Vertreterinnen und Vertreter aus Verpackungsmaschinenbau, Automatisierung und Softwareentwicklung diskutierten aktuelle Entwicklungen rund um Software Engineering, Künstliche Intelligenz und digitale Transformation. Ein praxisnaher Einstieg mit Einblicken in Technologien und Anwendungen gelang bei der Führung durch die GreenXperience von Murrelektronik.
Nach der Begrüßung durch Martin Buchwitz, Geschäftsführer Packaging Valley Germany e. V., und Dr. Ulrich Viethen, Geschäftsführer von Murrelektronik GmbH, führten Philip Bittermann (neue verpackung) und Frank Nolte (SPS-Magazin) durch das Programm.
KI verändert Engineering und Rollenbilder
Wie generative KI etablierte Entwicklungsprozesse verändert, beleuchtete Dr. Hans Egermeier (talsen team GmbH). Mit der zunehmenden Automatisierung von Programmieraufgaben verschieben sich Anforderungen und Verantwortlichkeiten: Systems Engineering, Architektur und Qualitätssicherung gewinnen an Bedeutung.
Dr. Julian Feinauer (Murrelektronik GmbH / pragmatic minds GmbH) zeigte anhand konkreter Beispiele, wie KI Entwicklungsprozesse unterstützen kann. Voraussetzung bleiben fundiertes Fachwissen, klare Prozesse und menschliche Erfahrung.
Dass die digitale Transformation weitere Anforderungen mit sich bringt, zeigte Manuel Rüger (Atio GmbH / Rüger IT-Ingenieurbüro & Co. KG) mit Blick auf Cybersecurity. Sicherheitsaspekte müssen frühzeitig in Entwicklungs- und Engineering-Prozesse integriert werden.
Aaron Windmüller (CODESYS Group) richtete den Blick anschließend auf den Übergang von der IT in die Operational Technology (OT) und die Potenziale von KI für die industrielle Automatisierung.
Von der Theorie in die Praxis
Ein besonderer Bestandteil des diesjährigen Verpackungsmaschinentags waren die Workshops von Bosch Rexroth, B&R, CODESYS, Hilscher, ISG und Murrelektronik. Sie ergänzten die Fachvorträge um konkrete Anwendungen, Erfahrungen und Lösungsansätze. Der Wechsel zwischen Impulsen und vertiefendem Austausch zeigte zugleich, wie eng Maschinenbau, Automatisierung und Softwareentwicklung inzwischen miteinander verbunden sind.
Am Nachmittag standen stärker die organisatorischen und methodischen Voraussetzungen im Mittelpunkt. Michael Messerschmidt und Dr. Eberhard Ritzhaupt-Kleissl (HEITEC AG) thematisierten Leitlinien und Strukturen für den Einsatz von KI in Entwicklungsprozessen.
Ronja Weishaupt (Uhlmann Pac-Systeme GmbH & Co. KG) und Jörg Lenz (generic.de) zeigten anhand ihrer Entwicklungspartnerschaft, wie unterschiedliche Kompetenzen in Innovationsprojekten zusammengeführt werden können.
Den Abschluss der Fachvorträge bildete Agent Based Engineering. Jonas Fischer und Markus Händl (ITQ GmbH) richteten den Blick auf zukünftige Entwicklungsprozesse, den mechatronischen Ansatz sowie die Frage, welche Rolle Ingenieure künftig einnehmen und welche „Future Skills“ dafür benötigt werden.
Menschliche Expertise bleibt entscheidend
Über die unterschiedlichen Beiträge hinweg zeichnete sich ein gemeinsames Bild ab: Die Zukunft des Verpackungsmaschinenbaus wird nicht allein durch leistungsfähigere Hardware entschieden. Je mehr Technologie in die Maschinenentwicklung einzieht, desto wichtiger werden Zusammenarbeit, Systems Engineering und menschliche Expertise. Innovationen entstehen zunehmend an den Schnittstellen von Mechanik, Automatisierung und Software. Welche Technologien sich langfristig etablieren und wie schnell neue Methoden in der Praxis ankommen, bleibt offen. Der Austausch zwischen den Disziplinen wird für die Weiterentwicklung des Verpackungsmaschinenbaus jedoch weiter an Bedeutung gewinnen. Packaging Valley schafft dafür Raum für Dialog, Vernetzung und den Transfer von Wissen entlang der Wertschöpfungskette.
Die FACHPACK unterstützte den Packaging Valley Verpackungsmaschinentag 2026 als Hauptsponsor der Veranstaltung.