Erneuerbare Energien und Umwelttechnologien im Fokus

Unternehmen aus Heilbronn-Franken und Westsibirien treffen sich

Chanty Mansijsk
(PresseBox) ( Heilbronn-Franken, )
Chancen darstellen, die sich den Unternehmen in Heilbronn-Franken und Chanty Mansijsk in Westsibirien bieten, das konnte die Kooperationsbörse der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH (WHF) am 16. Oktober in Schwäbisch Hall. Auf Initiative von IHK-Präsident Thomas Philippiak besuchte eine russische Unternehmerdelegation die Region und war vor allem an Entwicklungen im Bereich der Solarenergie und am Technologietransfer im Maschinenbau interessiert.

Der Schwerpunkt des Besuchs der westsibirischen Unternehmensdelegation lag geografisch zwar im Landkreis Schwäbisch Hall. Es war aber deutlich zu spüren, dass Vertreter eines Landes zu Gast waren, bei denen große Aufbruchstimmung herrscht und die sehr intelligent nach Partner suchen, mit den zukünftige Projekte realisiert werden können. Das Interesse galt deshalb an einer globalen Zusammenarbeit mit dem gesamten Bundesgebiet und hier stellvertretend vor allem mit der starken Region Heilbronn-Franken in Baden-Württemberg.

Bereits am Vortrag hatte bei der IHK im brandenburgischen Potsdam eine Kooperationsbörse gemeinsam mit der dortigen Wirtschaftsförderung und weit über 30 Berlin-Brandenburger Firmen stattgefunden. „Man hat förmlich das Interesse gespürt, das die Russen an unseren Unternehmen und unserer Region haben“, betont Steffen Schoch. Er hat gemeinsam mit seinen Kollegen bei der WFG Schwäbisch Hall und dem Technologiezentrum dieses Besuchsprogramm vorbereitet und auch er ist beeindruckt von der Aufbruchstimmung, die ihm entgegen gebracht wurde und dem Willen, die ökonomische Umgestaltung schnell voran zu bringen.

Denise Derivianko, als Vertreter des Fonds für die Entwicklung des Unternehmertums bei der Regierung in Chanty Mansijsk berichtete von großen Vorkommen an Rohstoffen und Bodenschätzen. Das Gebiet Chanty Mansisjk liefert 60 Prozent des gesamten russischen Erdöls und liegt bei der Erwirtschaftung des russischen Bruttosozialproduktes unmittelbar hinter Moskau. Also gute Aussichten für erfolgreiche Geschäfte.

Die Regierung des Gebietes misst der Investitionstätigkeit und der Diversifizierung der Wirtschaft große Bedeutung zu und fördert deshalb ein gutes Investitionsklima was durch die politische Stabilität, gute Ausbildung der Menschen und die hohe Kaufkraft bestätigt wird.

Der Fond ist damit beauftragt, Existenzgründer zu unterstützen, Mikrokredite zu vergeben, hohe Zinsen bei der Kreditvergabe zu kompensieren, Bankgarantien zu geben und Existenzgründer bei den Gesprächen mit den Banken zu unterstützen. „Das gilt für alle Unternehmen, also auch für selbständige deutsche Niederlassungen, die in Chanty Mansijsk tätig werden“, sagt Derivianko. Er ist Direktor des Fonds.

Galina Duplyakina ist Direktorin des Business- und Inkubationszentrum. Auch dieser Technologiepark in Chanty Mansijsk wird durch den Fonds betrieben. Sie hofft, dass die auslaufende und von der KfW Bankengruppe unterstützte Beihilfe im Rahmen des TRANSFORM-Nachfolgeprogramms des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) ein Anschlussprogramm findet, um die Anbahnung und Intensivierung der Wirtschaftskooperation zwischen deutschen und russischen KMU´s im Autonomen Gebiet Chanty Mansisjk (Jugra) voran zu treiben.

Das hofft auch Natalia Zimnitsa vom Juman Forschungs- und Technologiezentrum, das sich als Ökologie-Technologiezentrum versteht. Es hat spezielle Technologien für die Behandlung von Resten aus der Erdölproduktion z.B. Benzinrückstände entwickelt und sucht auf diesem Bereich Partner in Deutschland.

Kurt Engel, Geschäftsführer des Technologiezentrum Schwäbisch Hall (TZ Hall), konnte den Solpark mit seinen schnell wachsenden Unternehmen, wie auch das TZ Hall selbst präsentieren. Bei der zeitgleich stattfindenden Hausmesse der Firma Reuschle Antriebtechnik konnten erste Kooperationsgespräche geführt werden. Vertriebsmanager Frank Wassermann berichtete auch von Gesprächen mit Unternehmen aus der russischen Ölindustrie, die an Pumpenmotoren zur Ölförderung Interesse gezeigt hätten.

Von besonderem Interesse waren die Vorstellung von Unternehmen und Technologien aus den Bereichen energieeffizientes Bauen, Nutzung erneuerbarer Energien und Umwelttechnologien. Deshalb fand auch die Besichtigung des sich nach der Sonne ausrichtenden und mit Solarmodulen ausgestatteten SUN HAUS großen Zuspruch.

Das SUN HAUS ist ein „40 KW-Kraftwerk“, das pro Jahr für rund 30.000 Euro Strom in das öffentliche Netz einspeist und so die Baukosten in rund 20 Jahren komplett amortisiert. „So ein Haus müssten wir in Chanty Mansisjk bauen“, so die spontane Reaktion des mitgereisten Bauunternehmers Yuri Zhuk und von Natalia Zimnitsa, der stellvertretenden Direktorin des Technologiezentrums Junan.

Mehr Wissen wollten die russischen Gäste über die solare Lärmschutzwand mit Fotovoltaikmodulen am Solpark. Ebenso über die CIS Fabrik Würth Solar. Seit 2006 ist das Unternehmen im Solpark und produziert in einem patentierten Verfahren kostengünstig dünnschichtige Solarmodule ohne Einsatz des knappen Rohstoffs Silizium.

Am Nachmittag stand der Besuch des Energie-Zentrums in Wolpertshausen auf dem Programm. Hier stellten WFG-Geschäftsführer Helmut Wahl und Sebastian Dürr, Geschäftsführer des Energie-Zentrums, ihre Einrichtungen und den Landkreis Schwäbisch Hall vor. Steffen Schoch präsentierte die Region Heilbronn-Franken, berichtete von den zahlreichen Weltmarktführern und bot in Kooperation mit den WFG-Kollegen für russische Unternehmen Unterstützung beim Markteinstieg in Baden-Württemberg an. Gleichzeitig empfahl er sich den regionalen Unternehmen als Partner auf dem Weg zu deren Internationalisierung.

Dass die Weltmarktführer Michael Weinig AG aus Tauberbischofsheim (Weltmarktführer Kehlmaschinen) und ebmpapst GmbH & Co. KG aus Mulfingen (Weltmarktführer Motoren und Ventilatoren) schon sehr erfolgreich in den GUS-Ländern unterwegs sind, demonstrierten die jeweiligen Osteuropa-Verantwortlichen Niklas Plischke und Johann Vranic.

Als Osteuropaspezialistin und Partner in der Region sowohl für die Betreuung von Ansiedlungen als auch bei der Internationalisierung regionaler Unternehmen bot sich die Unternehmensberaterin Rumjana Hilpert von RDH Consult in Flein bei Heilbronn an.

Die Diskussion um Möglichkeiten für deutschen Technologietransfer sowie den Aufbau langfristiger deutsch-russischer Kooperationen mit dem Autonomen Gebiet Chanty Mansisjk (Jugra) sollen fortgeführt werden. Darüber waren sich die Gäste und Gastgeber einig. Denn die Erwartungen auf beiden Seiten sind groß.
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