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Pressemitteilung BoxID: 496449 (TÜV SÜD AG)
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TÜV SÜD: Nicht zu früh auf Sommerreifen umsteigen

Beim Kauf von Sommerreifen auf Rollwiderstand achten - Preise derzeit stabil

(PresseBox) (München, ) Mit steigenden Temperaturen wird es traditionell schwieriger, einen Termin für den Reifenwechsel zu bekommen. Die meisten Autofahrer lassen bereits jetzt die Sommerreifen montieren, obwohl eigentlich auch im April mit Schnee und Straßenglätte gerechnet werden muss. Früh kaufen, weil sonst wie in den vergangenen Jahren die Preise steigen? Nein, sagen die TÜV SÜD-Experten. Denn die Kosten für neue Sommerpneus sind aktuell einigermaßen stabil. Wer neue Reifen braucht, sollte sich daher lieber Zeit für die Auswahl lassen. Eine gute Orientierung dabei bieten die Tests bekannter Fachzeitschriften.

Zwischen 35 und 40 Prozent eines Autoreifens bestehen aus Naturgummi. Die Preise für dieses aus Kautschukbäumen gewonnene Produkt sind in den vergangenen zehn Jahren um 400 Prozent gestiegen. Jetzt ist der Trend gebrochen: Seit ein paar Monaten fällt der Preis für Rohgummi - an einem der wichtigsten Handelsplätze für Kautschuk, der Rohstoffbörse in Singapur, um rund 20 Prozent innerhalb der vergangenen 12 Monate. Billiger werden die Pneus dennoch nicht. Schuld daran sind ständig steigende Ölpreise. Durchschnittlich 28 Liter Rohöl sind nach Aussagen führender Reifenhersteller für die Produktion eines Pkw-Reifens notwendig.

Auswahl: Jeder Autoreifen ist ein Kompromiss, der mit einer Vielzahl von Fahrsituationen zurechtkommen muss. Deshalb ist die Fokussierung nur auf einen einzigen Punkt nicht sinnvoll. "Extreme Langlebigkeit kann beispielsweise Einfluss auf den Bremsweg haben", so Lars Netsch von der TÜV SÜD Automotive GmbH. Deshalb heißt es, Testergebnisse und Aussagen von Händlern genau zu bedenken. Zu den klassischen Eigenschaften wie Handling bei Trockenheit und Nässe sowie Bremsweg ist in den vergangenen Jahren der Rollwiderstand getreten. "Wer beim Kauf darauf achtet, spart Sprit und tut was für die Umwelt", so der Tipp von Netsch, Reifenexperte bei TÜV SÜD Automotive, die in der europäischen Kommission mit am Abgleich der Rollwiderstandslabore arbeiten. Die Expertengruppe ist an der versuchstechnischen Umsetzung des EU-Reifenlabels beteiligt, das im November 2012 Pflicht für die Kennzeichnung von Rollwiderstand, Geräuschentwicklung und Nassbremsleistung wird.

"Viele Markenhersteller bieten schon besonders rollwiderstandsoptimierte Reifen an. Bei den Marken etablierter Hersteller kann man sich zudem darauf verlassen, dass der Rollwiderstand nicht auf Kosten der Nässeperformance verbessert wurde", sagt Netsch.

Widerstand im Fokus: "Ecopia", "Energy Saver", "Eco Contact", "Eco Impact" oder "Efficient Grip" - etliche Markenhersteller haben vor dem Hintergrund hoher Spritpreise, der CO2-Diskussion und in Vorbereitung des neuen Labels den Rollwiderstand der Pneus bereits gesenkt. Die Autoindustrie setzt diese Reifen schon heute in der Erstausrüstung ein, weil sich das positiv auf die Verbrauchsangaben auswirkt. Die großen Reifenproduzenten erfüllen mit den meisten Produkten bereits jetzt die kommenden EU-Vorschriften. Tipp von Netsch: "Eine gute Orientierung für den Kauf der neuen Sommerpneus sind Testberichte der Fachpresse. Dort finden Interessenten inzwischen fast immer auch die Angaben zum Rollwiderstand."

Sicherheit im Griff: Energieeffizienz darf nicht zu Lasten der Sicherheit gehen. Reifenhersteller haben bei der Entwicklung im Kern mehr als zehn Faktoren im Blick, darunter Nassgriff, Rollwiderstand und Geräuschentwicklung. "Diese Faktoren beeinflussen sich gegenseitig. Optimierungen beim Rollwiderstand und bei der Geräuschentwicklung haben in der Regel Auswirkungen auf die Nässe-Performance eines Reifens", erklärt Netsch. Und weiter: "Die bekannten Markenhersteller haben das 'Magische Dreieck' aber bestens im Griff. Der Rollwiderstand wird nur soweit optimiert, dass die Einbußen beim Grip sich absolut im Rahmen halten. Sicherheit wird nach wie vor großgeschrieben."

Alles auf einen Blick: Wie gut die Hersteller den Zielkonflikt im Griff haben, das soll noch in diesem Jahr das neue Label kennzeichnen, mit dem Reifen im Handel in der EU gekennzeichnet sein müssen. Darauf gezeigt werden die Faktoren Rollwiderstand, Bremsen bei Nässe und die Abrollgeräuschentwicklung. Das neue Label erhöht den Druck auf die Hersteller, den Rollwiderstand bei ihren Reifen und damit die CO2-Emission stärker in den Blick zu nehmen. Dafür hat der Gesetzgeber die Messlatte beim Abrollen besonders hoch gelegt: "Das 'A' bei den Nässeeigenschaften erreichen einige wenige Reifen anerkannter Hersteller, aktueller Stand der Technik beim Rollwiderstand ist ein 'C' bis 'E' - in naher Zukunft bestenfalls 'B'", erläutert Netsch. Damit der Rollwiderstand nicht auf Kosten der Sicherheit geht, haben Verbraucher die Angaben zur Nässeleistung gleich mit auf dem neuen Label: "Schlechte Werte beim Nassbremsen - das kann sich kein Hersteller leisten, auch wenn der Rollwiderstand noch so gut ist", erläutert Netsch. Zur Bestimmung und Überprüfung der Werte des EU-Reifenlabels führt TÜV SÜD Automotive für seine Auftraggeber die erforderlichen Versuche durch und betreibt zudem eines der wenigen unabhängigen Referenzlabore für den Rollwiderstand.

Stellschrauben in der Hand: Wer neue Reifen kauft, sollte neben dem Rollwiderstand auch die Reifendimension beachten. Denn ein schmalerer und gleichzeitig im Durchmesser größerer Reifen hat physikalisch Vorteile beim Energieverbrauch gegenüber einem ansonsten gleichen Typen - denn bei höheren Geschwindigkeiten auf der Autobahn kommt der Luftwiderstand stärker zum Tragen als der Rollwiderstand.

Weitere Informationen unter www.tuev-sued.de.

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