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HPV-Test bewährt sich als Risikomarker

Neue Erfahrungsberichte

(PresseBox) (Stralsund, ) Die HPV-Diagnostik kann sinnvoll und effektiv in die Früherkennungsmaßnahmen gegen Gebärmutterhalskrebs integriert werden. Dies zeigen neue Daten aus einem deutschen Pilotprojekt und aus Studien in den Niederlanden. Während eines Symposiums der Digene Deutschland GmbH anlässlich der 19. Jahrestagung der AG Zervixpathologie und Kolposkopie in Stralsund diskutierten Referenten und Teilnehmer die Erfahrungsberichte aus zwei laufenden Projekten zur Zervixkarzinom-Vorsorge. Eine weitere Fragestellung in diesem Zusammenhang war: Kann man mit gezielten Maßnahmen die Teilnahmerate der Frauen an der jährlichen gynäkologischen Vorsorge insgesamt steigern und damit die Inzidenz des Zervixkazinoms weiter senken?

Beispielhaft für eine effektive Integration des HPV-Tests stellte Professor Dr. med. Karl Ulrich Petry, Chefarzt der Frauenklinik im Klinikum der Stadt Wolfsburg, den ersten Erfahrungsbericht nach 18-monatiger Laufzeit des Wolfsburger Modells vor und zog eine positive Zwischenbilanz. Die Zufriedenheit der teilnehmenden Praxen, der Versicherten und der Kliniken ist hoch. Bisher haben 12.722 Frauen ab 30 Jahren an dem Projekt teilgenommen. Die Teilnahmerate im Stadtgebiet Wolfsburg lag nach zwölf Monaten mit 54,2 Prozent und nach 16 Monaten mit 60,1 Prozenten über den Werten der konventionellen Vorsorge (rund 48 Prozent) in Deutschland.

Alle Teilnehmerinnen erhalten neben dem konventionellen Pap-Abstrich einen HPV-Test. Bei negativen Befunden erfolgen weiter die jährlichen gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen, u. a. zur Brustkrebsfrüherkennung. Die Abstriche zur Gebärmutterhalskrebsfrüherkennung werden jedoch erst nach fünf Jahren wiederholt.

HPV-Test bewährt sich erneut als Risikomarker
127 Frauen (1 Prozent) wurden nach der Erstuntersuchung bisher zur Kolposkopie überwiesen. Das höchste Risiko ergab sich hier mit einer Erkrankungsrate von 48 Prozent bei Frauen mit positivem HPV-Test und auffälligem zytologischem Befund (>/= Pap IIw), verglichen mit 3,9 Prozent bei positivem HPV-Test und negativem Pap-Befund und bisher keinerlei Risiko (0,0 Prozent) bei negativem HPV-Test. Zwei Frauen waren an einem invasiven Karzinom, 41 an hochgradigen Krebsvorstufen (CIN 3) erkrankt. Bemerkenswert hoch ist die Entdeckung von 4 hochgradigen Vorstufen des Adenokarzinoms, die von der konventionellen Vorsorge mit alleinigem Pap-Abstrich nur sehr schwer zu erfassen sind.

Ergebnisse niederländischer Studien zur Früherkennung von
Gebärmutterhalskrebs

Prof. Peter Snijders vom Medizinischen Zentrum der Freien Universität Amsterdam stellte während des Symposiums eine Ergebnisübersicht aus den Studien POBASCAM I+II (Population based screening Amsterdam), vor. In der ersten Studienphase wurde die Effektivität einer HR-HPV-Testung als zusätzliche Maßnahme bei 44.102 Frauen geprüft. Dabei wurde die Zahl der mittels alleiniger zytologischer Untersuchung oder mittels der Kombination von zytologischer Untersuchung und HR-HPV-Test erkannten CIN 2+-Läsionen verglichen.1 Die Zwischenanalysen der ersten 18 Monate der Nachbeobachtung verdeutlichten, dass die HPV-Testung auf CIN 2+-Läsionen den zytologischen Untersuchungen im Hinblick auf die Sensitivität und den negativen prädiktiven Wert überlegen ist.2

Die Analyse von ca. 17.000 Frauen, die bisher die zweite Runde der Früherkennungsuntersuchung (nach 5 Jahren) im Rahmen der POBASCAM-Studie erreichten, ergab, dass die Zahl der durch die Testkombination nachgewiesenen CIN 2+-Läsionen höher war als mit alleinigem Pap-Abstrich. Die Studienautoren folgern, dass demzufolge HR-HPV-Tests zu einer früheren Erkennung von klinisch relevanten CIN 2+-Läsionen führen und eine Verlängerung der Abstände zwischen den Früherkennungsuntersuchungen angezeigt ist.

Erhöhung der Teilnehmerrate durch HR-HPV-Selbsttests
Zur Verbesserung der Teilnahmerate erhielten 2.546 Frauen, die nicht an den Früherkennungsuntersuchungen teilgenommen hatten, das Angebot, die Vaginalabstriche zu Hause selbst vorzunehmen und zur Durchführung des HR-HPV-Tests an ein Labor zu senden. Weitere 284 Frauen, wurden stattdessen erneut zu einer zytologischen Untersuchung gebeten (Kontrollgruppe).3

In der Gruppe, die einen Selbstabstrich durchführte, war die Resonanz auf das Angebot mit 34,2 Prozent größer als in der Kontrollgruppe (17,6 Prozent). Bei den HR-HPV-positiven Frauen, die einen Selbstabstrich durchführten, war die Wahrscheinlichkeit einer früheren Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen geringer als bei Frauen, die daran teilgenommen hatten. Die Zahl der nachgewiesenen CIN 2+-Läsionen war bei Frauen, die einen Selbstabstrich durchführten, höher als bei den Teilnehmerinnen an den Früherkennungsuntersuchungen.

Fazit der Studienautoren: Das Selbstabstrich-Angebot zur Durchführung von HR-HPV-Tests ist eine gute Zusatzmaßnahme um auch die Frauen zu erreichen, die nicht an der Früherkennungsuntersuchung teilnehmen. Auf der Grundlage der bisher erhobenen Daten ist es wahrscheinlich, dass in den Niederlanden innerhalb der kommenden Jahre der Test auf HR-HPV als Bestandteil von organisierten Programmen zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs eingeführt wird.

Literatur:

1Bulkmans NW et al., POBASCAM, a population-based randomized controlled trial for implementation of high-risk HPV testing in cervical screening: design, methods and baseline data of 44,102 women, Int. J. Cancer 2004; 110: 94-101
2Bulk S et al., Risk of high-grade cervical intra-epithelial neoplasia based on cytology and high-risk HPV testing at baseline and at 6-months, Int. J. Cancer 2007; 121: 361-367
3Bais AG et al., HPV testing on self-sampled vaginal specimens: an effective alternative for non-responders of the cervical screening programme, Int. J. Cancer 2007; 120: 1505-1510

Die Abstracts der Vorträge und weitere Informationen sind im Internet abrufbar unter: www.digene.de, Rubriken „Aktuelles“ und „Presse“