Warum ist das wichtig?
Ein einzelner Kennwert – z. B. ein Mittelwert – zeigt nur einen Momentwert, sagt aber nichts über die Verlässlichkeit der Aussage aus. Genau hier setzt das Konfidenzintervall an: Es macht sichtbar, in welchem Bereich sich der wahre Wert mit hoher Wahrscheinlichkeit befindet, und zeigt somit die statistische Unsicherheit transparent auf. Das ist entscheidend, um Prozessdaten richtig einzuordnen – vor allem, wenn es um Entscheidungen mit wirtschaftlicher Relevanz geht. Ergänzend liefert der p-Wert eine Einschätzung, ob ein gemessener Unterschied oder Effekt auf Zufall basiert oder tatsächlich auf eine Veränderung im Prozess zurückzuführen ist. Ist dieser Wert kleiner/gleich dem festgelegten Signifikanzniveau (z. B. 5 %), gilt das Ergebnis als statistisch signifikant – die Nullhypothese wird verworfen. Eine zentrale Rolle spielt dabei der z-Wert, der angibt, wie viele Standardabweichungen ein Wert vom Mittelwert entfernt liegt. Er bildet die Brücke zwischen Konfidenzintervall und Sigma-Niveau: Ein z-Wert von 1,96 (für 95 % Konfidenz) entspricht etwa einem 2-Sigma-Niveau. Je höher dieses Niveau, desto stabiler, vorhersagbarer und qualitätsfähiger ist der Prozess.
Praktisches Beispiel:
Ein Team will wissen, wie lange ein Kunde im Callcenter durchschnittlich in der Warteschleife hängt. Das Ziel ist eine maximale Wartezeit von 100 Sekunden. Sie nehmen 36 zufällige Anrufe auf:
- Mittelwert der Wartedauer: 120 Sekunden
- Standardabweichung: 30 Sekunden
- Konfidenzniveau: 95 % ⇒ z-Wert ≈ 1,96
- Berechnung (einfach erklärt):
- Standardfehler (SE) = 30 / √36 = 5
- Konfidenzintervall = 120 ± 1,96 × 5 ⇒ [110,2 s ; 129,8 s]
Fazit:
Das Konfidenzintervall ist mehr als Statistik – es liefert Entscheidungsstärke, zeigt Unsicherheiten auf und hilft, Verbesserungspotenziale konkret zu erkennen. Gerade für zuverlässige Prozess- / Produktoptimierungen ist es eine Notwendigkeit.