignisse
Die vollständige Automatisierung von Verträgen wird erst möglich, wenn nicht Dokumente oder Workflows, sondern Ereignisse im Zentrum stehen.
Ein Beispiel:
Vertragsereignis: Lieferung bis 01.09. vereinbart.
Externes Ereignis: Lieferant meldet Produktionsausfall.
LEGANTA® erkennt automatisch:
- betroffene Verträge
- gefährdete Liefertermine
- mögliche Vertragsstrafen
- Umsatzrisiken
- Eskalationsbedarf
- alternative Beschaffungsmöglichkeiten
- Einkauf erhält Handlungsaufträge.
- Produktion passt die Planung an.
- Vertrieb informiert Kunden.
- Management erhält Risikoberichte.
- Digitale Workflows werden ausgelöst.
Der Ereignisgraph als Unternehmensmodell
Statt linearer Prozesse verwendet LEGANTA® ein Netzwerk aus Ereignissen.
Ein einzelnes Ereignis kann mehrere Folgeereignisse erzeugen, die wiederum weitere Ereignisse auslösen.
Dadurch entsteht ein Ereignisgraph, der die reale Dynamik eines Unternehmens wesentlich genauer beschreibt als traditionelle Prozessmodelle.
LEGANTA® berechnet dabei:
- direkte Konsequenzen
- indirekte Konsequenzen
- Eintrittswahrscheinlichkeiten
- wirtschaftliche Auswirkungen
- Verantwortlichkeiten
- zeitliche Abhängigkeiten
Unternehmenssteuerung der nächsten Generation
LEGANTA® ist deshalb weder ein klassisches ERP-System, noch ein BPM-System, noch ein reines Workflow- oder BI-Werkzeug.
LEGANTA® ist eine Contract-Driven Event Intelligence Platform.
Die zentrale Idee lautet:
Unternehmen bestehen nicht aus Prozessen. Unternehmen bestehen aus Verträgen, Verpflichtungen und Ereignissen.
Verträge definieren die Unternehmenslogik. Ereignisse verändern die Realität. LEGANTA® berechnet die daraus entstehenden Konsequenzen, Risiken, Kosten und Handlungen. Prozesse entstehen anschließend automatisch als sichtbare Umsetzung dieser Ereignisketten.
Damit werden Ereignisse zum bestimmenden Element der Unternehmenssteuerung, zur Grundlage der Risikobewertung und zum Schlüssel für eine vollständig automatisierte Vertragswelt.