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Verband Deutscher Zahntechniker-Innungen (VDZI) Mohrenstraße 20/21 10117 Berlin, Deutschland http://www.vdzi.de
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Herausforderungen im Zahntechniker-Handwerk solidarisch meistern

VDZI-Präsident Uwe Breuer äußert sich zu einigen Zielen des Vorstandes für die kommenden drei Jahre

(PresseBox) (Berlin, )
Nach seiner Wiederwahl zum Präsidenten des Verbandes Deutscher Zahntechniker-Innungen (VDZI) am 6. Juni 2015 blickt Uwe Breuer auf die Ziele des VDZI-Vorstandes für die kommenden drei Jahre. Die vorrangigen Themen und Herausforderungen für die Arbeit benennt VDZI-Präsident Uwe Breuer in einer ersten Stellungnahme.

Konkurrenzfähige Löhne und ein starker zahntechnischer Nachwuchs

"Wir müssen es in der Zukunft schaffen, leistungsgerechte Preise erzielen zu können, die für konkurrenzfähige Löhne notwendig sind. Nur so lässt sich die Attraktivität des Berufes steigern. Sonst drohen uns bald Fachkräfteknappheit und eine verschlechterte Qualifikation. In der Gesamtwirtschaft verdient ein Beschäftigter im Durchschnitt 3.500 Euro, im Handwerk 2.700 Euro und die qualifizierten Zahntechniker gerade 2.200 Euro. Das ist das traurige Ergebnis von Gesetzen und dem Markt. Diese Lohnunterschiede machen deutlich, dass bei diesen Verhältnissen die zahntechnischen Betriebe den schärfer werdenden Wettbewerb um knappe Fachkräfte in der Zukunft nicht gewinnen können.

Daher müssen wir uns weiterhin um eine Verbesserung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Preisvereinbarungen mit den gesetzlichen Krankenversicherungen bemühen. Die im Versorgungsstärkungsgesetz endlich erfolgte Klarstellung, dass in den Länderverträgen der § 71 SGB V keine doppelte Anwendung findet, ist ein erster Schritt in die richtige Richtung das Regelwerk für Preisvereinbarungen sachgerechter zu gestalten.

Weiter müssen wir noch mehr für die jungen Leute tun. Sie brauchen bessere Perspektiven. Sie erhalten zwar eine hervorragende fachliche Ausbildung, aber die eher schlechten Einkommensperspektiven in diesem Beruf führen danach dazu, dass es den anderen Branchen leicht gelingt diese Fachkräfte nach der Ausbildung abzuwerben.

Wir müssen auch die Ausbildungsqualität weiter steigern und die Außendarstellung des Berufes für die Nachwuchsgewinnung verbessern."

Digitalisierung

"Einer der wesentlichen Treiber des aktuellen Strukturwandels ist die Digitalisierung. Wir müssen die Digitalisierung noch stärker als bisher für Produktivitätseffekte und damit zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit unserer Labore nutzen. Die Digitalisierung ersetzt dabei das Wissen und Können des Zahntechnikers nicht - sie bleibt, wie andere technischen Entwicklungen, ein Instrument in der fachlich versierten Hand des Zahntechnikers. Die enge Zusammenarbeit zwischen Zahnarzt und Meisterlabor für alle Versorgungsfälle bleibt der ordnungspolitische Eckpfeiler für eine hohe Qualität in der Zahnersatzversorgung und für die Sicherung eines flächendeckenden und wohnortnahen Versorgungsangebotes. Hieran dürfen unsere Partner in der dentalen Kette nicht rütteln. Und dazu gehört auch: es gilt die jeweilige Einheit des Berufsbildes beim Zahnarzt und dem Zahntechniker mit ihren qualifikationsgebundenen Zulassungsvoraussetzungen gegen alle Lockerungsexperimente von rendite- und auslastungsorientierten privaten Bildungsinstituten zu verteidigen."

Dialog mit der Zahnärzteschaft

"Insgesamt haben Zahnärzte und Zahntechniker vieles, ja das meiste, was sie eint und was sie gemeinsam stark gemacht hat. Die Arbeitsteilung und Spezialisierung zwischen diesen beiden Berufen sind die weiteren Eckpfeiler der hohen Qualität in der Zahnersatzversorgung. Das wird täglich an der Basis bewiesen. Dieses Bewusstsein muss auf beiden Seiten der Interessenvertreter stärker entwickelt werden. Zu oft zieht sich mal der eine, mal der andere bei schwierigen Fragen lieber auf traditionelle berufspolitische Reflexe zurück, als nüchtern gemeinsame Antworten zu suchen. Natürlich sind in einigen Grundsatzfragen die Ansichten verschieden, schließlich ist es unser Auftrag wie es der Auftrag der Zahnärzte ist, die politischen und Markt-Entwicklungen aus einer unterschiedlichen Interessenlage zu beobachten und zu bewerten. Dieses Recht kann keinem Verband und auch sonst niemandem genommen werden. Der VDZI glaubt fest daran, dass Zahnärzte und Meisterlabore neben der Einhaltung der Berufsbilder ein gemeinsames politisches und wirtschaftliches Interesse an klaren Regeln und gesetzlichen Rahmenbedingungen haben. Diese werden angesichts der sich abzeichnenden Strukturveränderungen im Markt immer wichtiger. Hierüber wird der VDZI den umfassenden verständigungsorientierten Dialog mit der Zahnärzteschaft zur Sicherung qualitätsorientierter Versorgungsstrukturen anstreben und immer wieder neu führen."

Mehr Beteiligungsrechte

"Wer mitreden kann, der hat auch einen Einfluss auf die Entscheidungen. Das ist jedem einleuchtend. Wer die fachliche Bedeutung der Zahntechnik und seine Innovationskraft für eine bessere Zahnersatzversorgung anerkennt, kann verstehen, dass der VDZI überall dort seine Kompetenz und Erfahrung einbringen möchte, wo über Zahntechnik gesprochen und entschieden wird, unabhängig davon in welchem Saal das stattfindet. Daher werden wir auch weiter dafür werben, dass die Mitspracherechte des VDZI in den öffentlich-rechtlichen Gremien, wie dem Gemeinsamen Bundesausschuss, verbessert werden. Das gebietet allein schon das Selbstverständnis unseres Berufes."

... 3 Einheit des Verbandes

"Die Herausforderungen für das Zahntechniker-Handwerk sind groß und vielfältig. Sie erfordern alle Kräfte. Daher ist die Einheit des VDZI unverzichtbar. In der demokratischen Selbstverwaltung der Innungen und des VDZI herrschen, wie überall, wo sich Menschen zusammenfinden, unterschiedliche Meinungen und Ansichten, unterschiedliche Ziele und vielfältige Lösungen. Und das ist gut so. Niemand findet den richtigen Weg alleine. Nur durch kritische Debatten in der Gemeinschaft können die besten Lösungen, die solidarisch gemeinsam getragen werden, auch gefunden werden.

Draußen stehen und immer schon am Besten zu wissen, was hätte getan werden müssen, ist mir zu wenig und zu bequem. Das kann sich unser Berufsstand nicht mehr leisten, denn viele Aufgaben stehen im Zahntechniker-Handwerk an. Da braucht es die Kraft aller, den Ideenreichtum vieler und vor allem die Solidarität von allen Innungen und von allen Meisterbetrieben.

Ich rufe daher alle zahntechnischen Meisterbetriebe in Deutschland auf: Stärken Sie Ihre Innung als berufliche Interessenvertretung vor Ort.

Alle Zahntechniker-Innungen in Deutschland bitte ich, den VDZI-Vorstand und damit ihren Bundesverband kollegial und solidarisch zu unterstützen.

Im kommenden Jahr treffen sich die Delegierten aus den VDZI-Mitgliedsinnungen in der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn. Dort, in der ehemaligen Bundeshauptstadt des geteilten Deutschland, wird der VDZI sein 60-jähriges Bestehen feiern. Zukunft kann nur gemeinsam gestaltet werden. Nehmen wir daher alle, die Meisterbetriebe und ihre Innungen, den Ort Bonn als Symbol, um im nächsten Jahr die politische Einheit dieses schönen Berufes feiern zu können."

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