Die Idee entstand bereits vor mehreren Jahren. Andreas Gödel, Betreiber der AMK Erneuerbare Energie GmbH und selbst Hackschnitzelhändler, baute 2019/2020 gemeinsam mit ENERPIPE das erste kleine Nahwärmenetz in Großweingarten. Damals wurden zunächst gerade einmal 13 Häuser angeschlossen.
Doch das Interesse im Ort war groß. In den folgenden Jahren wurde das Netz Schritt für Schritt erweitert und versorgte schließlich rund 25 Gebäude. Für Gödel war damit klar: Die Nahwärmeversorgung sollte weiter wachsen.
Nun ist der nächste große Schritt geschafft. Außerhalb des Ortes wurde ein neues Heizhaus errichtet und das bestehende Netz mit dem neuen Wärmenetz verbunden. Damit können inzwischen 110 Abnehmer mit Wärme versorgt werden. Auch ein Kindergarten, ein Gasthaus und das Seenland SPA gehören zu den angeschlossenen Gebäuden.
Zwei Heizhäuser arbeiten zusammen
Das ursprüngliche Heizhaus befindet sich mitten im Dorf in einer alten Scheune. Dort steht weiterhin ein 400-kW-Hackschnitzelkessel. Im neuen Heizhaus am Ortsrand wurden zusätzlich zwei Hackschnitzelkessel mit 500 und 800 kW Leistung installiert.
Die beiden Netze wurden miteinander verbunden. So kann auch die vorhandene Technik weiterhin genutzt werden. Gleichzeitig stehen noch Kapazitäten für weitere Anschlüsse zur Verfügung.
Insgesamt wurden für das Projekt rund 5,3 Kilometer Wärmetrasse gebaut. Die Wärme gelangt über das Rohrsystem FibreFLEX zu den angeschlossenen Gebäuden, wo jeweils ein dezentraler Pufferspeicher für einen sicheren und effizienten Betrieb sorgt.
Wärme aus der Region
Die benötigte Energie stammt vollständig aus Hackschnitzeln und damit aus einem regional verfügbaren, erneuerbaren Brennstoff. Für die Bürger bedeutet das eine größere Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und schwankenden Öl- und Gaspreisen.
Rund 2,73 Millionen Kilowattstunden Wärme werden mit dem Wärmenetz erzeugt. Nach den Projektberechnungen können dadurch jährlich rund 341.000 Liter Heizöl eingespart werden. Gleichzeitig wird der CO₂-Ausstoß um rund 819 Tonnen reduziert.
Für Andreas Gödel ist das Projekt auch deshalb etwas Besonderes, weil es über Jahre gewachsen ist. Aus einer kleinen Idee für einige wenige Häuser ist ein Wärmenetz entstanden, das heute einen großen Teil des Ortes versorgt.
„Unser Ziel war es, Großweingarten Schritt für Schritt mit regionaler und erneuerbarer Energie zu versorgen“, so Gödel.
Digitale Überwachung sorgt für Sicherheit
Für einen zuverlässigen Betrieb sorgt zusätzlich die digitale Überwachung des Wärmenetzes. Mit der von ENERPIPE eingesetzten Lösung E-Control Plus können wichtige Betriebsdaten laufend kontrolliert werden.
Auch ENERPIPE-Projektbetreuer Philipp Unöder war von der Planung bis zur Umsetzung eng in das Projekt eingebunden. Bei Auffälligkeiten können die Betriebsdaten aus der Ferne eingesehen und notwendige Anpassungen vorgenommen werden.
Damit ist Großweingarten für die Zukunft gut aufgestellt. Das Wärmenetz kann weiter wachsen und noch mehr Bürger können künftig von der Wärme aus heimischen Hölzern profitieren. Wärmewende und Klimaschutz sind in Großweingarten angekommen.
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