Der Ex-Astronaut ist überzeugt, dass im kommenden Jahrzehnt Europäer auf dem Mond stehen können

Der Berater des ESA-Generalsekretärs erklärt zudem, weshalb die Rückkehr des Menschen zum Mond auch aus wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Gründen überfällig ist

(PresseBox) ( Bremen, )
Thomas Reiter, Ex-Astronaut und Berater des ESA-Generalsekretärs Jan Wörner, geht davon aus, dass im kommenden Jahrzehnt auch Astronauten aus Europa ihre Fußabdrücke auf dem Mond hinterlassen werden. „Ich halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass auch ein Europäer mal auf dem Mond stehen wird. Das wäre mein Wunsch und ich glaube, dass das in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts möglich ist“, sagte Reiter vor dem Hintergrund des anstehenden 50-Jahr-Jubiläums der ersten Mondlandung in einem Interview mit ohb.de. Reiter ist mit 350 Tagen Aufenthaltsdauer im All nach Alexander Gerst der Europäer, der die längste Zeit im Weltraum verbracht hat.

Eine Bedingung sei jedoch, dass Menschen die Voraussetzungen schafften, um überhaupt länger auf dem Mond bleiben zu können. Mit den heutigen Möglichkeiten des Transports sei es schwer vorstellbar, Ressourcen vom Mond zur Erde zu bringen. Wahrscheinlicher sei es, die Ressourcen vor Ort zu nutzen. „Nehmen Sie als Beispiel Wasser“, sagt Reiter. „Würde man auf dem Mond welches finden und könnte es zur Selbstversorgung nutzen, dann könnte der Mensch länger auf der Oberfläche bleiben. Wir sollten deshalb zuerst zu den Polregionen fliegen, um diese Vorort-Anwendungen durchzuführen.“ Bis aber Wasser zur Selbstversorgung erzeugt werden könne, seien noch einige technologische Schritte erforderlich. „Diesen Nachweis müssen wir aber unbedingt zuerst schaffen, bevor wir uns damit beschäftigen, Menschen in der zweiten Hälfte des nächsten Jahrzehnts auf die Mondoberfläche zu bringen.“

Ob sich der Traum von der Landung eines Europäers auf dem Erdtrabanten erfüllen wird, werde mit der Rolle zusammenhängen, die Europa bereit sei, bei diesen Aktivitäten einzunehmen, sagte Reiter. „Mit dem Servicemodul für Orion und möglichen Elementen für die Lunar Orbital Platform haben wir zumindest die Möglichkeit, uns einen Sitzplatz zu ergattern“, ergänzte der Deutsche. „Er ist die Voraussetzung dafür, dass künftig eine Astronautin oder ein Astronaut aus Europa auf dem Mond gelangen kann“ Diese Lunar Orbital Platform diene dazu, Menschen von dort auf die Oberfläche abzusetzen. Das zeige auch, dass das Projekt Mond heute langfristiger und nachhaltiger angelegt sei als Anfang der 70er Jahre. Wenn Europa sich hierbei einbringen könne, so Reiter, halte er es für sehr wahrscheinlich, dass eine Beteiligung an einer bemannten Mondmission für Europa möglich sei.
Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien.
Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@pressebox.de.