Potenziale besser ausschöpfen! - Die Ärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe beziehen Position zur Digitalisierung im Gesundheitswesen

Hintergrundgespräch mit Frau Prof. Dr. Susanne Schwalen (Ärztekammer Nordrhein)

(PresseBox) (Bochum, ) Die Ärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe haben ein gemeinsames Positionspapier zur Digitalisierung im Gesundheitswesen herausgegeben, in dem sie Anforderungen an die Entwicklung und Nutzung digitaler Anwendungen aus Sicht der Ärzteschaft formulieren.

Lesen Sie im Folgenden das Hintergrundgespräch der ZTG GmbH mit Frau Prof. Dr. med. Susanne Schwalen (Geschäftsführende Ärztin der Ärztekammer Nordrhein). Bereits am 11. April 2017 wurde ein Hintergrundgespräch mit Herrn Dr. Michael Schwarzenau (Hauptgeschäftsführer der Ärztekammer Westfalen-Lippe) veröffentlicht.

ZTG-Inside – Hintergrundgespräch zum gemeinsamen Positionspapier von ÄKNO und ÄKWL:

Frau Prof. Dr. med. Susanne Schwalen, Geschäftsführende Ärztin der Ärztekammer Nordrhein, Mitglied im Forum Telemedizin


ZTG: „Im Positionspapier definieren Sie den Wunsch der Patientinnen und Patienten nach Mitbestimmung als Treiber der Digitalisierung. Außerdem reklamieren Sie für die nordrhein-westfälische Ärzteschaft, den Patientinnen und Patienten die Chancen und Risiken digitaler Anwendungen aufzuzeigen. Wie sollen die Ärztinnen und Ärzte auf diese Rolle vorbereitet werden?“

Schwalen: „Das ist eine Aufgabe für Aus-, Fort- und Weiterbildung. Darüber hinaus informieren unsere ärztlichen Medien laufend über aktuelle Entwicklungen."

ZTG: „Nutzerinnen- und Nutzerorientierung ist ein zentrales Element der in NRW-geförderten Telematik- und Telemedizin-Projekte und damit auch einer der Arbeitsschwerpunkte des ZTG. Welche Aspekte sehen Sie als besonders wichtig an, wenn es darum geht, Akzeptanz bei den Anwenderinnen und Anwendern – sagen wir bei der Ärzteschaft sowie bei Patientinnen und Patienten – zu schaffen?“

Schwalen: „Akzeptanz bei den Patientinnen und Patienten lässt sich schaffen durch die strikte Wahrung des Arztgeheimnisses und die Freiwilligkeit der Anwendungen. Für die Ärztinnen und Ärzte in Klinik und Praxis ist die Alltagstauglichkeit von großer Bedeutung. Die elektronischen Anwendungen sollen helfen, die Organisationsabläufe in Klinik und Praxis zu verbessern. Sie müssen Zeit sparen und dürfen auf keinen Fall Zeit kosten. Nicht zuletzt muss der Nutzen der jeweiligen Anwendung für die Patientenversorgung für Patient und Arzt klar erkennbar sein."

ZTG: „Im Positionspapier ist die Rede davon, dass sich das Potential der Telemedizin nur entfalten kann, wenn für telemedizinische Leistungen eine adäquate Honorierung zur Verfügung gestellt wird. Wie könnte diese Ihrer Meinung nach ausgestaltet sein?“ 

Schwalen: „Das lässt sich nicht generell beantworten und muss im Einzelnen sorgfältig ausgehandelt werden. Ein Beispiel dafür, wie Telemedizin finanziell nicht adäquat gefördert wird, ist die Vereinbarung von GKV-Spitzenverband und Kassenärztlicher Bundesvereinigung zur Videosprechstunde."

ZTG: „Auf welche Art und Weise könnten Gesundheits- oder Medizin-Apps Ihrer Meinung nach die ärztliche Versorgung adäquat unterstützen? Welche Voraussetzungen müssen sie dafür erfüllen?“ 

Schwalen: „Es ist eine wichtige Zukunftsaufgabe, Qualitätskriterien zu entwickeln und auf dieser Basis Apps zu identifizieren, die eine ärztliche Behandlung angemessen unterstützen können. Voraussetzungen sind u.a. transsparente Kriterien für Datenschutz und Datensicherheit und der Nachweis der Vallidität der Messdaten."

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