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Großes Interesse an ökologischen Produkten und Dienstleistungen in Asien

(PresseBox) (München / Singapur, )
Ökologische Produkte und Dienstleistungen sind in Asien stark gefragt. Das ist das Ergebnis einer unabhängigen Studie im Auftrag von TÜV SÜD. Die Umfrage zeigt auch, dass die Mehrheit der Verbraucher deutliche Preisaufschläge für zertifizierte ökologische Produkte akzeptiert.

Die Studie "TÜV SÜD Green Gauge 2010" wurde im Auftrag von TÜV SÜD Asia Pacific von der unabhängigen Marktforschungsagentur Kadence International in China, Indien und Singapur durchgeführt. Die Umfrage unter Führungskräften von 460 Unternehmen aus den Branchen Unterhaltungselektronik, Nahrung und Getränke, Bekleidung und Schuhe sowie unter 2.600 Verbrauchern liefert wertvolle Einblicke in die Akzeptanz von ökologischen Produkten und Dienstleistungen. "Die Unternehmen scheinen sich noch nicht darüber klar zu sein, wie stark das Interesse der Verbraucher an ökologischen Produkten und Dienstleistungen tatsächlich ist", sagte Ishan Palit, Sprecher der Geschäftsführung von TÜV SÜD Asia Pacific, bei der Vorstellung der Studie. Das starke Verbraucherinteresse zeige sich beispielsweise an der Bereitschaft, für solche Produkte deutlich höhere Preise zu zahlen.

Die große Mehrheit der Verbraucher (84 Prozent) ist laut TÜV SÜD-Studie dazu bereit, für zertifizierte ökologische Produkte und Dienstleistungen einen beträchtlichen Preisaufschlag von durchschnittlich 27 Prozent in Kauf zu nehmen und 74 Prozent der Befragten gaben an, solche Produkte auch zu kaufen. Im Gegensatz dazu gehen die Unternehmen davon aus, dass weniger als die Hälfte der Verbraucher (43 Prozent) bereit ist, einen höheren Preis für einen Ökonachweis zu bezahlen und dass dieser Preisaufschlag maximal 14 Prozent betragen darf. Diese abweichende Einschätzung zeigt sich auch daran, dass nur 43 Prozent der befragten Unternehmen nach eigener Aussage bereits Ökoprodukte herstellen oder mit diesen handeln.

Während das Interesse von Verbrauchern (durchschnittlich 96 Prozent) und Unternehmen (durchschnittlich 89 Prozent) an ökologischen Produkten und Dienstleistungen bereits hoch ist, glauben auch 95 bzw. 85 Prozent der Befragten, dass ökologische Themen in den nächsten fünf Jahren eine noch stärkere Rolle spielen werden. Dieser Meinung sind 96 Prozent der Verbraucher in Indien und jeweils 94 Prozent der Verbraucher in China und Singapur. Von den Unternehmen teilen in Indien 82 Prozent, in China 88 Prozent und in Singapur 86 Prozent diese Meinung.

Öko-Zertifizierungen durch eine unabhängige Stelle beeinflussen die Kaufentscheidung

Im Rahmen der TÜV SÜD-Studie wurden nicht nur das Bewusstsein und das Interesse an ökologischen Themen, sondern auch die Auswirkungen des ökologischen Nutzens und von entsprechenden Nachweisen auf das Kaufverhalten untersucht. In Indien erklärten 96 Prozent, in China 94 Prozent und in Singapur 90 Prozent der befragten Verbraucher, dass Öko-Zertifizierungen von unabhängigen Stellen ihre Kaufentscheidung beeinflussen würden. Die Verbraucher in Indien und China gaben sogar an, dass diese Standards für ihre Kaufentscheidung wichtiger seien als der Preis. Als Hauptgrund nannten die Befragten in allen Ländern die Tatsache, dass Öko-Zertifizierungen die Glaubwürdigkeit der Produkte erhöhen würden. Überraschenderweise zeigte die Studie auch, dass Verbraucher mehr über unabhängige Öko-Zertifizierungen wissen als Unternehmen. Im Durchschnitt kannte fast die Hälfte (49 Prozent) der befragten Verbraucher, aber nur ein Drittel (35 Prozent) der befragten Unternehmen die entsprechenden Standards.

"Die Verbraucher in China, Indien und Singapur werden immer anspruchsvoller, was Ökologie und Umweltschutz betrifft", so die Einschätzung von Ishan Palit. "Sie wollen ökologische Produkte kaufen und ökologische Dienstleistungen nutzen, die von einer unabhängigen Stelle nach einem Ökostandard zertifiziert wurden." Die Unternehmen würden allerdings nur verzögert auf diese Entwicklung reagieren. Das sei angesichts der vorhandenen Nachfrage ein überraschendes Ergebnis.

Wer soll bei Ökothemen die Federführung übernehmen?

Bei der Frage, wer bei der Lösung ökologischer Probleme eine führende Rolle spielen sollte, verweisen die Unternehmen auf die Politik, während die Verbraucher vor allem selbst Verantwortung übernehmen wollen. 43 Prozent der befragten Unternehmen waren der Meinung, es sei die Aufgabe der Politik und der Regierungen, die Initiativen in den Bereichen Nachhaltigkeit und unternehmerische Verantwortung (Corporate Social Responsibility, CSR) voranzutreiben. Die große Mehrheit der Unternehmen gab zudem an, Industriestandards und gesetzliche Vorschriften seien für sie der Hauptgrund dafür, eine Unternehmenspolitik und Unternehmensrichtlinien zur unternehmerischen Verantwortung (CSR) und Nachhaltigkeit einzuführen.

"Die Ergebnisse unserer Studie zeigen eindeutig, dass ökologische Produkte und Dienstleistungen nicht nur zur Lösung relevanter Umweltprobleme beitragen, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll sind", so das Fazit von Ishan Palit. Dieser Trend werde sich im Lauf der nächsten fünf Jahre weiter verstärken. Von dieser Entwicklung könnten vor allem Unternehmen profitieren, die schnell handeln und entsprechende Produkte und Dienstleistungen auf den Markt bringen.
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