Der BAI III 2008 ( Berufsstart-Absolventen-Index) notiert im Gegensatz zu den angeschlagenen Finanzmärkten positiv. Die Zuwächse fallen jedoch verhaltener aus als 2007. Trotzdem steigt der Index um 9 auf 276 Punkte und erreicht erneut Rekordwerte.
Signifikante Trends
Das Herbstquartal 2008 bringt eine unerwartet starke Kontraktion des Stellenangebots für Ingenieure: besonders drastisch ist die Lage bei den Bauingenieuren (-96). Ebenfalls betroffen sind Werkstoffwissenschaftler (-20), Elektrotechniker (- 13) und Maschinenbauer (-8). Positiv tendieren hingegen Informatik (+28) und Wirtschaftsinformatik (+33). Ob der negative Trend bei den Ingenieuren ein Vorbote für ein Schrumpfen des gesamten Arbeitsmarktes ist, bleibt abzuwarten. Allerdings wird Deutschland als Exportnation von der internationalen Konjunkturschwäche besonders getroffen, weil vor allem die Nachfrage nach Investitionsgütern zurückgeht und somit weniger Arbeitsplätze für Ingenieure geschaffen werden.
Wirtschaftswissenschaften
Seit dem Sommer 2006 legt der Stellenmarkt für Wirtschaftswissenschaftler kontinuierlich zu. Weder positive noch negative Ausreißer stören das Bild. Damit zeigen sich die Wirtschaftswissenschaften bis dato konjunktur-resistent. In III/2008 steigt der BAI um 8%.
Wirtschaftsingenieurwesen
Nach einem leichten Rückgang des BAI bei den Wirtschaftsingenieuren im letzten Quartal, zeigt der Trend wieder nach oben. Damit ist das interdiziplinäre Wirtschaftsingenieurwesen die einzige Ingenieurs- Disziplin, die nicht von einem Rückgang des Stellenangebots erfasst wurde.
Informatik
Äquivalent zur Wirtschaftsinformatik, die diesen BAI anführt, verstärkt sich auch die Nachfrage nach „klassischen“ Informatikern deutlich. Eine Steigerung von 28 Punkten setzt die nun seit über 2 Jahren anhaltende Aufwärtsentwicklung des Stellenmarktes für Informatik-Absolventen fort. Nach einem Rückgang der Studentenzahlen seit 2000 verzeichnete der Fachbereich im Wintersemester 07/08 erstmals wieder wachsende Immatrikulationszahlen.
Maschinenbau
Seit Ende 2007 stagniert das Jobangebot für Maschinenbau- Absolventen. In diesem Herbst verliert der BAI zum ersten Mal seit 2006 8 Punkte. Die Zahl der Studenten dieses Fachs stieg hingegen um 11% ( 27700 Neueinschreibungen). Generell rechnet der VDMA 2009 mit einer auseinander gehenden Entwicklung in den einzelnen Bereichen des Maschinenbaus. Während die konsum- und baunahen Fachzweige wie Textil- Druckerei- oder Baumaschinen,
„ eher auf der Schattenseite stehen dürften“, könnten sich für energie- und rohstoffnahe Bereiche
wie etwa Hütten- und Walzwerkseinrichtungen oder Power Systems durchaus noch „ gute bis sehr Wachstumsperspektiven“ ergeben. Es bleibt spannend.
Elektrotechnik
Ähnlich dem Maschinenbau erlebt auch der Bereich der Elektrotechnik einen leichten Abschwung bei den Absolventen-Stellenangeboten. Der BAI sackt um 13 Punkte ab. Branchenexperten rechnen jedoch für den Sektor nicht mit dramatischen Einbrüchen im Zuge der Kapitalmarktturbulenzen. Zwar stehe fest, daß die fetten Jahre mit Rekordzuwächsen vorüber seien, jedoch könne man noch einige Zeit von vollen Auftragsbüchern zehren.