Flughafen München: Weniger Lärm und Schadstoffe dank Data Analytics

Der Flughafen München hat die Berechnung der Flughafenentgelte mithilfe moderner Data-Analytics-Lösungen optimiert.

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(PresseBox) ( Grasbrunn/München, )
Wie kann man in kurzer Zeit Daten fehlerfrei aus mehreren Quellen zusammenführen und umfangreiche Szenarien durchspielen, um die bestmögliche Lösung für alle Beteiligten zu finden? So lautet im Aviation-Bereich des Flughafen Münchens die wiederkehrende Herausforderung bei der Planung der Flughafenentgelte. Bei der Entgeltrahmenvereinbarung gilt es effizient und transparent zu arbeiten, keinen Akteur zu diskriminieren und zugleich die Lärm- und Schadstoffemissionen nachhaltig zu reduzieren. Mit dem Analyse-Tool Alteryx wurde die Anzahl der Szenarien erheblich ausgebaut bei gleichzeitig deutlicher Reduktion des Aufwands für die Aufbereitung, der Berechnungszeit und der Fehlerquote.

Die Bedeutung von Flughafenentgelten

Für Flughäfen sind Entgelte eine wesentliche Einnahmequelle. Der Flughafen München erwirtschaftet 40% seines Umsatzes durch Entgelte zur Deckung der durch den Flugbetrieb entstehenden Kosten. Zu den Entgelten zählen zum Beispiel Start- und Lande-, Passagier-, Lärm- und Schadstoffentgelte. Flughafenbetreiber können die Höhe der Entgelte dabei nicht vollständig frei bestimmen, da diese in Deutschland und der EU streng reguliert sind. Die Entgeltordnungen werden zwischen dem Flughafenbetreiber und den Fluggesellschaften ausgehandelt und müssen von der zuständigen Luftfahrtbehörde genehmigt werden.

Sehr aufwändige Modellierung und Simulation

Die Controlling-Experten des Flughafen München simulieren die zu erwartenden Kosten der folgenden Geschäftsjahre und ermitteln daraus verschiedene Entgeltszenarien mit der Fragestellung: „Wieviel Verkehr haben wir und welche Erlöse müssen wir erreichen, um die Kosten für den Flugbetrieb decken zu können?“ Es gilt dabei sehr viele Variationen zu beachten wie z. B. Lärm- und Schadstoffemissionen, Lärmklassen, Nacht- und sonstige Aufschläge. Die Modellierung und Simulation der zu erwartenden Entgelte ist entsprechend anspruchsvoll.

Früher war es eine große Excel-Schlacht

„Früher war es eine große Excel-Schlacht.“, weiß Carolin Schwefer, Referentin kaufmännische Steuerung Aviation des Flughafen München, zu berichten. „Wir hatten verschiedene interne Zulieferer zur Entgeltkalkulation. Wir mussten die Kosten der Bereiche Aviation, Real Estate und anderer Tochtergesellschaften anteilig mitberücksichtigen. Diese wurden uns in Excel geliefert und auch in Excel weiterverarbeitet. Das war sehr aufwändig und barg viele Fehlermöglichkeiten.“

Datenqualität und Datenkonsistenz waren also Riesenprobleme: „Die Sicherstellung einer ordentlichen Datenbasis hat immens viel Zeit in Anspruch genommen. Außerdem mussten wir mit Excel die langfristige Planung vornehmen.“, berichtet Frau Schwefer. “Dazu kam, dass man immer mehr Daten berücksichtigen musste. Es gibt inzwischen zu jedem Flugzeug riesige Datensätze. Bei 400.00 Starts- und Landungen im Jahr wurden 2018 die Datenmengen so unfassbar groß, dass es in Excel nicht mehr abgebildet werden konnte. Am Ende hat allein das Öffnen der Excel-Datei fünf Minuten gedauert.“

Diskriminierungsfreiheit

Besonders wichtig wird die korrekte Berechnung der Flughafenentgelte unter Berücksichtigung der „Diskriminierungsfreiheit“. Denn die oben beschriebenen Entgelte müssen so ausgestaltet werden, dass die Endnutzer (u.a. Passagiere, Fluggesellschaften) nicht „diskriminiert“ werden, also niemand benachteiligt wird. „Die Modulation dient gerade bei Entgeltstrukturveränderungen dazu, darauf zu achten, dass keine Airline systematisch benachteiligt wird.“, erklärt Carolin Schwefer. 

Sie erläutert, dass Airlines in den letzten Jahren in eine zunehmende Wettbewerbssituation geraten seien. Das Thema Flughafenentgelte wurde zunehmend fokussiert und Fluggesellschaften klagten gegen Entgeltordnungen. Also hatte der Flughafen München hier zusätzlichen Druck, seine Entgelte zu optimieren.

Dazu kommen immer wieder Forderungen aus der Politik. Carolin Schwefer erzählt: „Es gibt viele Anfragen von politischen Interessenvertretern, beispielsweise zum Lärmschutz der Anwohner. Wir wollen hierneben der regulatorischen Diskriminierungsfreiheit auch den Interessen von Mensch und Umwelt gerecht werden.“

„Jetzt können wir sehr viele Modelle in sehr kurzer Zeit berechnen!“

Um all diesen Anforderungen gerecht zu werden, musste Excel abgelöst werden. Der Flughafen München entschied sich für dafür, mit Hilfe der Spezialisten der Woodmark Consulting AG eine professionelle Softwarelösung einzuführen. Dabei fiel die Wahl auf Alteryx. Franziska Straßer, ebenfalls Referentin kaufmännische Steuerung Aviation des Flughafen München hebt die Vorteile von Alteryx gegenüber Excel hervor: „Wir haben von Anfang an sehr viel in Alteryx modelliert. Wir machen das echt gerne und kommen gut damit klar. Jetzt können wir sehr viele Modelle in sehr kurzer Zeit berechnen, weil Alteryx so schnell und einfach ist!“

Als weitere Vorteile berichtet sie davon, dass es Ladezeiten für Daten nur einmal am Anfang des Tages gibt, man sehr schnell verschiedenste Varianten durchrechnen lassen und auf einen Blick sehen kann, ob die Berechnung „erfolgreich“ war. Außerdem ist es mit wenigen Klicks möglich, das System umzustellen, wenn neue Anforderung hereinkommen, ohne alle Formeln einzeln auf ihre Richtigkeit kontrollieren zu müssen.

Hilfe zur Selbsthilfe

Ein Ansprechpartner von Woodmark hat das Projekt vom ersten Tag an begleitet und stand jederzeit zur Verfügung. Franziska Straßer ist begeistert: „Für uns als Alteryx-Neulinge war das genau das Richtige. Woodmark ist ganz nah an den Fachthemen und spezifischen Herausforderungen unseres Unternehmens. Wir haben am ersten Tag der Zusammenarbeit direkt mal die Lärmentgelte exemplarisch durchmodelliert. Noch besser fand ich, dass Woodmark den Ansatz „Hilfe zur Selbsthilfe“ verfolgt und man nicht in ungewollte Abhängigkeiten gerät. Und wenn wir doch in Zeitnot waren, konnte uns Woodmark jederzeit bei der Implementierung unterstützen. Daher können wir den frühzeitigen Einbezug Eures Teams nur empfehlen. Das spart einem viel Zeit und Arbeit.“
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