IT-Modernisierung und Digitalisierung haben bei Bundeswehr und Bund hohe Priorität

Gemeinsame Veranstaltung von AFCEA Bonn e.V. und BWI GmbH

Podiumsdiskussion mit Jochen Reinhardt, Pressesprecher BWI und AFCEA-Vorstand, Frank Leidenberger, Chief Strategy Officer BWI, Generalmajor Dr. Michael Färber, Kommandeur KdoITBw, und Martin Kaloudis, Chief Executive Officer BWI (v.l.n.r.) (Quelle: BWI) (PresseBox) ( Bonn, )
Welche Entwicklungen gibt es in Sachen Digitalisierung der Bundeswehr und Konsolidierung der Bundes-IT? Diese Frage stand am 3. Juli im Mittelpunkt einer eintägigen Konferenz, zu der AFCEA Bonn e.V. und BWI in die Luftwaffenkaserne Köln-Wahn eingeladen hatten. Unter dem Motto „Digitale Kompetenz und Konvergenz bei Bundeswehr und Bund“ gaben Vertreter von BWI, Bund, Bundeswehr und Industrie den rund 220 Gästen Einblicke in den aktuellen Stand. Das Fazit: IT- Modernisierung und Digitalisierung werden bei Bundeswehr und Bund mit hoher Priorität vorangetrieben.

Digitalisierung der Gesundheitsversorgung als Leuchtturmprojekt

Nach der Einführung durch den stellvertretenden AFCEA-Vorsitzenden, Oberst i.G. Heiko Mühlmann, stand zunächst eines der aktuellen Leuchtturmprojekte des Verteidigungsministeriums auf der Tagesordnung: die Digitalisierung der Gesundheitsversorgung der Bundeswehr. Oberst i.G. Reiner Seitz, der im BAAINBw die Task Force zur IT-Unterstützung der Gesundheitsversorgung leitet, Oberstarzt Dr. Stefan Meier aus dem Kommando Sanitätsdienst und Dr. Michael Trampert, Programmleiter der BWI, stellten gemeinsam das bis ins Jahr 2021 reichende Programm vor. Das Programm habe das Ziel, bisher anzutreffende Einzellösungen im Sanitätsdienst abzulösen und eine ganzheitliche Enterprise-Architektur zu etablieren. Vor allem gelte es, die bisher noch vielfach analogen und manuellen Abläufe durch eine komplette digitale Vernetzung des Gesundheitswesens zu ersetzen, sagte Oberst Seitz. Oberstarzt Dr. Meier ergänzt: „Dazu zählt insbesondere der Aufbau einer zentralen Informationsdrehscheibe für die Datenhaltung.“. Die BWI bringt ihre Architektur- und Management-Expertise sowie Fachpersonal in das Programm ein. „Künftig ist sogar vorstellbar, dass wir den Sanitätsdienst von Aufgaben entlasten und neben der HERKULES-IT auch die Medizin-IT betreiben“, so BWI-Programmleiter Dr. Michael Trampert.

Dokumentenmanagementsystem für bis zu 190.000 Nutzer

Im Anschluss erläuterte Michael Morton vom IT- und Business-Consulting-Unternehmen CGI das neue Dokumentenmanagementsystem für die Bundeswehr (DokMBw) das den gesamten Lebenszyklus von Dokumenten abbildet. „Im Endausbau werden 190.000 Nutzer in der Bundeswehr mit DokMBw arbeiten“, so Morton.

„Wir wollen eine tolle IT für Deutschland!“

Frank Leidenberger, Chief Strategy Officer der BWI, ging bei der Veranstaltung auf die Rolle der BWI bei der IT-Konsolidierung (IT-K) des Bundes ein. Zu den Herausforderungen zählten die besonderen Sicherheitsanforderungen an eine Plattform für die IT-K, bedingt durch den Austausch mit dem Bürger. Ein Hindernis sei, dass es nach wie vor keine Governance-Struktur gebe, sondern vielmehr ein Ressortprinzip. „Aus unserer Sicht müsste es aber für die IT-K Bund eine Art HERKULES-light geben“, so Leidenberger. „Also einen Vertrag für die IT-Konsolidierung unter Einbeziehung von Industriepartnern, keine Einzelverträge mit Ressorts.“ Hier könne die BWI ihre Erfahrungen aus dem HERKULES-Projekt einbringen. Umgekehrt würde auch die Bundeswehr von den neuen Erkenntnissen bei der IT-K profitieren, so Leidenberger. Zu den Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Umsetzung gehöre auch, dass Verträge über eine Reichweite von drei bis fünf Jahren geschlossen werden sollten, um die Kontinuität von Vorhaben nicht zu gefährden. „Wir wollen eine tolle IT für Deutschland haben! Und sie wird kommen, weil sie notwendig ist.“

„Die BWI muss mutiger werden.“

Martin Kaloudis, Chief Executive Officer der BWI, positionierte die BWI klar als Digitalisierungspartner der Bundeswehr und skizzierte drei Handlungsfelder, die für die BWI in diesem Zusammenhang bedeutsam seien: Consulting, Digitale Programme und Innovationen. Ziel sei es, marktgerechte Innovationen in die Bundeswehr zu bringen. Dazu seien in Zukunft Systeme erforderlich, die nicht nur stabil sind, sondern auch der digitalen Transformation standhalten. „Ein wesentlicher Erfolgsfaktor dabei ist, dass die BWI mutiger wird.“ Schließlich könne man es sich in der IT mit Blick auf die notwendige Transformation erlauben, auch einmal mit einer 80-Prozent-Lösung zu arbeiten und etwas auszuprobieren. In einer Podiumsdiskussion mit den BWI-Geschäftsführern blickte der Kommandeur des Kommandos Informationstechnik der Bundeswehr (KdoITBw), Generalmajor Dr. Michael Färber auf die Pläne zur Digitalisierung der Streitkräfte. Voraussetzung dafür, die Digitalisierung voranzubringen, sei eine gute Plattform. Wichtig sei es auch, neben dem „Spielbein“ Digitalisierung das „Standbein“ Modernisierung nicht außer Acht zu lassen: „Wir müssen die IT-Modernisierung nach marktgängigen Standards vorantreiben“, sagte Färber. Langfristiges Ziel sei es, in der Bundeswehr ein einziges IT-System zu etablieren.

Operativer Blick auf IT-Konsolidierung

Marco Metzlaff und Julian Klein (beide BWI) sowie Ulf Glöckner vom Consultingunternehmen Sopra Steria stellten im letzten Panel der Konferenz Erfahrungen und Herausforderungen bei der IT-Konsolidierung des Bundes vor. Marco Metzlaff, Leiter BWI Consulting, präsentierte dabei das neue Krisenvorsorgeinformationssystem Bund (KVInfoSysBund), an dessen Neuentwicklung die BWI beteiligt ist. Um deutschen Staatsangehörigen im Ausland künftig besser helfen zu können, beinhaltet das mobil nutzbare und jederzeit verfügbare System einen gemeinsamen ressortübergreifenden Informationsraum und ermöglicht die Anbindung deutscher Auslandsvertretungen. Neue ressortübergreifende Kommunikationswege und -werkzeuge stehen dabei im Vordergrund.

Julian Klein, Leiter der Service Unit Wirkplace bei der BWI, ging auf Erfahrungen mit dem angestrebten Bundesclient ein. Mit dem Bundesclient soll ein System entwickelt werden, dass neben der Erhöhung der IT-Sicherheit wirtschaftlich, innovationsfähig, und zukunftssicher ist.

Ulf Glöckner von Sopra Steria stellte den „Branchen Kompass Public Services“, eine Studie zur Digitalisierung in der öffentlichen Verwaltung, vor. Sie fußt auf persönlichen Befragungen von Entscheidern. Das Ergebnis: Im Ranking der wichtigsten Herausforderungen stehen Digitalisierungsthemen bei den öffentlichen Verwaltungen Deutschlands an oberster Stelle. Ein Vortrag von Dr. Norbert Frick von CONET über den Beitrag von Enterprise Architecture Management zur Digitalen Konvergenz rundete den Tag ab.
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