PresseBox
Pressemitteilung BoxID: 596857 (Bundesverband Bioenergie e.V.)
  • Bundesverband Bioenergie e.V.
  • Godesberger Allee 142-148
  • 53175 Bonn
  • http://www.bioenergie.de

Bioenergie für die Energiewende unverzichtbar!

(PresseBox) (Bonn, ) Im Rahmen seines Parlamentarischen Abends am 15.05.2013 in der Botschaft von Ungarn in Berlin verdeutlichte der Bundesverband BioEnergie, dass nicht nur der Bundestag im September zur Wahl stehe, sondern auch die Art der zukünftigen Energieversorgung. Die Bioenergie sei dabei eine sehr gute Wahl. Bereits in 2012 hatte die Bioenergie einen Marktanteil in Höhe von 8,3 % am bundesdeutschen Endenergieverbrauch, davon 6,9 % Marktanteil am bundesdeutschen Bruttostromverbrauch, 9,5 % Marktanteil am bundesdeutschen Wärmeverbrauch und 5,5 % Marktanteil am bundesdeutschen Kraftstoffverbrauch. Als Multitalent für eine nachhaltige und effiziente Strom-, Wärme- und Kraftstofferzeugung stelle sich die Bioenergiebranche auch zukünftig der Herausforderung, bis 2030 mit einem Marktanteil von mindestens 15 % eine tragende und unverzichtbare Säule im Energiemix der Zukunft einzunehmen. Für die anstehende Bundestagswahl und die neue Legislaturperiode erwartet der BBE daher ein klares Bekenntnis der Politik zur Bioenergie und ein Festhalten an den Ausbauzielen. Hierzu seien in allen Bioenergie-Marktsegmenten verlässliche und angepasste Rahmenbedingungen notwendig, die ein nachhaltiges Marktwachstum und vor allem Investitionssicherheit garantieren.

Im Strommarkt müsse die Bioenergie auf Grund ihrer Flexibilität und Speicherbarkeit künftig eine neue Rolle einnehmen: Strom aus Biogasanlagen und Biomasseheizkraftwerken könne zukünftig die Stabilität einer erneuerbaren Stromversorgung sichern. Bei weiter wachsenden Anteilen von Strom aus Wind- und Solarenergie bestehe die Rolle der Bioenergie vor allem darin, die fluktuierende Einspeisung auszugleichen und das Netz stabil zu halten. Der Biomasse-Strom sollte vorrangig in Kopplung mit der Wärmeerzeugung und damit verbrauchernah erzeugt werden sowie Netzsicherheit, Regelenergie, Bedarfsgerechtigkeit und auch gesicherte Kapazität liefern. Dafür seien im EEG 2.0 Vergütungs- und Finanzierungsmodelle notwendig, die diese Investitionen anreizen und absichern.

Eine Energiewende im Wärmemarkt sei leider in der abgelaufenen Legislaturperiode nicht festzustellen gewesen, kritisiert der BBE. Als Gründe seien hier insbesondere die nicht stattgefundene Novellierung des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes (EEWärmeG) und das zwischen Bund und Länder gescheiterte Steuerabschreibungsmodell für innovative erneuerbare Heizsysteme zu nennen. In der neuen Legislaturperiode und im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung müssten daher ambitionierte Ziele sowie verbindliche Vereinbarungen und Maßnahmen zum Ausbau des erneuerbaren Wärmemarktes ein energiepolitischer Schwerpunkt werden, fordert der BBE. Eine innovative Biowärmenutzung diene dabei dem Klimaschutz und der Energiewende gleichermaßen: Emissionsarme Holzpelletskessel und Biomassekleinfeuerungsanlagen böten zum einen gebäudebezogene Einzellösungen, zum anderen könnten leitungsgebundene Nah- und Fernwärme-Versorgungen mit hocheffizienten Biomasseheizkraftwerken neben Wärme auch bedarfsgerecht Strom produzieren.

Der Modernisierungsstau in bundesdeutschen Heizungskellern könne durch einen Austausch von alten, ineffizienten Heizsystemen durch diese innovativen Versorgungssysteme aufgelöst werden. Der BBE erwarte daher in der neuen Legislaturperiode zusätzliche politische Maßnahmen und Anstrengungen im Wärmemarkt, so z.B. eine zügige Novellierung des EEWärmeG, einen neuen Anlauf für ein Steuerabschreibungsmodell für erneuerbare Heizungssysteme sowie eine Fortführung und Absicherung des MAP-Investitionsförderprogramms.

Auch der Biokraftstoffmarkt stagniere. Biokraftstoffe seien jedoch ein unverzichtbarer Bestandteil einer nachhaltigen Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie, die Energiewende müsse auch den Verkehrsbereich einbeziehen und Biokraftstoffe hier als verfügbare Option für eine nachhaltige Mobilität nutzen. Eine Marktperspektive mit nachhaltigen und effizienten Ausbauzielen für Biokraftstoffe müsse daher im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung wieder verbindlich verankert werden. Der BBE wendet sich in diesem Zusammenhang erneut vehement gegen die Pläne der Europäischen Kommission vom Oktober 2012, die einen faktischen Stopp der Nutzung von Biokraftstoffen bedeuten würden, und erwartet diesbezüglich Unterstützung der bundesdeutschen Politik. So dürfe es keine Benachteiligung "konventioneller Biokraftstoffe" auf Basis nachwachsender Rohstoffe wie z.B. Biodiesel, Bioethanol und Biomethan geben. Eine überzogene Bevorteilung von Rest- und Abfallstoffen durch eine doppelte oder gar vierfache Anrechnung sei klar abzulehnen. Ebenso wende sich der BBE entschieden gegen die Einführung eines iLUC-Faktors (Emissionsfaktor für indirekte Landnutzungsänderungen in Drittländern, z.B. Regenwaldrodung) als Zuschlag auf die hiesige Landnutzung. Um indirekte Klimabelastungen durch illegale Waldrodungen etc. wirksam zu verhindern seien nationale Schutzmaßnahmen in den Drittländern bzw. internationale Abkommen über nachhaltige Biomasse-Importe erforderlich.

Bundesverband Bioenergie e.V.

Der Bundesverband BioEnergie e.V. (BBE) wurde 1998 als Initiative der am Bioenergiemarkt tätigen Unternehmen und Institutionen gegründet, um mit Hilfe einer Bündelung der verschiedenen Partikularinteressen die Marktentwicklung biogener Energieanwendungen in Deutschland zu forcieren. Zu seinen Mitgliedern zählen Verbände, Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus den Bereichen der festen, flüssigen und gasförmigen Bioenergieanwendungen, von der Rohstoffseite über den Anlagenbau und Anlagenbetreibern bis hin zu Planungsbüros und weiteren relevanten Dienstleistern.