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Pressemitteilung BoxID: 253400 (Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V.)
  • Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V.
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Fraunhofer auf der Hannover Messe - 60 Jahre im Auftrag der Zukunft

Hannover Messe

(PresseBox) (München, ) In diesem Jahr feiert die Fraunhofer-Gesellschaft ihr 60-jähriges Bestehen. Die Innovationskraft von Fraunhofer, gepaart mit gezielter Vermarktung, ist ein wichtiger Baustein für viele neue Produkte. Auf sechs Gemeinschaftsständen und mit zahlreichen Einzelbeteiligungen präsentieren über 35 Fraunhofer-Einrichtungen bei der diesjährigen Hannover-Messe vom 20. bis 24. April neue Technologien.

Menschen brauchen Gesundheit, Mobilität, Umwelt, Sicherheit, Kommunikation und Energie. Fraunhofer-Wissenschaftler suchen nach innovativen Lösungen in diesen Themenfeldern. Im Mittelpunkt stehen dabei die Menschen mit ihren Bedürfnissen und Wünschen: Welche Produkte, Technologien und Verfahren machen das Leben gesünder, sicherer und lebenswerter? Im Fraunhofer-Truck in Halle 2, Stand D22, erfahren Sie, welche konkreten Anwendungen bald in unseren Alltag einziehen können. Sie erleben außerdem, wie neue Technologien schon heute und in Zukunft dazu beitragen, Energie und Ressourcen so effizient wie möglich zu nutzen: Ressourcen-schonende Produktionsverfahren - etwa mit Hilfe neuer Materialien - gehören ebenso dazu wie die effiziente Nutzung von Energie.

Am Fraunhofer-Gemeinschaftsstand Adaptronik in Halle 2, Stand D34, zeigen Wissenschaftler, wie Schwingungen und Lärm aktiv bekämpft werden können. Denn viele Maschinen und Geräte vibrieren, schwingen und dröhnen. Technische Performance, Präzision und die Menschen leiden darunter. Um hier Abhilfe zu schaffen, sorgen Forscher dafür, dass mechanische Störungen sich deutlich weniger stark ausbreiten können, Bauteile weniger schwingen oder weniger Schall abstrahlen. Ein Beispiel ist ein adaptronisches Lager: Es isoliert die Vibrationen eines Klimakompressors, der auf der Fahrerkabine einer Straßenbahn untergebracht ist. Für den Fahrer bedeutet das: weniger Lärm - und damit weniger Stress. Er kann entspannter und konzentrierter arbeiten. Besonders wichtig ist den Experten, kosteneffiziente und zuverlässige Lösungen anzubieten. Ziel ist es, die Technik stärker nutzbar zu machen.

Am Gemeinschaftsstand Energie in Halle 13, Stand E20, zeigen Forscher das Konzept einer neuen Biogasanlage: Statt mit Lebensmittel-Rohstoffen wird sie nur mit Reststoffen betrieben - etwa Abfällen aus Maisstroh. Reststoffe werden so zu Wertstoffen. Die Anlage erzeugt 30 Prozent mehr Biogas als bisherige - und das dreimal so schnell. Eine Brennstoffzelle verstromt das Biogas mit hohem Wirkungsgrad. Eine Pilotanlage mit 1,5 Kilowatt elektrischer Leistung haben die Forscher bereits realisiert - ausreichend für den Eigenheimbedarf. In einem nächsten Schritt wollen die Wissenschaftler die Anlage auf zwei Megawatt hochskalieren. Ein weiterer großer Bereich ist das Thema E-Energy, auch Internet der Energie genannt. Ein intelligentes Stromnetz soll künftig Erzeuger und Verbraucher enger verknüpfen - so lässt sich Energie sparen. Dazu kommen Energiespeicher für Wind und Sonnenenergie. Unter dem Stichwort Elektromobilität arbeiten die Wissenschaftler an elektrischer Energie- und Antriebstechnik sowie an elektrischen Energiespeichern und der Netzintegration.

Die Windkraft steht am Gemeinschaftsstand in Halle 27, Stand G20, im Mittelpunkt. Anlagenbauer, Produktionstechniker, Entwickler von zerstörungsfreien Prüfverfahren und Mathematiker, die die Stromausbeute simulieren, arbeiten in interdisziplinären Teams daran, den gesamten Lebenszyklus einer Windkraftanlage zu erfassen und zu optimieren. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf den verschiedenen Prüfverfahren - etwa der Infrarot-Thermographie. Mit dieser Technik lassen sich Materialfehler wie Lufteinschlüsse schnell und kostengünstig aufspüren. Die Wissenschaftler zeigen ihre Technik an einem Rotorblattabschnitt, in den sie einige typische Fehler eingebaut haben. Forscher des neuen Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES haben sich auf überdimensionale Materialtests spezialisiert. Um Rotorblätter untersuchen zu können, wurde eine 85 Meter lange und 25 Meter hohe Halle eingerichtet - eine der größten Prüfeinrichtungen der Welt.

Auch bei der Oberflächentechnik können die Forscher mit neuen Ergebnissen aufwarten: Am Gemeinschaftsstand in Halle 6, Stand F48, zeigen sie an einem Auto, wie vielseitig und praktisch Oberflächenbeschichtung sein kann. Die neuen Oberflächen sind kratzfest, sauber, weniger korrosionsanfällig und bieten blendfreie Sicht. Weitere Schwerpunkte sind tribologische Beschichtungen auf Bauteilen und Werkzeugen, Mikro- und Sensortechnik, Simulation in der Schicht- und Prozessentwicklung sowie die Photokatalyse.

Simulation in der Produkt- und Prozessentwicklung steht im Mittelpunkt des Fraunhofer-Gemeinschaftsstandes Simulation in Halle 17, Stand D60. Moderne Superrechner simulieren Produkte und Herstellungsverfahren heute in Minuten. Reale Tests - etwa Crashtests - reduzieren sich auf ein Minimum. Das spart Kosten, und die Produktentwicklungszeiten verkürzen sich. Die Forscher stellen hier eine Software vor, die die Montagewege bei der Produktion simuliert und die erstmals auch die Biegsamkeit von Bauteilen berücksichtigt. So können die Mitarbeiter Bauteile, die bis dato nur als CAD-Daten existieren, bereits virtuell in ein neues Automodell montieren. Ein weiteres Beispiel ist ProDaMi. Datenexperten entwickeln in diesem Projekt Methoden, mit denen sich Fehler in Produktionsanlagen zielgenau diagnostizieren lassen. So können etwa Komponentenausfälle vorausschauend erkannt und behoben werden.

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