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Pressemitteilung BoxID: 752674 (Industrie- und Handelskammer des Saarlandes)
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Saarkonjunktur: Aufschwung verliert etwas an Kraft

Erneut leichter Rückgang bei Lage- und Erwartungsindikator

(PresseBox) (Saarbrücken, ) Unter dem Einfluss der schwächeren Weltkonjunktur ist die Saarwirtschaft in den Sommermonaten auf einen flacheren Wachstumspfad eingeschwenkt. Das signalisieren die Meldungen der Unternehmen zu ihrer aktuellen Lage und zu den Aussichten für die kommenden sechs Monate. Der IHK-Lageindikator ist im August erneut um 1,3 Punkte gesunken. Mit aktuell 37,2 Zählern liegt er aber nach wie vor auf einem vergleichsweise hohen Niveau – nicht nur mit Blick auf die vergangenen Jahre, sondern auch im Vergleich zum Ifo-Index für ganz Deutschland. Erneut nachgegeben hat auch der IHK-Erwartungsindikator. Nach einem Rückgang um 0,8 Punkte bewegt er sich mit 1,8 Zählern nur noch knapp im positiven Bereich. „Der Aufschwung hat im Sommer leicht an Kraft verloren – im Saarland ebenso wie bundesweit. Es geht nicht mehr so zügig bergauf wie noch in der ersten Jahreshälfte. Bestimmend dafür sind vor allem das nachlassende Wachstumstempo der Weltwirtschaft und hier insbesondere die stockende Konjunktur in China. Das für die Saarindustrie so wichtige Auslandsgeschäft hat entsprechend an Schwung eingebüßt. Dazu trägt auch bei, dass der Euro wieder deutlich über seinen Tiefstständen notiert. Hinzu kommt, dass von der Investitionsnachfrage im Inland kaum Impulse kommen. Allein der private Konsum sorgt derzeit noch für deutlichen Auftrieb – auch dank des erneut gesunkenen Ölpreises, der Kaufkraft für andere Produkte freisetzt. Mit Blick auf die gute Industriekonjunktur im ersten Halbjahr – plus 8,0 Prozent bei den Umsätzen der Saarindustrie – bleiben wir aktuell noch bei unserer Prognose, dass die Saarwirtschaft in diesem Jahr in der Größenordnung von zwei bis 2,5 Prozent wachsen wird.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Volker Giersch die August-Umfrage der IHK Saarland, an der sich rund 300 Unternehmen mit gut 120.000 Beschäftigten beteiligten.

Derzeit bewerten 45 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage mit gut, 47 Prozent mit befriedigend und 8 Prozent mit schlecht. In der strukturprägenden Industrie melden vor allem der Fahrzeugbau, die Keramikindustrie, die Ernährungswirtschaft, die Medizin-, Mess- und Automatisierungstechnik sowie die Gummi- und Kunststoffindustrie gute Geschäfte. Etwas verhaltener aber durchaus noch zufriedenstellend ist die Lage im Maschinenbau, in der Elektroindustrie, bei den Gießereien, im Stahlbau und in der Pharmaindustrie. In der Stahlindustrie drücken weltweite Überkapazitäten auf die Preise. Giersch: „Im gesamten Jahr 2015 dürfte die Saarindustrie erneut stärker zulegen als die Industrie bundesweit. Immerhin lag das Umsatzplus an der Saar im ersten Halbjahr um rund 6 Prozentpunkte über dem Zuwachs im Bund.“

In der Bauwirtschaft bleibt die Geschäftslage trotz leichter Aufwärtstendenzen weiter durchwachsen. Die Gründe dafür sind vor allem die schwache Investitionstätigkeit der öffentlichen Hand und der rückläufige Wohnungsbau. Zufrieden zeigen sich dagegen die Unternehmen aus dem Dienstleistungsbereich. Hier liegen die Meldungen über gute oder befriedigende Geschäfte unverändert bei rund 96 Prozent.

Schwellenländer dämpfen Wachstumsdynamik

In den kommenden Monaten werden die Auftriebskräfte eher gedämpft bleiben. In der Saarwirtschaft rechnen rund 9 Prozent der Unternehmen mit besseren, 83 Prozent mit gleichbleibenden und 8 Prozent mit schlechteren Geschäften. Dabei zeichnen sich für die einzelnen Branchen unterschiedliche Verlaufsmuster ab. Im Handel und in den Dienstleistungsbereichen wird die Nachfrage nicht zuletzt wegen der positiven Arbeitsmarktentwicklung und des erneut gesunkenen Ölpreises weiter zulegen. Die Industrie dürfte dagegen vor dem Horizont der Konjunkturschwäche in den Schwellenländern und vor allem in China nur noch verhalten wachsen. „Wenn die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt strauchelt, dämpft das nicht nur unsere Exporte dorthin, sondern indirekt auch unsere Ausfuhren in jene Länder, die ebenfalls enge Handelsbeziehungen mit China unterhalten. Auf mittlere und lange Sicht werden die Ausfuhren in die Schwellenländer aber weiterhin wichtige Wachstumstreiber für unsere Wirtschaft bleiben“, so Giersch.

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