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Pressemitteilung BoxID: 490734 (relatio Unternehmensgruppe)
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Quo vadis, Energiewende?

Fukushima - ein Jahr danach: relatio-Geschäftsführung wagt eine Bilanz

(PresseBox) (Balingen/Wiefelstede, ) Die Atom-Katastrophe von Fukushima hat viele Gesichter. Ungezählte Schicksale – für immer und untrennbar mit 3/11 verbunden. Da sind die Küstenfischer, die jäh ihrer Existenzgrundlage beraubt wurden. Der Landwirt, der in der Sperrzone aufopferungsvoll seine letzten Rinder pflegt. Zigtausende von Japanern können nie mehr in ihre Heimat zurückkehren. Genau ein Jahr später verblassen in Deutschland die schockierenden Bilder: Quo vadis, Energiewende? Der Versuch einer Bilanz.

Das grüne Mäntelchen hat Schwarz-Gelb längst wieder abgelegt – und noch mehr. Das steht für die Firmenleitung der Balinger relatio-Unternehmensgruppe fest. „Einen Masterplan gibt’s nicht“, moniert Bernd Bodmer, der geschäftsführende Gesellschafter, „es fehlt ein Macher. Einer, der auf den Tisch haut und für Ordnung sorgt.“ Die jüngsten Einspeisekürzungen für Solarstrom seien nur ein Beispiel für dieses regierungsinterne Chaos. „Unmittelbar nach dem Fukushima-GAU war die Physikerin Angela Merkel sichtlich gezeichnet. Heute, ein Jahr später, fehlen der Kanzlerin Merkel wichtige Antworten auf drängende Fragen.“ Echte Konzepte – egal ob zur Zukunft der Erneuerbaren Energien, dem längst fälligen Ausbau der maroden deutschen Stromnetze oder der grundsätzlichen Frage nach der Lagerung von Atommüll? Für Bodmer ebenfalls Fehlanzeige. Ein aktuelles Beispiel hat der relatio-Chef sofort parat – „leider“, wie er sagt: „Wenn ich lesen muss, dass der TÜV zufällig hunderte von angerosteten Fässern mit radioaktivem Müll im AKW Brunsbüttel findet, ist das furchtbar. Vollkommen tragisch macht die Sache, dass der Betreiber Vattenfall das schon Wochen vorher wusste.“

Mit der Forderung nach einer geordneten Energiewende stehen Bernd Bodmer sowie die Geschäftsführer Frank Rothacher und Jörn Menke nicht allein da. Zahlreiche Fachleute aus den verschiedensten Lagern beklagen, dass der Regierung Angela Merkel sprichwörtlich die Energie ausgegangen ist – wie dem trommelnden rosa Duracell-Häschen in der TV-Werbung der 80er Jahre. Klaus Töpfer, Chef der Ethikkommission für sichere Energieversorgung, resümiert im „Spiegel“: „Was passiert, reicht nicht.“ Matthias Kurth, einstiger Präsident der Bundesnetzagentur, plädiert im ZDF-Interview mit Claus Kleber vom „heute Journal“ für „klare Planungs- und Rahmenbedingungen“. Holger Krawinkel, Energiefachmann des Bundesverbandes der Verbraucherzentrale, missfällt „das Fehlen eines Energiekonzepts“ für die nächsten zehn, 15 Jahre. Wissenschaftler Uwe Leprich prangert nach den jüngsten politischen Entwicklungen an, die Energiepolitik sei mittlerweile zu „sprunghaft und unkalkulierbar“. Private Investoren, so Leprich, finanzierten fast 40 Prozent am Umbau der Energielandschaft, und genau diese Klientel sei aufgrund von Strukturlosigkeit verunsichert. Während selbst in der Regierungskoalition laut über ein separates Energiewendeministerium nachgedacht wird und Klaus Töpfer einen fest installierten „Energiewende-Beauftragten“ fordert, laufen Uwe Leprichs Überlegungen auf ein politisches Kraftzentrum hinaus: eine im Bundeskanzleramt angesiedelte Task-Force. Ein weiteres Übel ist für ihn die Vielzahl der Netzbetreiber. Gebot der Stunde sei vielmehr die lange anvisierte Netz-AG, deren Beteiligen sprichwörtlich „am gleichen Strang“ ziehen.

relatio-Geschäftsführer Frank Rothacher entmutigt das politische Durcheinander, das für ihn zur unternehmerischen Unplanbarkeit bei der Energiewende führt: „Es wollen zu viele mitreden. Die Folgen sind Stillstand, überhastete Beschlüsse und allgemeines Chaos.“ Sein Kollege von relatio-Nord, Jörn Menke, erinnert sich in diesem Zusammenhang an die monatelangen, intensiv geführten Grabenkämpfe zwischen Norbert Röttgen und Philipp Rösler: „Diese wurden auf wundersame Weise nach der koalitionsgefährdenden Präsidentschaftsdebatte gelöst – mit vielen schönen Medienbildern.“ Bernd Bodmer indes hat die Zukunft fest im Blick: “Mir ist es schleierhaft, wie die Regierung bis 2020 den Anteil der Ökoenergien an der Stromversorgung von derzeit 20 auf 35 Prozent steigern will.“ Indem man 150.000 umweltfreundliche Arbeitsplätze in der Solarbranche vernichte, gelinge dieses Ziel sicher nicht.

Die Katastrophe Fukushima hat für relatio-Chef Bodmer vor allem eine Diskussion neu entfacht – und das ist die Frage, wie eng Politik und Energiewirtschaft verflochten sein dürfen. Zum Jahrestag von 3/11 hatten Journalisten des ZDF über die Rolle der Atomenergie in Japan recherchiert. Der Beitrag „Die Fukushima-Lüge“ zeigt ein grässliches, atomares Netzwerk – das so genannte „Atomdorf“. Dieses besteht unter anderem aus TEPCO, dem Energiegiganten und Betreiber der AKW-Anlagen in Fukushima, den Behörden, dem Parlament und der Wissenschaft. Parlamentarier werden von TEPCO finanziell „unterstützt“ und fragen nicht nach. Wer das doch tut, wird eingeschüchtert, unter Druck gesetzt und aus dem Amt getrieben. Schwere Sicherheitsmängel und Installationsfehler blieben in Fukushima so jahrelang unentdeckt. Der Ernstfall? War nie vorgesehen. Kein Wunder also, dass er das hochtechnisierte Japan am 11. März 2011 wie ein Keulenschlag traf. Das Land hat auch im Jahr eins nach der Katastrophe zweierlei zu bieten: Parlamentsabgeordnete, die bei TEPCO gern auf der Gehaltsliste stehen, und Politiker, die gern für TEPCO tätig sind. Bernd Bodmer betont nachdrücklich: „Auch die deutsche Energiewirtschaft ist eng mit der Politik verbunden.“ Er verweist auf das so genannte „Schwarzbuch der Klimaschutzverhinderer“ von Greenpeace. Die Liste von aktiven und einstigen Politikern mit Verbindungen zur Energiewirtschaft ist lang. Wie Greenpeace kritisiert Bodmer diesen Umstand. Da füllten sich die Volksvertreter den eigenen Geldbeutel und seien für konzernfreundliche Beschlüsse sehr offen: „Manch einer denkt wohl schon an die Zeit nach der Abwahl – egal ob Angela Merkel mit EON oder ihr Amtsvorgänger Gerhard Schröder mit der russischen NEGP Company.“ Vattenfall, zieht Bodmer nüchtern Bilanz, habe angesichts des neuesten Brunsbüttel-Skandals die Politik wohl auch besser im Griff als seine eigene Informationstransparenz.

relatio Unternehmensgruppe

Die Unternehmensgruppe relatio wurde im Jahr 2000 gegründet und ist mit dem System „fieldMonitor“ seit Mitte 2008 einer der innovativsten Anbieter von Betriebsführungs- und Überwachungssystemen für Photovoltaik-Anlagen. Das Unternehmen landete mit zahlreichen Innovationen und einem starken Projektgeschäft schon im Jahr 2010 auf Platz 13 der weltweiten Photovoltaik-Systemintegratoren. Vom Hauptsitz in Balingen (Baden-Württemberg) und den Niederlassungen in Wiefelstede und Wertheim projektiert und realisiert relatio Photovoltaik-Anlagen in ganz Europa. Einige der größten Anlagen der Welt sind unter der Mitwirkung von relatio entstanden. relatio baut Photovoltaikanlagen im Freigelände und auf Dächern – in allen Größen vom Einfamilienhaus über Sport- und Tennishallen bis zum Industriedach.