Minus bei Neuzulassungen und Gebrauchtfahrzeugwerten - jedoch keine generelle Abkehr vom Auto

xpxd consulting Studie zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie

Kostenlos zum Download: die Ergebnisse der xpxd consulting Studie zu den Auswirkungen von Corona (PresseBox) ( Ostfildern, )
Die gegenwärtige Corona-Pandemie und der damit verbundene Shutdown der Wirtschaft bedeuten für die Automobilbranche in weiten Teilen Stillstand. In der Folge werden nicht nur die Neuzulassungen deutlich sinken, sondern es droht zudem die Gefahr, dass bei einzelnen Flottenfahrzeugen mit hohen Laufleistungen auch die Gebrauchtfahrzeugwerte um bis zu 30 Prozent zurückgehen sowie die Standtage in die Höhe schnellen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der DAT Tochter xpxd consulting GmbH zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf den Markt für Gebraucht- und Neufahrzeuge.

„Es wird nach der Corona-Pandemie nur langsam zu einer Rückkehr in die Normalität kommen. Daher rechnen wir für das Gesamtjahr 2020 mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um mehr als vier Prozent“, bringen es die Autoren der „Corona-Studie zur Darstellung der Auswirkungen auf Gebrauchtfahrzeugwerte und Prognosen“ der auf Beratungsdienstleistungen spezialisierten xpxd consulting GmbH auf den Punkt. Dessen ungeachtet blieben die Prognosen für Neufahrzeuge jedoch relativ stabil. Auch werde das Automobil nach wie vor ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und Kundenmagnet bleiben, sind die xpxd consulting Experten überzeugt.

xpxd consulting: Negativere Risikoszenarien sind am wahrscheinlichsten

Die möglichen Entwicklungen der Krise und damit der Restwertgestaltung basieren u.a. auf einem Basisszenario und zwei Risikoszenarien. Diese wurden vom Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in seinem „Sondergutachten 2020: Die gesamtwirtschaftliche Lage angesichts der Corona-Pandemie“ publiziert. Im Basisszenario gingen die Wirtschaftsweisen von einem Minus des Bruttoinlandsprodukts von 2,8 Prozent in diesem und plus 3,7 Prozent im nächsten Jahr aus, im Risikoszenario I von einem BIP in Höhe von minus 5,4 Prozent 2020 und plus 4,9 Prozent im Jahr 2021 sowie im Risikoszenario II von einem BIP mit minus 4,5 Prozent in diesem und plus 1,0 Prozent im nächsten Jahr.

Da das Autogeschäft durch die Corona-Pandemie nach Einschätzung der xpxd consulting zunächst stark in Mitleidenschaft gezogen werden wird, werden die negativeren Risikoszenarien I und II als die wahrscheinlichsten Optionen erachtet. Bei der Studie wurde im Übrigen keine Stützung des Neuwagenabsatzes durch staatliche Maßnahmen angenommen. Diese hatten in der Vergangenheit die Gebrauchtfahrzeugwerte stark negativ beeinflusst.

Negative Entwicklung von Neuzulassungen, Besitzumschreibungen und Standtagen

Je nach zugrunde gelegtem Szenario wirkt sich die Pandemie laut Studie auch auf Neuzulassungen, Besitzumschreibungen und Standtage recht unterschiedlich aus. Laut dem positiven Basisszenario wird es aufgrund der relativ geringen negativen Auswirkungen zu einer schnellen Erholung des Neuwagen (NW)-Marktes kommen (Marktvolumen 2020: 2,75 Millionen Einheiten, 2021: 3,5 Millionen Einheiten). Auch für Besitzumschreibungen geht das Basisszenario aufgrund der guten Verfügbarkeit von Gebrauchtwagen (GW) von einer schnellen Markterholung aus (6,6 Mio. / 7,15 Mio.).

Im Risikoszenario I dagegen sorgen Produktionsausfälle und eine zurückhaltende Nachfrage für eine nur langsame Erholung des NW-Marktes (2,2 Mio. / 3,25 Mio.). In diesem Szenario ist der Markteinbruch zwar deutlicher, aber durch die Produktionsausfälle bei NW wird für den GW-Markt mit einer baldigen Erholung gerechnet (6,0 Mio. / 7,25 Mio.).

Im Fall des Risikoszenarios II, das von einem nachhaltigen Rückgang der Wirtschaft ausgeht, kommt es zu einem deutlichen Einbruch auf dem NW-Markt (2,0 Mio. / 2,6 Mio.). In diesem Szenario macht sich auch auf dem Markt für Besitzumschreibungen der nachhaltige Wirtschaftsrückgang stark bemerkbar. Mit einer Erholung bei GW wird hier daher erst Mitte 2021 gerechnet (4,75 Mio. / 6,4 Mio.). Auch an den Standtagen zeigen sich der Shutdown und die damit einhergehende drastische Verringerung der Verkaufs- und Zulassungstätigkeit in diesem und im nächsten Jahr deutlich. Hier rechnet xpxd consulting zudem langfristig mit einem höheren Standtageniveau als vor der Krise, da sich sehr wahrscheinlich auch das Nachfrageverhalten der GW-Kunden grundlegend ändern werde.

Kundenverhalten durch Vorsicht und Unsicherheit geprägt

Insgesamt, so die Studie, werden die Menschen angesichts der Corona-Pandemie unisono vorsichtiger in ihrem Kaufverhalten. Es wird auf größere Investitionen verzichtet, der Autokauf verschoben und/oder kleinere bzw. ältere und somit günstigere Fahrzeuge bevorzugt. Auch Firmen agierten bei der Fahrzeuganschaffung zurückhaltender. Angesichts der Verknappung des NW-Angebots infolge der weltweiten Pandemie rechnet xpxd consulting jedoch grundsätzlich nicht mit breiten Nachlässen. Dagegen werde die Pandemie klar auf die Restwerte für Leasingrückläufer und Fahrzeuge aus Finanzierungsgeschäften durchschlagen. xpxd consulting warnt hier daher vor deutlichen Preiseinbußen.

Auf die Frage, was passiert, wenn einzelne Hersteller in der Krise produzieren können, andere dagegen noch nicht, haben die Experten ebenfalls eine Antwort: „Im Vorteil sind zunächst jene Hersteller, die über hohe Kapazitäten verfügen und sofort produzieren können. Sollte sich die Nachfrage jedoch grundsätzlich ändern, drücken hohe Lagerbestände auf die Profitabilität dieser Anbieter.“ Mit Blick auf die EU-Regulierungen hinsichtlich der CO2-Emissionen der einzelnen Hersteller rechnet xpxd consulting im Übrigen nicht mit einer Lockerung oder Aussetzung der Vorgaben durch die EU.

Handlungsempfehlungen für Hersteller / Importeure und Händler

Angesichts der derzeit immer noch prekären Situation durch die Corona-Pandemie appellieren die Autoren der Studie an Hersteller und Importeure, dringend ihre Hausaufgaben zu machen. Dazu zählen sie, auf erhöhte Rabatte zu verzichten, Überkapazitäten zu vermeiden, die Angebotskomplexität zu reduzieren, sich konsequent auf alternative Antriebe zu fokussieren und regelmäßig ihr Portfolio zu bewerten. Dem Handel rät xpxd consulting, die benötigte Liquidität sicherzustellen, keine Überbestände aufzubauen, Marktentwicklungen aufmerksam zu verfolgen und entsprechend zu agieren. Außerdem gelte es, die Digitalisierung bei der Fahrzeugvermarktung voranzutreiben und den Internetauftritt zu optimieren. Last, but not least sollten die Händler Kunden, die ihren Autokauf bewusst aufschieben, wieder gezielt ansprechen. „Wenn der Handel dies schafft und seine Margen im GW-Geschäft wieder erhöht, indem er seine Fahrzeuge vorsichtig günstiger einkauft, lässt sich die Krise insgesamt wesentlich einfacher und schneller bewältigen“, sind die Experten von xpxd consulting überzeugt.

Mehr Infos zur xpxd consulting Studie unter https://xpxd.de/publications/
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