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Oracle auf VMware: Die Hard-Partitioning-Lizenzfalle

Oracle erkennt VMware nicht als Hard Partitioning an und verlangt die Lizenzierung aller erreichbaren Cores. Aus einem kleinen Server wird so schnell eine Forderung über den ganzen Cluster.

(PresseBox) (Hamburg, )
Oracle-Datenbanken auf VMware sind technisch normal und lizenzrechtlich gefährlich. Oracle wertet VMware als Soft Partitioning und verlangt Lizenzen für jeden Host, den eine VM erreichen kann. ProLicense erklärt, wie weit die Forderung reicht, warum sie auf einer Policy und nicht auf dem Vertrag beruht und wie sich das Risiko eingrenzen lässt.

Oracle-Datenbanken auf VMware zu betreiben, ist technisch Alltag und lizenzrechtlich eine der teuersten Fallen im Rechenzentrum. Der Grund ist ein Begriff, den viele erst im Audit kennenlernen: Hard Partitioning. Oracle erkennt VMware nicht als Hard Partitioning an, und daraus entsteht ein Risiko, das schnell in die Millionen geht. ProLicense, die unabhängige Lizenzberatung, ordnet die Lage ein.

Hard Partitioning gegen Soft Partitioning

Oracle erkennt nur wenige Technologien als Hard Partitioning an, mit denen sich die lizenzpflichtige Core-Zahl wirksam begrenzen lässt. VMware gehört nicht dazu und gilt für Oracle als Soft Partitioning. Damit greift der Grundsatz: Nicht die tatsächlich genutzten Cores sind lizenzpflichtig, sondern alle, auf denen die Datenbank potenziell laufen könnte. Aus der Frage, wo Oracle läuft, wird die Frage, wohin es laufen könnte. Genau diese Verschiebung treibt die Forderung.

Wie weit die Forderung reicht

Die Reichweite hat sich mit den vSphere-Versionen ausgeweitet. In frühen Versionen endete die Grenze am einzelnen Host, ab vSphere 5.1 zieht Oracle das gesamte vCenter heran, ab Version 6.0 sogar verbundene vCenter. Funktionen wie vMotion, DRS und Storage vMotion vergrößern den Kreis der Hosts, die eine VM erreichen könnte, zusätzlich. Auf einer modernen Umgebung bedeutet das im Extremfall: Ein einziger kleiner Oracle-Server auf einem großen Cluster kann eine Lizenzforderung über Dutzende oder Hunderte Cores auslösen. Genau hier setzen Auditoren an, oft mit Blick in die vCenter-Protokolle.

„Oracle argumentiert mit jedem Host, den eine VM theoretisch erreichen könnte. Aus acht genutzten Cores werden so schnell einhundertzwanzig“, sagt Christian Grave, Geschäftsführer der ProLicense.

Policy ist nicht Vertrag

Der entscheidende Punkt für die Verteidigung: Oracles Haltung zu VMware steht in der Partitioning Policy, einem Positionspapier, nicht im Vertrag. Das Dokument trägt sogar den Hinweis, dass es nicht Vertragsbestandteil werden darf. Maßgeblich ist der Vertrag, und der lizenziert, was installiert und/oder betrieben ist, nicht, was theoretisch laufen könnte. In dieser Lücke zwischen Policy und Vertrag findet jede Verteidigung statt. Wer die Auditklausel und den eigenen Vertrag sauber dagegenhält, muss die überzogene Forderung nicht hinnehmen.

Ändert die neue VMware-Subscription etwas?

Viele hoffen, dass sich mit dem Wechsel von Broadcom auf die VCF-Subscription auch die Oracle-Lage entspannt. Das ist nicht der Fall. Oracles Haltung hat sich nicht bewegt: VMware bleibt Soft Partitioning, ob ein Unternehmen alte Perpetual-Lizenzen nutzt oder das neue VCF-Abo. VMware selbst trifft dazu keine Aussage, aus Broadcoms Sicht ist die Oracle-Lizenzierung allein Sache des Kunden. Einen Segen des Herstellers, der die Forderung entschärft, gibt es nicht. Im Gegenteil verschärft die Umstellung die Lage, denn zu den ohnehin cluster-weiten Oracle-Lizenzen kommen jetzt deutlich höhere VMware-Kosten, zwei Kostenlinien auf derselben Umgebung.

Darin steckt aber auch ein Hebel. Weil das VCF-Abo pro Core große, gemischte Cluster ohnehin teuer macht, lohnt sich die Konsolidierung auf kleine, dedizierte Oracle-Cluster jetzt doppelt. Sie senkt die VMware-Kosten und grenzt zugleich die Oracle-Lizenzbasis ein. Wer seine VMware-Landschaft wegen Broadcom ohnehin umbaut, sollte diesen Moment nutzen, um die Oracle-Umgebung sauber zu isolieren und die Architektur zu dokumentieren.

Wie man das Risiko eingrenzt

Die einzige belastbare Verteidigung ist die Isolation. Oracle-Workloads gehören auf dedizierte Hosts oder einen eigenen Cluster, mit klarer Trennung, unterbundenen Migrationspfaden und eigenem Speicher. Die Architektur wird dokumentiert, denn im Audit zählt der Nachweis, nicht die Zusicherung. Parallel wird die Oracle-Lizenzierung gegen den Vertrag geprüft. Wo es passt, kann eine anerkannte Partitionierung oder der Wechsel auf eine Alternative wie Nutanix mit sauberem Konzept das Risiko dauerhaft senken. ProLicense analysiert die Umgebung und legt den Weg fest, der zur konkreten Situation passt.

„Die Partitioning Policy ist Oracles Position, nicht das Gesetz und nicht der Vertrag. Wir prüfen jede Forderung gegen den Wortlaut des Vertrags und die reale Architektur. Mit sauberer Isolation und der richtigen Dokumentation schrumpft die Forderung oft auf einen Bruchteil“, sagt Sören Reimers, Rechtsanwalt und Geschäftsführer der ProLicense.

Ziel bleibt in jedem Fall dasselbe: minimale Kosten bei voller Compliance. Wer seine Oracle-auf-VMware-Umgebung vor dem nächsten Oracle-Audit prüfen lassen will, erreicht ProLicense unter +49 (0) 40-228 6828-0.

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ProLicense GmbH

ProLicense berät seit 2009 Unternehmen im Software License Management, unabhängig von Oracle, Microsoft, VMware und allen anderen Herstellern. Die Gründer Sören Reimers (Rechtsanwalt) und Christian Grave (Diplom-Kaufmann) waren jeweils über acht Jahre bei Oracle tätig. ProLicense unterstützt bei Software-Audits, Lizenzverhandlungen und ULA-Zertifizierungen, beim Wechsel zu Drittsupport für Software, Hardware und End-of-Life Open Source sowie beim Umstieg auf Alternativen wie Azul, Payara oder Nutanix. Als Reseller von HeroDevs bietet ProLicense Never-Ending Support für abgekündigte Open-Source-Software an. Gebrauchte Lizenzen laufen über den eigenen Marktplatz ProLicense XChange. Die Vergütung erfolgt erfolgsbasiert direkt durch den Kunden, ohne Zahlungen von Herstellern. Ziel jedes Mandats: minimale Kosten bei voller Compliance. Mehr unter www.prolicense.com.

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