Warum ein strukturierter Field Service Prozess heute entscheidend ist
Der technische Service vor Ort ist für viele Unternehmen ein zentraler Bestandteil der Wertschöpfung. Wartungen, Reparaturen oder Inbetriebnahmen entscheiden darüber, wie zuverlässig Maschinen und Anlagen im Betrieb funktionieren. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Reaktionszeiten, Dokumentation und Transparenz.
In der Praxis sind Field-Service-Prozesse und Technikereinsätze jedoch häufig historisch gewachsen. Serviceaufträge werden manuell angelegt, Einsatzpläne in Tabellen gepflegt und Servicetechnikerinnen und Servicetechniker erhalten Informationen über verschiedene Kanäle. Diese Struktur führt zu Medienbrüchen und erschwert eine konsistente Datengrundlage sowie Sicherstellung einer kontinuierlichen Servicequalität.
Digitale Lösungen wie SAP FSM ermöglichen es, den gesamten Serviceprozess strukturiert abzubilden. Ziel ist ein durchgängiger digitaler Field Service Prozess, bei dem alle Beteiligten auf dieselbe Informationsbasis zugreifen.
Ein digitalisierter Serviceprozess schafft dabei mehrere Vorteile:
- vollständige Einsatzinformationen für Servicetechnikerinnen und Servicetechniker
- transparente Einsatzplanung für Disponentinnen und Disponenten
- schnellere Dokumentation von Serviceeinsätzen
- zentrale Datenbasis für Serviceanalysen und Wartungsstrategien
Ein moderner Field-Service-Prozess folgt einer strukturierten Abfolge, welche dafür sorgt, dass Informationen konsistent fließen können und keine Medienbrüche entstehen.
1. Serviceauftrag strukturiert im System anlegen
Der Prozess beginnt mit der Anlage eines Serviceauftrags im ERP-System, häufig in SAP CS oder SAP S/4HANA Service.
Wichtige Informationen sollten bereits an dieser Stelle vollständig erfasst werden:
- Kundeninformationen und Standort
- betroffene Anlage oder Equipment
- Fehlerbeschreibung oder Wartungsauftrag
- Priorität und gewünschter Servicezeitraum
Unserer Erfahrung nach zeigt sich immer wieder, dass unstrukturierte Fehlerbeschreibungen eine der häufigsten Ursachen für Verzögerungen im Serviceprozess sind. Diese Beobachtung wird durch eine von der Inwerken AG durchgeführte Befragung von Servicetechnikern gestützt, bei der mehrere Teilnehmende angaben, dass Einsatzinformationen vor einem Einsatz häufig unvollständig sind oder wichtige Details fehlen.
2. Automatisierte Einsatzplanung und Disposition
Nach der Auftragserstellung erfolgt die Einsatzplanung. Hier unterstützt SAP FSM Disponentinnen und Disponenten mit einer grafischen Planungskonsole.
Das System berücksichtigt dabei verschiedene Faktoren:
- Qualifikationen der Servicetechnikerinnen und Servicetechniker
- verfügbare Arbeitszeiten
- geografische Entfernung zum Einsatzort
- Priorität des Serviceauftrags
Eine digitale Disposition reduziert nicht nur Planungsaufwand. Sie verbessert auch die Auslastung des Servicepersonals und reduziert Reisezeiten erheblich.
(Abbildung 1) Planungskonsole im SAP FSM
3. Digitale Auftragsübermittlung an den Servicetechniker
Sobald ein Einsatz geplant wurde, erhält die zuständige Servicetechnikerin oder der Servicetechniker den Auftrag direkt auf ein mobiles Endgerät.
Über die mobile Anwendung von SAP FSM stehen vor Ort alle relevanten Informationen zur Verfügung:
- Auftragsdetails
- Anlagenhistorie
- Wartungschecklisten
- Ersatzteillisten
- Dokumente oder technische Zeichnungen
Die mobile Bereitstellung der Daten ermöglicht außerdem einen Offlinebetrieb. Gerade bei Einsätzen in Produktionshallen oder abgelegenen Standorten ist dies ein entscheidender Vorteil, die Daten können nachträglich manuell synchronisiert werden.
(Abbildung 2) Auftragsübermittlung an den Servicetechniker in der SAP FSM Mobile App
4. Digitale Dokumentation während des Einsatzes
Während des Serviceeinsatzes dokumentieren Servicetechnikerinnen und Servicetechniker ihre Arbeit direkt in der mobilen Anwendung.
Hier sind alle typischen Elemente und Funktionen, die für den Einsatz oder die Dokumentation benötigt werden, bereitgestellt. Zum Beispiel:
- Checklisten für Wartungsarbeiten
- Fotos von Schäden oder Reparaturen
- Erfassung von Arbeitszeiten
- Eingabe verwendeter Ersatzteile
- U. v. m.
Ein weiterer Vorteil liegt in der Standardisierung der Serviceprozessen. Checklisten sorgen dafür, dass definierte Arbeitsschritte zuverlässig durchgeführt und dokumentiert werden.
(Abbildung 3) Dokumentation in der SAP FSM Mobile App
5. Digitale Rückmeldung und automatische Systemaktualisierung
Nach Abschluss des Einsatzes erfolgt die digitale Rückmeldung. Die Servicetechnikerin oder der Servicetechniker bestätigt den Auftrag direkt über das mobile Endgerät.
Dabei können zusätzlich folgende Informationen erfasst werden:
- Abschluss-Status des Einsatzes
- Kundenunterschrift
- verbrauchte Ersatzteile
- empfohlene Folgeaufträge
- Fakturierung des Serviceeinsatzes
- Aktualisierung der Anlagenhistorie
- Planung weiterer Wartungsmaßnahmen
(Abbildung 4) Reporting und Rückmeldung in der SAP FSM Mobile App
Digitaler Field-Service-Prozess mit SAP FSM erfolgreich umsetzen
In unseren Kundenprojekten zeigt sich immer wieder, dass der größte Effizienzgewinn nicht allein durch die Einführung eines Tools entsteht. Zu Beginn analysieren wir daher gemeinsam mit den Serviceverantwortlichen die bestehenden Abläufe im technischen Service. Dabei identifizieren wir zunächst Medienbrüche, doppelte Datenerfassungen und unklare Verantwortlichkeiten im Prozess.
Im nächsten Schritt wird der gesamte Field Service Prozess gemeinsam strukturiert. Besonders relevant ist dabei eine klare Definition der Datenstruktur von Serviceaufträgen sowie eine saubere Abstimmung zwischen Serviceleitung, Disposition und IT. Erst wenn diese organisatorischen und prozessualen Grundlagen geschaffen sind, kann eine Lösung wie SAP FSM ihr volles Potenzial entfalten und den Servicealltag tatsächlich vereinfachen.
Mehr Transparenz und Effizienz im technischen Service
Ein digitaler Field Service Prozess schafft eine durchgängige Informationsbasis zwischen Innendienst, Disposition und Außendienst. Serviceeinsätze lassen sich besser planen, Technikerinnen und Techniker erhalten vollständige Informationen und die Dokumentation erfolgt ohne Medienbrüche.
In unserer täglichen Beratungs- und Entwicklungspraxis zeigt sich, dass Unternehmen mit klar strukturierten Serviceprozessen nicht nur effizienter arbeiten. Gleichzeitig steigt auch die Transparenz über Servicekosten, Anlagenzustände und zukünftige Wartungsbedarfe.
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