Java ist frei, die Distribution nicht immer
Die Programmiersprache Java und die Referenzimplementierung OpenJDK sind quelloffen und kostenfrei nutzbar. Eine Lizenzpflicht entsteht nicht durch Java an sich, sondern durch die eingesetzte Distribution. Maßgeblich ist, unter welcher Lizenz die konkrete Installation steht. Oracle JDK unterliegt Oracles eigenen Lizenzbedingungen. Die OTN-Lizenz erlaubt die kostenfreie Nutzung für Entwicklung, Test und Demonstration, nicht aber den Produktivbetrieb.
Welche Oracle-JDK-Versionen lizenzpflichtig sind
Für Java 8 und 11 gilt die Lizenzpflicht für Updates seit Jahren, für Java 17 seit Oktober 2024. Java 21 folgt jetzt. Oracle JDK 25 steht noch bis September 2028 unter der kostenfreien No-Fee Terms and Conditions (NFTC). Die Regel dahinter: Eine Long-Term-Support-Version bleibt nur bis ein Jahr nach Erscheinen der nächsten kostenfrei. Wer Oracle JDK einsetzt, muss also regelmäßig upgraden oder zahlen.
Java Lizenzkosten: Was die Subscription kostet
Seit Januar 2023 vertreibt Oracle Java als Java SE Universal Subscription. Berechnet wird nicht nach Installationen oder Nutzern, sondern nach der Gesamtzahl der Mitarbeiter. Dazu zählen Voll-, Teilzeit- und befristet Beschäftigte sowie Mitarbeiter von Dienstleistern, die interne Geschäftsprozesse unterstützen.
Im Oracle Store kostet die Subscription 167,40 Euro pro Mitarbeiter und Jahr, eine Preisstaffel nach Unternehmensgröße gibt es dort nicht. Es ist jedoch nur möglich für maximal 249 Mitarbeiter online zu kaufen. Ab 250 Mitarbeitern muss der Oracle-Vertrieb kontaktiert werden. Die ehemalige Preisstaffel gibt es nicht mehr.
Kostenfreie und günstigere Wege
Freie OpenJDK-Distributionen wie Eclipse Temurin, Amazon Corretto, Microsoft Build of OpenJDK oder Azul Zulu sind auch im Produktivbetrieb kostenfrei nutzbar. Wer bei Oracle JDK bleiben will, kann auf JDK 25 aktualisieren und bleibt bis September 2028 im kostenfreien Zeitraum. Für Anwendungen, die garantierte Sicherheitsupdates und Support brauchen, gibt es kommerziell supportete OpenJDK-Distributionen, etwa von Azul, dessen Partner ProLicense ist. Java, das als Bestandteil lizenzierter Oracle-Produkte mitgeliefert wird, ist in deren Lizenz in der Regel abgedeckt.
Eine Umstellung wirkt allerdings nur vollständig. Bleibt eine einzige lizenzpflichtige Oracle-JDK-Installation im Einsatz, kann die Mitarbeitermetrik für das gesamte Unternehmen greifen.
Erst Inventur, dann Entscheidung
Grundlage jeder Entscheidung ist eine vollständige Java-Inventur. Sie erfasst neben direkt installierten JDKs auch Java-Laufzeiten, die in Drittsoftware eingebettet sind, sowie die jeweiligen Update-Stände. Oracle spricht Unternehmen zu Java gezielt an, häufig zunächst informell.
„Java-Anfragen von Oracle beginnen oft wie ein freundliches Gespräch. Dahinter steht meist eine Zahl, die Oracle bereits kennt, nämlich die Mitarbeiterzahl aus öffentlichen Quellen. Wer dann keine eigene Inventur hat, verhandelt auf Basis von Oracles Annahmen“, sagt Christian Grave, Geschäftsführer der ProLicense.
„Die Mitarbeitermetrik koppelt die Java-Kosten an die Belegschaft statt an die Nutzung. Vor der Unterschrift sollte genau geprüft werden, welche Gesellschaften und welche externen Kräfte mitgezählt werden“, sagt Rechtsanwalt Sören Reimers, Geschäftsführer der ProLicense.
ProLicense berät zur Java-Lizenzierung ausschließlich auf Kundenseite, mit dem Ziel minimaler Kosten bei voller Compliance. Läuft bereits eine Anfrage, unterstützt ProLicense bei der Abwehr von Oracle-Audits. Anfragen nimmt ProLicense über die Kontaktseite entgegen.