Mobil und sicher im Alter?

TÜV SÜD für freiwillige Untersuchungen

TÜV SÜD (PresseBox) ( München, )
Am 4. Mai wurden auf der A 92 ein 84-jähriger Geisterfahrer und drei weitere Personen getötet. Nach Unfällen wie diesem wird in der Öffentlichkeit immer wieder über verpflichtende Fahrtüchtigkeits-Untersuchungen für ältere Autofahrer diskutiert. TÜV SÜD wendet sich zum Tag der Verkehrssicherheit gegen eine Pflichtuntersuchung, denn die Gruppe der Senioren stellt kein erhöhtes Risiko dar. „Freiwillige Fahrtüchtigkeits-Untersuchungen sind dennoch wichtig“, so die Verkehrsexperten von TÜV SÜD. Sie bieten dafür den „Fitness-Check an“. Das Ergebnis ermöglicht eine gute Einschätzung der eigenen Fahrtüchtigkeit und unterliegt der Schweigepflicht.

Die Deutschen werden immer älter: 2005 lebten 3,3 Prozent mehr Menschen über 65 Jahre in Deutschland als im Vorjahr, Tendenz steigend. Damit nimmt auch der Anteil der Senioren unter den Autofahrern weiter zu. Heute besitzen schon mehr als zwei Drittel der über 65-Jährigen einen Führerschein. Steigt mit zunehmend älteren Fahrern auch die Zahl der Unfälle? Ältere Autofahrer sind kaum häufiger in tödliche Verkehrsunfälle verwickelt als junge Fahrer, so die Experten von TÜV SÜD Life Service: Laut statistischem Bundesamt wurden 2006 1.154 Fahrer über 65 Jahre getötet, aus der Gruppe der Fahrer zwischen 18 und 25 starben 1.011 Menschen. Verletzt wurden ältere Autofahrer (41.728) ungefähr halb so häufig wie junge Fahrer (83.292). Die TÜV SÜD-Experten weisen aber darauf hin, dass die 18- bis 24-Jährigen einen Bevölkerungsanteil von nur 8,2 Prozent ausmachen und deren Unfallrisiko folglich ungleich höher ist als das der älteren Fahrzeuglenker.

„Das Problem ist eigentlich nicht das Alter an sich, sondern Krankheiten und körperliche Einschränkungen. Und das betrifft auch jüngere Erkrankte“, sagt Martina Blabl von TÜV SÜD. Allerdings sind ältere Menschen häufiger krank, müssen öfter regelmäßig Medikamente nehmen und haben vielfach auch Mehrfacherkrankungen. Blabl: „Tatsache ist, dass Krankheiten und Medikamente die Koordination und Konzentration am Steuer erheblich beeinträchtigen können.“ Eine Untersuchung der Bundesanstalt für Straßenwesen zeigte, dass Personen mit mehr als einer Krankheit ein 2,6-mal so großes Risiko für einen Autounfall haben wie Gesunde.

Die Experten der TÜV SÜD Life Service sprechen sich angesichts dieser Fakten gegen einen verpflichtenden Fahreignungstest speziell bei älteren Fahrern aus. Sie appellieren vielmehr an die Eigenverantwortung aller Verkehrsteilnehmer und befürworten freiwillige Untersuchungen und Beratungen. „Damit sich diese Möglichkeiten zur Erhaltung der Mobilität durchsetzen, muss auf breiter Front dafür geworben werden“, fordert Martina Blabl. Angehörige, Ärzte oder Politiker sind wichtige Multiplikatoren, um diese Instrumente weiterzuempfehlen.

Mit dem Fitness-Check von TÜV SÜD Life Service können zudem Lösungen für Fahrer gefunden werden, die bestimmte Probleme durch Krankheiten haben, egal in welchem Alter. „Viele Einschränkungen können ausgeglichen werden, so dass einer weiteren Verkehrsteilnahme nichts im Weg steht. Das Ziel ist dauerhafte und sichere Mobilität“, so die TÜV SÜD-Expertin. Beim Fitness-Check setzen sich die Ärzte und Psychologen ausführlich mit der Leistungsfähigkeit und gegebenenfalls mit dem Krankheitsbild des Verkehrsteilnehmers auseinander. Der Teilnehmer - und nur dieser - erhält eine klare schriftliche Auskunft über seine Situation und Empfehlungen zur sicheren Verkehrsteilnahme. „Damit stärken wir die Eigenverantwortung und das Sicherheitsbewusstsein der Verkehrsteilnehmer,“ unterstreicht Blabl.

Weitere Informationen dazu gibt es unter www.tuev-sued.de/.... oder in dem Buch „Arzthaftung bei problematischer Fahreignung“ von Jürgen Peitz und Hannelore Hoffmann-Born (ISBN 3-7812-1628-4).
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