Onshore-Windkraft bringt Investitionsboom

Fachtagung windWERT: weiterhin großes Interesse an Windpark-Projekten

Husum / Kiel, (PresseBox) - "Die Onshore-Windkraft wird für die mittelständisch strukturierte Windbranche in Schleswig-Holstein auf absehbare Zeit die treibende Kraft auf dem Erneuerbare-Energien-Sektor bleiben", sagte windcomm-Projektmanager Holger Arntzen anlässlich der windWERT 2012. Zu dieser Fachtagung zum Thema Onshore-Windkraft-Finanzierung, organisiert von der Netzwerkagentur windcomm schleswig-holstein, kamen heute im Kieler Schloss knapp 200 Teilnehmer zusammen. Unter der Überschrift "MehrWertschöpfung aus Wind" referierten 12 Experten über Förderung, Beteiligungsfonds und weitere Möglichkei-ten der Finanzierung von Onshore-Windenergieanlagen sowie über die effizientere Nutzung bestehender Windparks.

Erk Westermann-Lammers, Vorstandsvorsitzender der Investitionsbank Schleswig-Holstein, betonte in seinem Grußwort: "Um die Energiewende zu schaffen, müssen wir nicht nur den Ausbau sowie die Markt- und Netzintegration der erneuerbaren Energien voranbringen, sondern auch Energie sparen und effizienter nutzen. Daran richten wir unsere Fördertätigkeit aus. Schon im Jahr 2011 ist rund ein Drittel des gesamten Fördervolumens der Investitionsbank von rund zwei Milliarden Euro in Investitionen im Zusammenhang mit der Energiewende geflossen."

Die Landesplanung arbeitet mit Hochdruck an der Ausweisung neuer Windkraft-Eignungsgebiete. Das zweite Anhörungsverfahren zur Teilfortschreibung der Regionalpläne ist abgeschlossen. Trotz der mehr als 1.000 Eingaben scheint festzustehen, dass die Fläche der Windpark-Eignungsgebiete von 0,8 auf über 1,6 % der Landesfläche ansteigen wird. Holger Arntzen rechnete vor, dass bis zu 1.250 neue Windkraftanlagen auf den zusätzlichen Flächen gebaut werden könnten. Bei Kosten von rund 2,5 Millionen Euro für eine Turbine der 2-Megawatt-Klasse entspricht das einem Investitionsvolumen von über 3 Milliarden Euro. Die Referenten der windWERT präsentierten Lösungsansätze dafür, wie dieses Kapital aufgebracht werden kann. "Investitionen in Windprojekte werden jedoch nur getätigt, wenn wir stabile Marktrahmenbedingungen haben", gab Arntzen zu bedenken und zeigte sich über die aktuelle Debatte zur erneuten Novellierung des EEG aus Berlin besorgt.

Kai Petersen von Q1 Capital, Spezialist für Investitionen in Erneuerbare Energien, berichtete vom Modell der Bürgerbeteiligungsfonds. Es ist interessant für alle, die Geld in Windkraft investieren wollen, obwohl sich kein Bürgerwindpark in ihrer Nachbarschaft befindet. Wie wichtig eine belastbare Finanzplanung für jedes Projekt ist, betonte Lars Quandel von der HSH Nordbank, deren Portfolio im Bereich Wind und Solar 170 Parks mit einem Volumen von rund drei Milliarden Euro umfasst. Unter anderem verlangt das Kreditinstitut, dass Projektplaner einen Vollwartungsvertrag mit den Windkraftanlagen-Herstellern abschließen, der bei neuen Anlagen jedoch inzwischen die Regel ist. Von Seiten der Hersteller berichtete Marcus Müller von der Nordex AG von den Innovationen seines Unternehmens, zum Beispiel ertragsstarke Anlagen für windschwache Regionen. Über die Vorteile hochpräziser Betonsegmente für den Bau von Windanlagen-Türmen referierte ein Vertreter der Firma Max Bögl. Die Max Bögl Wind AG hat sich erst kürzlich auf dem Gelände des Rendsburg Port am Nord-Ostsee-Kanal angesiedelt und gab mit dem Vortrag auf der windWERT ihren Einstand in der schleswig-holsteinischen "Windcommunity".

Eine neue Windkraftanlage an die Stelle einer alten zu setzen kann bereits nach weniger als 20 Jahren - also vor Ende der garantierten EEG-Vergütung - lohnenswert sein, erklärte Torsten Levsen. Er ist Vorstandsvorsitzender der Denker & Wulf AG, einem der größten Windkraft-Projektierer in Schleswig-Holstein und Spezialist für Repowering-Projekte. Die Vorteile für das Repowering liegen auf der Hand: Der Aufwand an Planung und Genehmigung ist viel geringer als der für einen neuen Windpark, und der Windstrom-Ertrag lässt sich gegenüber der alten Turbine vervielfachen.

"Wir schätzen, dass von den 2.700 Windkraftanlagen in Schleswig-Holstein etwa 1.200 in den kommenden Jahren repowert werden müssen. Das zeigt, dass sich die Windenergie-Branche zu einem nachhaltigen Wirtschaftszweig entwickelt hat, der dem Mittelstand noch auf Jahre neue Aufträge sichern wird", sagte Holger Arntzen. Das bestätigte auch Energiewendeminister Dr. Robert Habeck, der am Abend ins Kieler Schloss kam, um sich informell mit der schleswig-holsteinischen Windcommunity auszutauschen.

Die windWERT hat sich bereits im zweiten Jahr etabliert. "Als wir im vergangenen Jahr zum ersten Mal die windWERT organisierten und immer wieder Stühle hereintragen mussten, weil mehr Teilnehmer kamen als erwartet, wurde uns klar, dass es jedes Jahr eine Fachtagung zum Thema Onshore-Windkraft-Finanzierung geben muss", erklärte Holger Arntzen. Die nächste windWERT findet am 27. August 2013 statt. Weitere Informationen finden Sie unter www.windcomm.de.

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