TÜV SÜD: Selten war Zeit für Autokauf günstiger

(PresseBox) ( München, )
Steuerbefreiung, Konjunkturprogramm, günstige Kredite, Abwrackprämien - die Finanzkrise hat auch gute Seiten: Autos gibt es so günstig wie seit Jahren nicht mehr. Gerade Gebrauchtwagenpreise sind in der Folge deutlich gesunken. Sollen sich Interessenten deswegen in den nächsten Monaten den Neuen zulegen? Die TÜV SÜD-Experten fassen die Fakten zusammen und geben Tipps zum Gebrauchtwagenkauf.

Steuern: Neuwagen werden für bis zu zwei Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Damit möchte die Bundesregierung die heimische Automobilindustrie unterstützen. Ganz aktuell gilt:

Kauft man sich binnen des nächsten halben Jahres, also bis Juni 2009 einen neuen Wagen, zahlt man ein Jahr keine Steuern. Besonders schadstoffarme Wagen, solche der Schadstoffklassen fünf und sechs, werden sogar - abgesehen von der Spritsteuer - zwei Jahre ohne Fiskus fahrbar sein. Danach soll die Besteuerung vom CO2-Ausstoß abhängig gemacht werden. Wie viel spart der Autokäufer aber wirklich? Bei einem neuen Golf VI mit einem 80 PS starken Benziner würden ohne Befreiung 94 Euro Steuern im Jahr anfallen, beim Fiat 500 mit 69 PS 87 Euro, beim BMW 730d mit 245 PS immerhin 463 Euro. Hochgerechnet auf zwei Jahre spart der VW-Fahrer 188 Euro, der Fiat-Käufer 174 Euro und der BMW-Besitzer 926 Euro.

Preise: Die Absatzzahlen der Automobilhersteller sinken. Das wirkt sich auf die Verkaufspreise aus - bei Neu- wie bei Gebrauchtwagen. Besonders lohnenswert ist derzeit ein Blick auf das große Angebot an Jahres-, Halbjahres- und Werkswagen. Einen guten Überblick über die aktuelle Preissituation erhalten die Autokäufer durch die großen Internetportale. Wer sich für einen älteren Gebrauchten entscheidet, sollte Einiges beachten, damit das Schnäppchen nicht zum Albtraum wird. Die TÜV SÜD-Experten geben Tipps zum Kauf:

Lack: Interessenten sollten sich nicht vom frisch polierten Lack blenden lassen, sondern die Außenhaut genau unter die Lupe nehmen. Am besten bei gutem Wetter und unter freiem Himmel, damit der Blick auf Lackfehler oder kleine Dellen nicht getrübt wird. Selbst kleinste Unregelmäßigkeiten oder Lacknebel an Fenstergummi oder Leisten können ein Hinweis auf einen Unfall sein, so TÜV SÜD. Indizien für eine hohe Kilometerleistung und eine rasante Fahrweise sind auffallend viele Lackabplatzer im Frontbereich. Um Korrosions-Schäden zu entlarven, sollten vor allem die Kotflügel, die Kanten und Falze an den Türen, die Türschweller, die Bodenbleche im Innenraum (Teppiche oder Matten hochheben), die oberen Aufhängungen der Federbeine und soweit möglich auch der Zustand des Unterbodens penibel ins Visier genommen werden. Besonderes Interesse gilt den Spaltmaßen bei Türen, Kofferraumklappe und Motorhaube.

Innenleben: Beim Motorraum zählt primär der Zustand der Schläuche und der Stand der Flüssigkeiten bei Öl, Kühlmittel, Bremse, Servolenkung und Batterie - alles Gradmesser für Pflege und Wartung. Darüber hinaus deuten beispielsweise Ölspuren im Kühlwasser auf einen Defekt der Zylinderkopfdichtung hin. Anschließend ist ein Blick auf die Reifen ratsam. Ein unregelmäßig abgefahrenes Profil kann Schäden am Fahrwerk signalisieren, so die Profis von TÜV SÜD. Dellen, Risse und Schrammen in den Felgen zeugen von Randstein-Kollisionen.

Papiere: Ein Blick ins Serviceheft gibt Aufschluss über Kilometerstand, durchgeführte Inspektionen und Reparaturen. Die Zahl der Vorbesitzer geht aus dem Fahrzeugbrief hervor. Bei Briefen der alten Generation sind bis zu sechs Vorbesitzer eingetragen, die neuen Fahrzeugbriefe nennen maximal zwei Vorbesitzer, erläutern die Fachleute von TÜV SÜD. Vom Rechtsverhältnis des Verkäufers zum angebotenen Fahrzeug, also Händler oder Eigentümer, hängt übrigens die Gewährleistungspflicht ab. Seit 2002 gilt für gewerblichen Handel eine Gewährleistung von einem Jahr.

Praxistest: Bei der Probefahrt sollten Beleuchtung, Scheibenwischer, Heizungs-, Klima- und Lüftungsanlage sowie alle Hebel und Instrumente im Armaturenbrett kurz gecheckt werden. Mit dem Anlassen des Motors sollten alle sonstigen Geräuschquellen ausgeschaltet werden, Fenster bleiben geschlossen und die Lüftung aus, das Radio sowieso - schließlich sollen sich die Ohren auf ungewöhnliche Geräusche konzentrieren können. Die Kupplung muss ohne Rubbeln und Durchrutschen ihren Dienst verrichten, die Handbremse fest arretieren und die Fußbremse gleichmäßig und kräftig zupacken. Die Gänge sollten sich ohne Hakeleien und kratzende Geräusche einlegen lassen. Das Lenkrad darf nicht flattern und das Bremspedal nicht pulsieren, andernfalls sind womöglich die Räder schlecht ausgewuchtet oder die Bremsscheiben beschädigt.

Vertrag: Erst wenn alle Tests bestanden sind, geht es an die Unterzeichnung des Kaufvertrags, in dem Bezeichnungen wie "Bastlerauto" - Synonym für gravierende Schäden bis zum Totalschaden - genauso wenig verloren haben wie der Zusatz "als Teileträger verkauft". Ganz wichtig ist zudem die eindeutige und schriftliche Zusicherung der Unfallfreiheit.

CO2-Emission: Ob nun gleich, in einem halben Jahr oder später: Die Kfz-Steuer nach CO2-Ausstoß wird kommen. Also schon jetzt auch beim Kauf eines Gebrauchten auf die Umweltverträglichkeit achten. Soll es nun ein Bolide, beispielsweise ein SUV sein, weil er ja für zwei Jahre keine Steuern kostet, sollte man bedenken: Kommt die CO2-Steuer, wird sich das deutlich negativ beim Wiederverkauf - zumindest im Inland - auswirken.

Gutachten: Wer beim Gebrauchtwagen-Kauf auf Nummer sicher gehen will, kann sich von TÜV SÜD fachkundig unterstützen lassen. Die Fachleute prüfen den Gebrauchten auf Herz und Nieren und fertigen ein Gebrauchtwagenzertifikat an.

Weitere Informationen unter www.tuev-sued.de
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