VATM stellt erstmals Gigabit-Zahlen vor: 15,2 Millionen gigabitfähige Anschlüsse in Deutschland

Verband mahnt konsequentere Strategie der Bundesregierung an

(PresseBox) ( Köln, )
15,2 Millionen gigabitfähige Anschlüsse wird es Ende Juni in Deutschland geben. Das ist das Ergebnis der 1. Gigabit-Studie von VATM und Dialog Consult, die der Verband heute auf der Messe ANGA COM in Köln vorgestellt hat. „Die Zahlen sind gut, die Wettbewerber bauen immer schneller. Aber ohne eine konsequentere Politik, den Einsatz neuer Technologien, Bürokratieabbau und Regulierung und ohne dass die Telekom endlich Glasfaser den Vorrang vor Kupfer einräumt, werden wir die Ziele der Bundesregierung nicht mehr erreichen können“, stellt VATM-Präsident Martin Witt mit aller Deutlichkeit fest.

„Wir haben mit 15 Millionen gigabittauglichen Anschlüssen – also Kabelanschlüssen und Glasfaser bis zum Haus/Endkunden – bei hohen Zuwachsraten auf Seiten der Wettbewerber ein sehr gutes Ergebnis erreicht“, sagt Witt. 94,7 Prozent der gigabitfähigen Anschlüsse stammen von den Wettbewerbern, so ein weiteres Ergebnis der Studie. Allein 4 Millionen HFC-Anschlüsse wurden seit Ende 2018 mit DOCIS 3.1 auf Gigabitfähigkeit aufgerüstet. Die Zahl der FTTB/H-Anschlüsse ist in Deutschland um 10 Prozent auf rund 4,04 Millionen gestiegen. Davon haben die Wettbewerber 80 Prozent der FTTB/H-Anschlüsse (3,24 Millionen) in Deutschland gebaut. „Mit dem smarten Mix der Gigabit-Technologien kommen wir gut voran. Das gigabitschnelle Kabelnetz konnte hier im letzten halben Jahr einen signifikanten Beitrag leisten. Nicht nur in Städten, sondern auch auf dem Land. Dort haben wir pro Einwohner im letzten halben Jahr sogar mehr Gigabit-Anschlüsse geschaffen als in Städten und Ballungsgebieten. Aber das ist kein Grund sich auszuruhen – erst recht nicht auf dem Land“, sagt Dr. Christoph Clément, VATM-Präsidiumsmitglied und Mitglied der Geschäftsleitung bei Vodafone Deutschland.

„Gerade auf dem Land besteht – was der Politik seit einem Jahrzehnt bekannt ist – der größte Handlungsbedarf“, unterstreicht VATM-Präsident Witt. In der Stadt standen Mitte 2018 83,2 Prozent der Haushalte Anschlüsse mit mehr als 100 Mbit/s Bandbreite zur Verfügung, in halbstädtischen Gebieten 53,6 Prozent und in ländlichen 19,4 Prozent (Quelle: TÜV Rheinland). „Die Politik muss die enormen Anstrengungen des Marktes flankieren, zum Beispiel durch die Abschaffung der Sonderrechte der Telekom für die Nutzung von Vectoring gegenüber  FTTB/H und die Senkung der aktuell noch höher regulierten Preise für die Vermietung der alten Kupferanschlüsse“, so Witt.

Seit Jahren fordert der VATM gemeinsam mit dem DIHK zudem eine Aus- und Fortbildungsinitiative für Berufe rund um den Glasfaserausbau. „Schnellere Verlegetechniken werden manchmal bürokratisch im wahrsten Sinne des Wortes ausgebremst. Zudem muss die Bearbeitung der Anträge für Baumaßnahmen besser koordiniert und beschleunigt werden“, sagt Uwe Nickl, VATM-Präsidiumsmitglied und CEO des Unternehmens Deutsche Glasfaser, das gerade seinen 500.000sten FTTH-Anschluss gebaut hat. „Die Unternehmen, genauer die Wettbewerber der Telekom, machen einen wirklich ausgezeichneten Job. Sie bauen schneller als die Nachfrage steigt, damit die Glasfaser- und Mobilfunk-Netze stehen, wenn die Nachfrage hinterhergekommen ist und die Masse der Unternehmen und Bürger Gigabit-Netze braucht“, so Witt. „Wir bauen die Glasfaser-Autobahn nicht erst morgen, sondern wollen die Fülle von Möglichkeiten der Digitalisierung schon heute für alle erlebbar machen. Gerade für den Mittelstand in Deutschland bietet der Anschluss an die gigabitfähige Infrastruktur Chancen zur digitalen Weiterentwicklung und somit zu einer besseren Wettbewerbsfähigkeit“, so Deutsche-Glasfaser-CEO Nickl.

VATM-Präsident Witt fordert: „Wir können es nur gemeinsam schaffen und dafür haben wir den Ministerien Vorschläge unterbreitet, die den eigenwirtschaftlichen Ausbau ankurbeln, Förderung optimieren, Bürokratie abbauen, neue Verlegetechnologien pushen und Voucher für Bürger vorschlagen, damit die neuen Infrastrukturen schneller genutzt und ausgelastet werden. Eine solche Nachfrageförderung basierend auf einem diskriminierungsfreien Zugang –  Open Access – ist deutlich effizienter und für die Bürger deutlich vorteilhafter als allein die bisherige Förderung. Wir müssen aber auch ehrlich über Infrastrukturwettbewerb und doppelten Netzausbau reden, wenn anderswo gar kein Ausbau erfolgt. Dabei darf es auch kein Tabu sein, über die Abschaltung alter Kupfernetze nachzudenken, wenn hierdurch die Nutzung und Rentabilität des besten Netzes so gesteigert werden kann, dass staatliche Förderung in Milliardenhöhe überflüssig sein könnte.“

Für den VATM-Präsidenten steht fest: „Wenn wir für Deutschland das Beste erreichen wollen, müssen wir auf Wettbewerb und deutlich bessere Rahmenbedingungen setzen.“ Der VATM wird auch im Rahmen des Digitalgipfels der Bundesregierung mit den anderen Stakeholdern alles daran setzen, dass endlich gehandelt und nicht nur Geld versprochen wird. „Wir werden einen Aktionsplan vorstellen, der die Politik in die Pflicht nimmt, den Ausbau durch Bürokratieabbau und Digitalisierung zu unterstützen“, kündigt VATM-Präsidiums-mitglied Uwe Nickl an.
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