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Pressemitteilung BoxID: 235522 (Unitymedia KabelBW)
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Breitbandförderung: Unitymedia-Chef Parm Sandhu warnt vor Geldverschwendung

(PresseBox) (Köln, ) .
- Unitymedia startet eigene Initiative „Breitband Regional“ zur Versorgung ländlicher Gemeinden
- Gipfeltreffen im Kanzleramt: Kabelnetzbetreiber für sinnvolle Verwendung der Mittel

Im Vorfeld des Gipfeltreffens zur Förderung des Breitbandausbaus, zu dem Bundeskanzlerin Angela Merkel heute Vertreter der großen Telekommunikationsanbieter geladen hat, fordert Parm Sandhu, CEO des zweitgrößten deutschen Kabelnetzbetreibers Unitymedia, die Gleichbehandlung der Kabelnetzbetreiber. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters sprach er sich für „faire Wettbewerbsbedingungen“ aus. Die Kabelunternehmen, die viel Geld investiert hätten, um ihre Netze in der Fläche auszubauen und Telefon und Internet anzubieten, dürften gegenüber den DSL-Netzanbietern nicht benachteiligt werden. Gleichzeitig kündigt Sandhu den Start einer eigenen Initiative an, die den Anschluss von 99 ländlichen Gemeinden in 2009 an Breitband-Internet über Kabel vorsieht.
Nachfolgend das Interview im Wortlaut. Abdruck honorarfrei. Belegexemplare an untenstehende Anschrift erwünscht.

Köln, 29. Januar (Reuters): Deutschlands zweitgrößter Kabelnetzbetreiber Unitymedia fordert eine Gleichbehandlung mit der Telekommunikationsbranche im Zuge der Breitbandinitiative der Bundesregierung. Unitymedia-Chef Parm Sandhu forderte in einem Gespräch mit Reuters am Donnerstag „faire Wettbewerbsbedingungen“. Die Kabelunternehmen, die viel Geld investiert hätten, um ihre Netze in der Fläche auszubauen und Telefon und Internet anzubieten, dürften gegenüber den DSL-Netzanbietern nicht benachteiligt werden.

Die Regierung will im Rahmen ihres zweiten Konjunkturpakets eine flächendeckende Versorgung mit dem schnellen Internet in Deutschland sicherstellen und hat dafür staatliche Hilfen und eine „investitions- und wachstumsorientierte Regulierung“ in Aussicht gestellt. Wie das konkret aussehen soll, ist offen.

Die Kabelbranche fürchtet, dass die Politik den Ausbau von mit Glasfaser aufgerüsteten DSL-Hochgeschwindigkeitsnetzen (VDSL) bevorzugt. Das sei die falsche Technologie. Sandhu sagte, das Kabel schlage das VDSL-Netz schon heute um Längen. „Ein Konjukturprogramm, das sich auf VDSL konzentriert, ist eine echte Geldverschwendung, denn Kabel ist schnell und technisch überlegen und wird schon in vielen auch ländlichen Gegenden angeboten. Es bietet heute bereits mehr, als die Regierung bis 2014 mit VDSL erreichen will“, sagte er.

Nach den Vorstellungen der Bundesregierung sollen spätestens 2014 drei Viertel der Haushalte mit Internet-Übertragungsraten von mindestens 50 Mbit pro Sekunde versorgt werden, bis 2018 ganz Deutschland. Die Telekomfirmen müssten dafür flächendeckend Glasfaserkabel legen, wie es die Deutsche Telekom mit ihrem VDSL-Netz bislang nur in den 50 größten deutschen Städten getan hat. Die Investitionen werden auf 40 bis 50 Milliarden Euro geschätzt – Geld, das die Telekom nicht alleine aufbringen will.

Sandhu befürwortet eine staatliche Förderung für ländliche Gebiete, in denen sich höhere Bandbreiten nur mit einem hohen technischen Aufwand erreichen lassen. Doch auch dies dürfte nicht allein zu Gunsten von DSL geschehen. „Wir fordern, dass die Politik die Kabelindustrie ebenso unterstützt, um die übrigen Haushalte zu versorgen.“
Unitymedia werde in diesem Jahr sein Netz in ländlichen Regionen ausbauen. „Wir starten eine Initiative ‚Breitband regional’ und werden 99 Gemeinden aufrüsten,“ kündigt Sandhu an. Der Anteil der mit TV, Internet und Telefon erreichbaren Haushalte im Versorgungsgebiet von Unitymedia (NRW und Hessen) solle bis Ende des Jahres auf 91 Prozent von 83 Prozent Ende 2008 steigen.

(Reporter: Nikola Rotscheroth, redigiert von Alexander Hübner)