Zu Beginn der Sitzung erhielten die Ausschussmitglieder einen Überblick über die Entwicklungen in der Energieversorgung der Region sowie über wirtschaftliche Risiken und Hemmnisse bei der Umsetzung der Energiewende. Ein zentrales Ergebnis der Diskussion: Nicht fehlender Wille in den Unternehmen, sondern überbordende Bürokratie und fehlende Verlässlichkeit behindern die Umsetzung vieler Projekte – insbesondere in zentralen Transformationsbereichen wie Energie und Infrastruktur.
„Wir stehen grundsätzlich hinter dem Ziel der Energiewende. Wir wollen aber unternehmerische Freiheit. Wir bremsen uns selbst aus und auch unsere Innovationsfähigkeit, da wir uns zu oft fragen müssen: Darf ich das überhaupt?“, betonte der Vorsitzende des Industrieausschusses, Franz Rieger. „Die Politik ist gefordert, klare Rahmenbedingungen zu schaffen, Bürokratie abzubauen und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen. Wir dürfen nicht müde werden, auf Missstände hinzuweisen und sie nicht als selbstverständlich zu akzeptieren.“
Die Diskussionen spiegeln auch die Ergebnisse des Energiewendebarometers des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) wider. Viele Unternehmen sehen derzeit mehr Risiken als Chancen für ihre Wettbewerbsfähigkeit. Besonders hohe Energiepreise, komplexe Regelungen und lange Genehmigungsprozesse wirken sich negativ auf Investitionsentscheidungen aus. Zugleich erkennen die Unternehmen ihre zentrale Rolle für die Erreichung der Klimaneutralität an und stehen grundsätzlich hinter der Energiewende.
Aus Sicht der Ausschussmitglieder besteht beim Abbau bürokratischer Hemmnisse weiterer Handlungsbedarf. In der Sitzung wurde deutlich, dass Unternehmen die Notwendigkeit von Regulierung grundsätzlich anerkennen, sich jedoch eine praxisgerechte, planbare und verlässliche Umsetzung wünschen.
Zum Abschluss erhielten die Teilnehmenden bei einem Besuch der Leitstelle der EnBW ODR AG Einblicke in das Management der Stromnetze, die Versorgungssicherheit und die laufende Netzsteuerung in der Region.