TU Ilmenau baut Labor für biologisch inspirierte Elektronik auf

An der TU Ilmenau wird künftig biologisch inspirierte Elektronik entwickelt (© TU Ilmenau/ Christoph Gorke) (PresseBox) ( Ilmenau, )
Die Technische Universität Ilmenau baut ein Labor zur Herstellung und Charakteri-sierung biologisch inspirier-ter, sogenannter neuromor-pher Elektronik auf. Dazu erhält das Zentrum für Mikro- und Nanotechnologien aus dem Programm „Forschungs-labore Mikroelektronik Deutschland (ForLab)" des Bundesministeriums für Bil-dung und Forschung über 4,6 Millionen Euro für drei Jahre. Am 10. April 2019 wird das ForLab für neuromorphe Elektronik Ilmenau im Beisein des Thüringer Ministers für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft, Wolfgang Tiefensee, offiziell eingeweiht. Vertreter der Medien sind herz-lich eingeladen.

In ganz Deutschland entstehen insgesamt zwölf „Forschungs-labore Mikroelektronik". Mit dem Zuschlag des Bundesfor-schungsministeriums setzte sich die TU Ilmenau in einem mehrstufigen Auswahlverfah-ren gegen insgesamt 40 For-schungseinrichtungen durch. In Ilmenau werden künftig neu-romorphe Systeme entwickelt, also mikroelektronische Bau-elemente und Schaltungen auf der Basis neurobiologischer Gesetzmäßigkeiten. Mit den Elektronikkomponenten, die durch biologisch inspirierte Signalverarbeitungs- und Spei-chermechanismen besonders energieeffizient arbeiten, schaf-fen die Ilmenauer Forscher eine neue Qualität in der Mikro-elektronik. Dafür verknüpfen die Wissenschaftler aus fünf Fachgebieten die sup-raleitende Elektronik mit der neuromorphen Memristor-Elektronik. Der Begriff Memristor – zusammengesetzt aus den englischen Wörtern für Gedächtnis, Memory, und Widerstand, Resistor – umschreibt elektronische Komponenten, die in der Lage sind, Informationen durch veränderbare Widerstandszustände zu speichern. Mit diesem Verhalten ähneln Memristoren den Synapsen im menschlichen Gehirn. Prof. Martin Ziegler, Leiter des Fachgebiets Mikro- und nanoelektronische Sys-teme der TU Ilmenau und Koordinator des Projektes, ist sich sicher, dass die damit realisierbaren bio-inspirierten Rechenarchitekturen den Energieverbrauch deutlich senken werden.

Mit dem Labor zur Entwicklung neuromorpher Elektronik erweitert und modernisiert die TU Ilmenau ihre Forschungsinfrastruktur. Die neuen Forschungsanlagen werden in das bestehende Zentrum für Mikro- und Nanotechnologien integriert und stehen damit nicht nur den Ilmenauer Wissenschaft-lern, sondern auch allen internen und externen Nutzern des Hightech-Gerätezentrums zur Verfü-gung. Um Synergien in der Forschungs- und Entwicklungsarbeit nutzen zu können, werden die zwölf deutschen ForLabs künftig untereinander vernetzt sein. Ebenso werden die Forscher sich mit den Wissenschaftlern der Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland austauschen, einem Ver-bund aus elf Fraunhofer-Instituten und den zwei Leibniz-Instituten für Höchstfrequenztechnik Ferdi-nand-Braun und für innovative Mikroelektronik IHP.

Bei der Auftaktveranstaltung des ForLab-Projekts am 5. Februar an der RWTH Aachen betonte Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, die wichtige Rolle der Hochschulen für die Zukunftsfä-higkeit des deutschen Innovationssystems: „Techno-logische Souveränität im Zeitalter der Digitalisie-rung braucht eine Spitzen-Ausstattung für Spitzen-Forschung nicht allein in der Wirtschaft, sondern auch in der Wissenschaft. Wichtig sind uns dabei der Zugang auch kleiner und mittlerer Unterneh-men zu einer modernen Forschungsinfrastruktur und eine Ausbildung der Nachwuchskräfte, die den steigenden Anforderungen gerecht wird. Wir wollen ein lebendiges Ökosystem schaffen, in dem neue Ideen und neues Wissen schnell nutzbar gemacht werden und in unserem Alltag ankommen."

Auftaktveranstaltung Forschungslabor Mikroelektronik Ilmenau:

Mittwoch, 10.04.2019, 13.00 Uhr

TU Ilmenau, Zentrum für Mikro- und Nanotechnologien, Feynmanbau, Gustav-Kirchhoff-Str. 7, 98693 Ilmenau

Filmteams und Fotografen sind ab 12.30 Uhr herzlich willkommen
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