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Pressemitteilung BoxID: 181223 (Weidmüller)
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Weidmüller erhält IRIS-Zertifikat

DEKRA zertifiziert Weidmüller nach IRIS (International Railway Industry Standard) - dem neuen Qualitäts¬standard für die Schienenfahrzeugindustrie

(PresseBox) (Detmold, ) Seit über 50 Jahren ist Weidmüller kompetenter Partner der internationalen Bahnindustrie. IRIS (International Railway Industry Standard) nennt sich der neue internationale Qualitätsstandard für die Schienenfahrzeugindustrie. Weidmüller absolvierte die von der DEKRA Certification GmbH gemäß IRIS durchgeführte Zertifizierung mit einem "überdurchschnittlich" guten Ergebnis. Mit diesem Zertifikat hat Weidmüller Zugang zu den Märkten im gesamten Schienenverkehr. Der IRIS-Standard berücksichtigt vornehmlich das Auftrags-, Projekt- und Lieferantenmanagement und will damit eine höhere Stabilität der Schnittstellen innerhalb der IRIS-Supply Chain erreichen. Dies erfordert spezielle Nachweise für Life Cycle Costs, Konfigurationsmanagement, Prozesse/ Verfahren zur Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit, Instandhaltbarkeit und Sicherheit.

Auf Initiative der Systemlieferanten der Bahnindustrie (Alstom, Siemens, Bombardier, Ansaldo Breda sowie weiterer Hersteller und Zulieferer) entwickelte der Verband der Europäischen Eisenbahnindustrie UNIFE (UNIFE: Union des Industries Ferroviaires Européennes, Brüssel) den neuen International Railway Industry Standard (IRIS). Der Branchenstandard IRIS soll ab 2009 für alle A-Lieferanten der Systemlieferanten gelten. Später soll IRIS auch auf die 2nd Tier-Suppliers, wie in der Automobilindustrie, ausgedehnt werden. Die IRIS-Zertifizierung wird von allen Systemlieferanten anerkannt, das heißt diese führen zu IRIS keine ergänzenden Zertifizierungen mehr durch. IRIS fördert die Umsetzung respektive Einhaltung von heute schon vielfach bestehenden Kundenanforderungen. Ziel der UNIFE ist es, mit IRIS für Bahnbetreiber, Schienenfahrzeughersteller und Zulieferer eine Win-Win-Situation herbeizuführen. Diese basiert auf vier Säulen: Auditierung nach einheitlichem Branchenstandard, Qualitätsverbesserung über die gesamte Lieferkette der Bahnindustrie hinweg, faire Beurteilung durch unabhängige, eigens akkreditierte Zertifizierungsgesellschaften sowie transparente und verlässliche Informationen über die UNIFE-Lieferantendatenbank.

Detmar Saalmann, Global Industry Manager Transportation, Weidmüller Interface, erläutert: "Zusätzlich zu den Managementstandards DIN EN ISO 9001:2000 und 14001:2004 haben wir erstmalig den neuen IRIS-Standard der Schienenfahrzeugindustrie (International Railway Industry Standard) für die vier Standorte Weidmüller KSF Service GmbH & Co. KG (Detmold), Thüringische Weidmüller GmbH (Wutha-Farnroda), Weidmüller Interface GmbH & Co. KG (Detmold) und Weidmüller GmbH & Co. KG (Detmold) in einem gemeinsamen Auditverfahren erfolgreich mit "überdurchschnittlich" gutem Ergebnis bestanden." Detmar Saalmann ergänzt: "Die Anzahl der gleichzeitig audierten Unternehmen ist dabei ebenso hervorzuheben wie auch das Gesamtergebnis. Anders als bei den genannten ISO-Standards erfolgt bei IRIS die Bewertung nach einem einheitlichen Schema. Wir dürfen also stolz auf unsere Spitzenleistung sein. Besonders hinzuweisen ist, dass auch unser Bereich Kundenspezifische Lösungen nach IRIS zertifiziert ist."

Der IRIS-Standard basiert auf den international anerkannten Qualitätsmanagementnormen ISO 9001:2000 und ergänzt diese um die spezifischen Anforderungen der Schienenfahrzeugindustrie - vergleichbar mit ISO/TS 16949 in der Automobilindustrie. IRIS unterscheidet dabei nicht zwischen Zulieferern für Projektgeschäfte und Zulieferern von Katalogwaren. Der Standard adressiert alle Hersteller und Zulieferer für die Schienenfahrzeugindustrie. Die speziellen IRIS-Anforderungen gehen jedoch teilweise weit über die Anforderungen der DIN EN ISO 9001:2000 hinaus. So berücksichtigt der IRIS-Standard die speziellen Anforderungen, die sich aus dem bahnspezifischen Lebenszyklus von etwa 30 Jahren ergeben. Zudem gelten im Bahnbereich sehr hohe Sicherheitsanforderungen. Hinzu kommt, dass sich Projektgeschäfte im Bahnbereich durch eine hohe Komplexität auszeichnen, die Projektdauer liegt dort zumeist zwischen drei und sechs Jahren.

Die Zertifizierung nach dem neuen Branchenstandard ist als kontinuierlicher Verbesserungsprozess zu verstehen, der nach einem Initial-Audit regelmäßig durch weitere Audits überprüft wird (Surveillance-Audits, je nach 12 Monaten). Im Zyklus von drei Jahren findet eine Re-Zertifizierung nach IRIS statt. IRIS-Auditoren und Zertifizierungsorganisationen müssen von der UNIFE akkreditiert sein, sie werden selbst regelmäßig überprüft und weitergebildet. IRIS-Zertifikate werden stets für einen geprüften Standort erteilt, es sind keine pauschalen Multisite-Zertifizierungen möglich. Die Anforderungen nach IRIS gelten aber für alle Produkte respektive Prozesse des Standorts. Die Qualitätsmanagement-Dokumentation bezieht sich auf 19 Prozesse, 13 Abläufe und dem Wissensmanagement.

Der Branchenstandard IRIS stellt den prozessorientierten Ansatz des Managementsystems in den Mittelpunkt und fordert über das IRIS-Bewertungssystem nachweislich die kontinuierliche Verbesserung. Die IRIS-Bewertungssystematik ist umfangreich: 12 KO-Fragen dienen der Zertifizierungs-Zulassung vor dem Audit. Im Audit wird bei insgesamt 211 offenen Fragen jeweils ein Reifegrad ermittelt. Eine nichtkonforme Leistung zieht Korrekturmaßnahmen (Re-Audits) innerhalb von 90 Tagen nach sich.