Über unterschätzte Risiken durch Erpressungstrojaner & Co.: Wanna cry?

Oberursel, (PresseBox) - Nicht erst die jüngste und dabei im wahrsten Sinne des Wortes grenzenlose Cyberattacke mittels tückischer Ransomware („Lösegelderpressung“), von der nach vorläufigen Europol-Angaben rund 200.000 Computersysteme in mehr als 150 Ländern betroffen sind, bohrt den Finger einmal mehr in eine zutiefst offene Wunde und macht schmerzlich bewusst: Auch wenn die jüngste Attacke der Schadsoftware namens „Wanna decryptor“ – eine modifizierte Variante seiner berüchtigten Vorgängerversion „Wanna cry“ – glücklicherweise keine größeren Schäden anrichten konnte, so darf getrost auf neuerliche digitale Erpressungsversuche und Datenklauaktionen in großem Stile gewettet werden.

Um dem weltweiten Wettbewerb Paroli bieten zu können, sind heutzutage die Nutzung moderner IT zur Bewältigung von betriebswirtschaftlichen und logistischen Geschäftsprozessen in Unternehmen sowie der Anschluss an das Internet unabdingbare Voraussetzungen. Die mithin komplett computerbasierte Arbeitswelt und seine engmaschige Digitalvernetzung bieten dabei leider stets auch erstklassige Angriffsflächen für Cyber-Kriminelle. Bedauerlicherweise geht das Gros dieser Hackerszene mittlerweile hochprofessionell vor und man sieht sich im Kampf gegen Cybercrime topausgebildeten und international operierenden Banden gegenüber.

Der Super-Gau für Unternehmen: In den Medien tauchen immer wieder namhafte Großkonzerne auf, die Opfer von Cybercrime geworden sind und deren Aktienkurse daraufhin mitunter dramatisch einbrechen. Wir alle kennen sie. Dabei sind sie nur die Spitze des Eisbergs, es trifft bekanntermaßen weit mehr Opfer, nur wird nicht öffentlichkeitswirksam über sie berichtet. Was in Teilen der typischen Unternehmerschaft indes bald in weiteres, konkret greifbares Unbehagen münden dürfte: Die EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO), die ab 2018 greift, wird dem Schutz der Privatsphäre mehr Gewicht zubilligen. So können etwa Kunden oder Beschäftigte, deren Daten von Angreifern gestohlen wurden, künftig deutlich höhere Ansprüche gegen Unternehmen wegen mangelhafter Sicherheitsvorkehrungen stellen. Ludger Arnoldussen, Vorstand des Rückversicherers Munich Re bringt die Problemlage für Unternehmen rund um Cybercrime unverblümt auf den Punkt: „Das Risiko eines Cyberangriffs ist für viele Unternehmen inzwischen existenzieller als klassische Risiken wie etwa ein Feuer in einer Lagerhalle“. Triftige Gründe finden sich demzufolge zur Genüge, damit sich aufgrund dessen das Thema Cybersicherheit/e-Crime nun endlich vom eher diffusen Schreckensgespenst zu einem allgegenwärtigen Risikothema ersten Ranges für Unternehmen und uns alle wandelt. Insofern ist offensive Aufklärung und die verstärkte Implementierung geeigneter Schutzmaßnahmen unbedingt und konsequent voranzutreiben. Dazu gehören moderne Sicherheitstechnologien ebenso wie entsprechender Versicherungsschutz und eine ständig aktualisierte Aufklärungsarbeit.

Erkenntnislage zu Gefahrenpotenzial spricht Bände: Bereits ein erster nüchterner Blick auf nackte Zahlen offenbart die Dringlichkeit. So hatte etwa das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in 2015 eine vielbeachtete Studie veröffentlicht, in der die Wissenschaftler auf etwa 14,7 Millionen Fälle von Cyberkriminalität pro Jahr kommen. In diesem Zusammenhang geht der IT-Branchenverband Bitkom weiter davon aus, dass Datendiebstahl und die damit zusammenhängende Wirtschaftsspionage und -sabotage die deutsche Wirtschaft jährlich über 22 Milliarden Euro kosten. Ins Visier gerät dabei schon mehr als jedes zweite deutsche Unternehmen: 56 Prozent von ihnen haben laut Spezialversicherer Hiscox 2016 einen Cyberangriff festgestellt. Mit ähnlich bedenklichen Zahlen wartet die KPMG-Studie „Wirtschaftskriminalität in Deutschland 2016“ auf: 24 Prozent der befragten Firmen klagen über Datendiebstahl oder -missbrauch. Produktionsausfälle, Datenverlust und Industriespionage stellen demzufolge nicht mehr nur für Großunternehmen sondern gerade auch für Kleinbetriebe und Mittelständler (KMU) eine ernste Bedrohung dar. Bereits mehr als jedes vierte Unternehmen in diesem Segment (28 Prozent) hat hierzulande spürbar finanzielle oder materielle Schäden durch Cyber-Angriffe erlitten. Das belegt eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Offenes Terrain für Versicherungsmakler: Um sich gegen die wachsenden Risiken im IT-Bereich abzusichern, lautet das Gebot der Stunde, dass Unternehmen auf Cyber-Policen setzen müssen. Die schlechte Nachricht vorweg: Bei den Abschlüssen fristet das Thema aktuell ein beschauliches Nischendasein. Ein erster Grund: Viele Kunden müssten erst das mitunter enorme Risikopotenzial für sich verstehen lernen, bevor sie eine derartige Versicherung abschließen. Ein weiterer Grund: Für die geringe Verbreitung dieser Produkte stehen sicher die bislang fehlende Standardisierung und der hohe Aufwand für jeden einzelnen Vertrag mit in der Verantwortung. Die gute Nachricht – gerade für Versicherungsmakler – gleich hinterher: Damit sich künftig mehr Unternehmen vor den wachsenden Cyberrisiken schützen können, hat der GDV kürzlich ein erstes Deckungskonzept für eine Standard-Cyberpolice entwickelt. Sie soll künftig im Besonderen kleine und mittlere Unternehmen mit einem Umsatz von bis zu 50 Millionen Euro ansprechen. Und hier steckt viel Potenzial: So beziffert allein der Branchenprimus Allianz, dass bis 2018 ein voraussichtliches Prämienvolumen von mindestens 700 Mio. Euro besteht. Zum Vergleich: In 2012 waren erst ca. 5 Prozent der Unternehmen – dabei fast nur Großunternehmen – hierzulande mit einem Prämienaufkommen von rund 50 Mio. Euro versichert. Die Experten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG schätzen darüber hinaus, dass bis 2036 das Prämienvolumen in Deutschland auf bis zu 20 Milliarden Euro steigen dürfte. Daneben kann sich die Vermittlerlandschaft gewiss sein, dass sich mit jedem neuen Cyberangriff, der publik wird, die Aufmerksamkeit für das Thema weiter sensibilisiert. Insofern wird im Zuge dessen auch unternehmerseitig die Einsicht reifen, sich gebührend mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Und dafür braucht es den Versicherungsmakler als unabhängigen Beratungsprofi mit dahinterstehender Fachexpertise.

Im Fazit: Ohne Zweifel werden Cyberversicherungen hierzulande eine eigenständige, äußerst nachgefragte Produktkategorie mit hervorragendem Vermittlungspotenzial. SO GESEHEN sind gerade auch Versicherungsmakler aufgerufen, die Chance zu nutzen. Ihr Vorteil: Diese Produkte sind für Unternehmen mitunter noch schwer greifbar und deshalb entsprechend beratungsbedürftig. Es gilt an dieser Stelle, im Sinne des Kunden Strategien an der Hand zu haben, um die komplexen Produkte verständlich zu erklären und so eine hohe Kundenzufriedenheit zu erzielen. Erstklassig aufgestellte Maklerpools wie BCA unterstützen dabei Ihre Maklerpartner neben offensiv begleiteter Themensensibilisierung zuvorderst mit ausgewiesener Fachexpertise zum Thema Cyber.

BCA AG

Die 1985 gegründete BCA AG mit Sitz in Oberursel im Taunus ist einer der größten Maklerpools in Deutschland. Dem Maklerpool sind derzeit rund 9.500 unabhängige Finanzdienstleisterinnen und Finanzdienstleister angeschlossen. Ihnen bietet die BCA AG einen umfassenden Service, der alles beinhaltet, was freie Finanzvermittler für ihre tägliche Arbeit benötigen. Dazu zählen unter anderem eine umfassende Vertriebs- und Organisationsunterstützung sowie die elektronische Beratungs- und Abwicklungsplattform BCA Business plus. Im Investmentbereich können die freien Finanzvermittler bei der BCA auf über 8.000 Investmentfonds zugreifen. Dazu stellt die BCA AG umfassende Informationen wie Kapitalmarktanalysen, Researchmaterial zu einzelnen Fonds und die BCA Top- Fonds-Listen zur Verfügung. Außerdem unterstützt die BCA die unabhängigen Finanzdienstleisterinnen und Finanzdienstleister mit Tools zum Fondsvergleich und zur Portfoliooptimierung. Im Versicherungsbereich bedient die BCA AG alle Sparten von der Standardversicherung für den Haushalt, über die betriebliche Altersvorsorge bis hin zu umfassenden Deckungskonzepten im Bereich Gewerbeversicherung. Zudem bietet das Unternehmen ein eigenes Deckungskonzept für die Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung für Vermittler an. Der Konzernumsatz der BCA AG betrug im Geschäftsjahr 2014 rund 48,7 Millionen Euro, das Eigenkapital lag bei 5,6 Millionen Euro. Zur BCA-Gruppe gehören zudem die Wertpapierhandelsbank BfV Bank für Vermögen AG, die mit einem flexiblen Haftungsdachkonzept und der hauseigenen Fondsvermögensverwaltung Private Investing ausgestattet ist, sowie die Carat Fonds Service AG.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

Weitere Informationen zum Thema "Sicherheit":

Nur Safety plus Security macht Prozessanlagen sicher

Nach ei­ner IBM-Stu­die ist die Wahr­schein­lich­keit ei­nes Cy­ber­an­griffs bei Pro­duk­ti­ons­an­la­gen höh­er als in der "Fi­nan­z­in­du­s­trie". Der Bei­trag soll zei­gen, dass nur ei­ne Lö­sung, die Funk­ti­ons- und IT-Si­cher­heit kom­bi­niert, Un­ter­neh­men in der Öl- und Gas­in­du­s­trie ein Höchst­maß an Ge­samt­si­cher­heit er­mög­licht.

Weiterlesen

News abonnieren

Mit dem Aboservice der PresseBox, erhalten Sie tagesaktuell und zu einer gewünschten Zeit, relevante Presseinformationen aus Themengebieten, die für Sie interessant sind. Für die Zusendung der gewünschten Pressemeldungen, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse ein.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Vielen Dank! Sie erhalten in Kürze eine Bestätigungsemail.


Ich möchte die kostenlose Pressemail abonnieren und habe die Bedingungen hierzu gelesen und akzeptiert.