Vom Sanierungsfall zum regenerativen Renommierprojekt

relatio baut auf der ehemaligen Mülldeponie Georgswerder derzeit eine Photovoltaik-Großanlage

Fundamentierungsarbeiten am Energieberg (Foto: relatio)
(PresseBox) ( Hamburg/Balingen/Wiefelstede., )
Von einer immensen Müllsünde vergangener Jahrzehnte hin zu einem Gipfel der Erneuerbaren Energien: Im Rahmen der Internationalen Bauaustellung Hamburg (IBA), die 2013 stattfindet, wird die einstige Mülldeponie Georgswerder zum so genannten „Energieberg“ umgebaut. Für relatio haben in den vergangenen Tagen die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt der dortigen Photovoltaikanlage begonnen.

relatio ist bewandert im Bau von gigantischen PV-Anlagen auf unwegbarem Gelände wie einer Mülldeponie. Georgswerder ist jedoch auch für das erfahrene Team von relatio ein besonderes Projekt. Nicht nur, dass die zweite Georgswerder-Anlage mit einer Leistung von 405 kWp zum Jahresende fertig sein soll: Der Hamburger Müllberg galt einst als mit 42 Hektar Größe, 40 Metern Höhe und rund sieben Millionen Kubikmetern Fassungsvolumen als eine der größten Deponien Europas.

Einst Symbol für die Altlasten-Problematik Deutschlands, zeigt Georgswerder heute anschaulich den gesellschaftlichen und energiepolitischen Wandel. Der Ort, wo einst Hausmüll und giftige Industrieabfälle angelagert wurden und sogar das so hochgiftige Seveso-Dioxin austrat, wird zum Renommierprojekt der regenerativen Energieerzeugung. Dieses bietet künftig einen wohl überlegten Mix aus Sonnenergie, Windkraft, Biogas und Flächen-Geothermie. Bei Projektierung und Bau mittendrin: die Fachleute von relatio. „Dieses Projekt ist unglaublich spannend“, sagt Jörn Menke von relatio international in Wiefelstede, „es bietet selbst für alte Hasen wie uns viel Neues.“ Auftraggeber ist der städtische Energieversorger „Hamburg Energie“, der die Anlage selbst betreiben wird. Der Generalübernehmer SUNGEN Power GmbH liefert die Module und hat relatio International mit der kompletten Planung, Bauleitung, Lieferung aller sonstigen Komponenten und Realisierung des Projekts beauftragt.

Für relatio haben die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt der Photovoltaik-Anlage in den vergangenen Tagen begonnen. Montageeinsätze bei nasskaltem Winterwetter ist das wetterfeste Team der Solarprofis längst gewöhnt. Als die Arbeiten in Hamburg starteten, zeigte sich Petrus wenig kooperativ und schickte alles von kühler Bewölkung, Hagel bis hin zu Starkregen. Da die kompletten Fundamente bei Frostgefahr betoniert werden mussten, war das Team sogar darauf vorbereitet, das Arbeitsareal mit beheizten Spezialzelten abzudecken – aufwändig, aber im Notfall hocheffektiv. Aufgrund der starken Hanglage mussten zudem Spezialtische für die Module installiert werden. Weil es sich bei Georgswerder um eine Mülldeponie handelt, deren Erdreich einst aufwändig und kostenintensiv versiegelt worden war, blieben dem Montageteam oft weniger als 60 Zentimeter Bodentiefe als Arbeitsbereich. Die Fachleute mussten schließlich den Sonderstoffen im Boden Rechnung tragen. Weil es derzeit früh dunkelt, wurden sicherheitshalber leistungsstarke Strahler montiert – um die Arbeitszeit künstlich zu verlängern.

Der Energieberg wird voraussichtlich im Frühjahr 2012 offiziell eröffnet. Wenn interessierte Besucher durch die Dauerausstellungen flanieren und die Aussicht über die Hansestadt von der Plattform aus genießen, erinnert angesichts der artenreichen Flora und Fauna nichts mehr an die giftige Deponie von einst. Mittelfristig soll Georgswerder allein durch Sonnenenergie und Windkraft über 2000 Haushalte der Elbinsel mit grünem Strom versorgen. Jörn Menke ist überzeugt von dieser Idee: „Ein tolles Konzept – ich bin stolz darauf, dass wir ein Teil davon sind.“
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