Nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden Dr. Georg Müller hinterlassen die politischen Rahmenbedingungen und das wirtschaftliche Umfeld der Energiebranche auch bei MVV Energie weiterhin ihre Spuren: "In den zurückliegenden Jahren ist die Marge in der Stromerzeugung kontinuierlich gesunken. Die Vermarktung erfolgt inzwischen vollständig auf diesem niedrigen Niveau." Zudem habe der bisher milde Winter zu Einbußen beim Wärme- und Gasabsatz bei Privatkunden geführt. Diese negativen Effekte konnten zu einem großen Teil durch gestiegene Erlöse bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien sowie bei der Direktvermarktung erneuerbarer Energien über das Marktprämienmodell ausgeglichen werden.
Das Unternehmen bekräftigte deshalb auch unverändert seinen Ausblick für das Gesamtjahr. Entsprechend geht MVV Energie aus operativer Sicht davon aus, dass das Adjusted EBIT im Geschäftsjahr 2013/14 bei leicht steigenden Umsätzen zwischen 170 bis 185 Millionen Euro liegen wird. Die Erreichung des Ergebnisziels wird auch von den Witterungsverhältnissen beeinflusst. Dabei zeigte sich Dr. Müller zuversichtlich, dass "wir mit kontinuierlichen Kosten einsparungen und Effizienzsteigerungen sowie mit steigenden Ergebnisbeiträgen unserer Wachstumsinvestitionen bereits im nächsten Geschäftsjahr 2014/15 wieder mit einem Anstieg des operativen Ergebnisses rechnen können." Dann gehen auch die derzeit in Bau befindlichen Kraftwerke in Großbritannien - die thermische Abfallbehandlungsanlage in Plymouth und das Biomasse-Kraftwerk in Ridham Dock - planmäßig in Betrieb.
Gleichzeitig hält das Mannheimer Energieunternehmen sein Investitionstempo unverändert hoch. Bis 2020 will MVV Energie 3 Milliarden Euro in erneuerbare Energien, in Energieeffizienz, Kraft-Wärme-Kopplung und die energetische Nutzung von Abfällen, in den Ausbau der umweltfreundlichen Fernwärme an allen Standorten sowie in die Modernisierung und Pflege von Netzen und Anlagen investieren. Allein in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres hat die Unternehmensgruppe 86 Millionen Euro und damit 59 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum investiert.
"Wir setzen gezielt und konsequent auf eine umweltfreundliche, verlässliche und kostengünstige Energieversorgung", betonte der MVV-Chef, "und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Umbau des Energiesystems - im Interesse der Bürger und als unverzichtbare Grundlage für den Industriestandort Deutschland". Damit nutze das Unternehmen seine Chancen für nachhaltiges profitables Wachstum.
Die neue Bundesregierung hat nach Überzeugung von Dr. Müller ihre historische Chance und Verpflichtung, jetzt die Weichen für ein zukunftsfähiges Energiesystem zu stellen, in dem sich sowohl erneuerbare als auch konventionelle Energien volks- und betriebswirtschaftlich sinnvoll ergänzen. "Um die Energieversorgung auch bei schwankender Einspeisung aus erneuerbaren Energien sicherzustellen, werden auf absehbare Zeit weiterhin hocheffiziente konventionelle Erzeugungskapazitäten benötigt", so Dr. Müller. Nach der Reform des Erneuerbare- Energien-Gesetzes, das ein Erfolgsmodell für die erste Phase des Ausbaus der erneuerbaren Energien war, sei dies "die nächste dringende Herausforderung für die neue Bundesregierung".