PLM-Erfahrungsaustausch – Schwerpunkt Integrierter Arbeitsplatz

Am Mittwoch, den 04. November veranstaltete die PITERION GmbH im Stuttgarter SI-Centrum zum zweiten Mal einen PLM-Erfahrungsaustausch mit dem Schwerpunktthema "Integrierter Arbeitsplatz"

(PresseBox) ( Böblingen, )
Am Mittwoch, den 04. November veranstaltete die PITERION GmbH im Stuttgarter SI-Centrum zum zweiten Mal einen PLM-Erfahrungsaustausch mit dem Schwerpunktthema "Integrierter Arbeitsplatz". Die Veranstaltung wurde von Herrn Prof. Dr. Eigner, Vorsitzender des ProSTEP iViP Vereins und Inhaber des Lehrstuhles für Virtuelle Produktentwicklung an der Technischen Universität Kaiserslautern, moderiert.

Teilnehmer waren Vertreter der Firmen Adam Opel GmbH, Audi AG, Daimler AG, EADS Deutschland GmbH, EMCON Technologies, FESTO AG und Co. KG, Ford Werke GmbH, Giesecke & Devrient GmbH, Kion Group, Knorr-Bremse AG, MAGNA Steyr Fahrzeugtechnik AG & Co. KG, PITERION GmbH, Porsche AG, Robert Bosch GmbH, Sulzer AG, und die Technische Universität Kaiserslautern.

Weiterhin stellten drei hochkarätige Gastredner aus der Industrie (Herr Dr. Queckenberg, Daimler AG; Herr Kloss, Ford Werke GmbH; Herr Dr. Baumann, Knorr-Bremse AG) ihren Ansatz zum Integrierten Arbeitsplatz vor.

Idee des Integrierten Arbeitsplatzes

In Unternehmen gibt es Systeme mit den unterschiedlichsten Aufgaben. Bei den an dieser Veranstaltung teilnehmenden Firmen zählen dazu vor allem Systeme wie PDM, ERP, CRM, SCM, PPS, CAD, CAE und CAM. Diese vielen Datenquellen machen die Informationssuche mühsam und führen in der Folge häufig zu einem enormen Zeitverlust. Hier setzt der integrierte Arbeitsplatz an, denn dieser ist auf Basis neuester Technologien in der Lage, die verschiedenen Systeme sowohl hinsichtlich des Datenaustauschs als auch hinsichtlich der Benutzerschnittstelle einfach zu vereinheitlichen, und trägt so dazu bei, die Produktivität erheblich zu steigern, Kosten einzusparen und den Schulungsaufwand erheblich zu reduzieren.

Programmablauf und Details zur Veranstaltung

Der Erfahrungsaustausch zum Schwerpunktthema "Integrierter Arbeitsplatz" wurde auf Anfragen verschiedenster Kunden der PITERION GmbH ins Leben gerufen und erfreute sich großen Interesses. 23 Teilnehmer (größtenteils Entscheider aus den Bereichen PLM und Engineering) von 17 Unternehmen nahmen am Erfahrungsaustausch teil. Herr Prof. Dr. Eigner führte als Moderator durch die Veranstaltung. Neben den drei hochkarätigen Gastrednern aus der Industrie zeigte die PITERION GmbH mit einer Live-Demonstration, wie der Arbeitsplatz von morgen - integriert und rollenbasiert - aussehen kann. Highlight der Veranstaltung waren die ausgiebigen und intensiven Diskussionsrunden nach jedem Vortrag. Hinsichtlich ihrer Position in den von ihnen vertretenen Unternehmen waren die Teilnehmer auf Augenhöhe, und auch aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl war ein offener und ehrlicher Erfahrungsaustausch möglich. Die Teilnehmer konnten auf diese Weise Einblicke in die Strategien und Arbeitsweisen der Kollegen gewinnen. Nach Angaben der Teilnehmer war besonders der Abgleich zwischen den unterschiedlichen Branchen interessant.

Abhängigkeit von Software Vendoren

In der Runde wurde über die verschiedenen Strategien hinsichtlich der Systemlandschaften innerhalb der Unternehmen diskutiert. Die Teilnehmer waren sich einig, dass es nie ein einziges System geben wird, was alle Bedürfnisse abdecken kann ("Die Liebe zu einem System"). Hierbei hat sich herausgestellt, dass es im Wesentlichen zwei Ansätze gibt: der Einsatz vieler Tools von einem Software Anbieter, wodurch die Integration und die Schnittstellen mitgeliefert werden. Allerdings haben die Kunden in so einem Fall nur geringen Einfluss auf die Weiterentwicklung der Software. Die andere Strategie ist der Bezug einer Standardlösung als Basis in Verbindung mit einer starken, entwicklungslastigen Anpassung an die eigene Systemlandschaft, wodurch auch die Schnittstellen und die Integration herstellerfremder Lösungen in Eigenregie entwickelt werden müssten. Hier kann der OEM allerdings über die Weiterentwicklung selbst entscheiden und begibt sich nicht in ein Abhängigkeitsverhältnis zu einem Software Hersteller. Die anwesenden Vertreter waren sich letztlich nicht einig, welche der beiden Strategien die bessere sei, da bei der Entscheidung Faktoren wie Kosten, Politik oder Anwenderakzeptanz eine wichtige Rolle spielen. Jedoch waren sich alle Teilnehmer einig, dass sie den Druck auf die Software Hersteller erheblich erhöhen müssen, damit sie - als Kunde - einen größeren Einfluss auf die Produktstrategie, insbesondere die einfache Möglichkeit der Integration herstellerfremder Lösungen, ausüben können. Aus diesem Grund müssten die Software Hersteller zu jeder Software zumindest ein passendes Plugin anbieten, durch welches sich das Tool mit einem überschaubaren Aufwand in die unternehmensweite Systemlandschaft integrieren lässt.

Der Weg zur Standardisierung und JT

In der Runde wurde mehrfach über das Problem möglicher Standardisierungen diskutiert. Doch auf welcher Basis kann ein gemeinsamer Nenner gefunden werden? Aufgrund der regen Diskussionen kristallisierte sich als Basis für eine mögliche Standardisierung ein gemeinsames Datenmodell heraus. Auch die Prozesse könnten standardisiert werden. Hierzu wurde mehrfach der CMII-Standard erwähnt. Jedoch waren sich die meisten Teilnehmer einig, dass dieser Standard, welcher vor einigen Jahren festgelegt wurde, dringend überarbeitet werden müsste, damit er sich flächendeckend durchsetzen kann.

Die Standardisierung des Datenformats JT wird aufgrund der Rechteübertragung von Siemens PLM an den ProStep Verein verstärkt vorangetrieben, denn JT stellt eine mögliche Grundlage für die Visualisierung von Produktdaten im gesamten Produktlebenszyklus dar. Für die reine Visualisierung sind keine teuren CAD-Lizenzen notwendig. Hierfür reicht ein JT-Viewer aus, mit dem dennoch viele Aufgaben am CAD-Modell erledigt werden können. So nutzen bereits heute einige Teilnehmer vermehrt das standardisierte Datenformat JT für den Austausch von Engineering Daten mit ihren Zulieferern. So ließe sich für bestimmte Anwendergruppen teure CAD Lizenzen einsparen.

Kollaboration versus simultanes Arbeiten

Für ein internationales Unternehmen mit weltweit verteilten Standorten ist die Vision eines integrierten Arbeitsplatzes richtig zu definieren. Einige Teilnehmer bestätigten, dass es aufgrund der Zeitzonen nie möglich sein wird, alle Mitarbeiter gemeinsam an einem Projekt arbeiten zu lassen. Hier spricht man eher von einer Kollaboration, d.h. dass die Mitarbeiter zu jeder Zeit auf den letzten Stand anderer Kollegen zugreifen und mit diesen Daten weiterarbeiten können. Der ganzheitliche Ansatz ist der Weg, den alle Unternehmen gehen sollten. Allerdings sollte zunächst sichergestellt werden, dass ein integrierter Arbeitsplatz skalierbar, kompatibel, profitabel, migrierbar und prozessgesteuert ist. Dadurch ist ein integrierter Arbeitsplatz ein "Enabler für Innovation" und entlastet die Anwender signifikant - gerade auch bei der diskutierten Problematik der Informationsaufbereitung und suche.

Der Wunsch nach einem "Diktator"

Ein weiteres Problem ist die weltweite Durchsetzung der Unternehmensstrategie. Unternehmen, die Wurzeln in den USA haben, setzen dabei auf ein unbeliebtes, aber erfolgreiches Konzept: "Wir machen das einfach". Dabei wird die Belegschaft gar nicht erst gefragt. Erstaunlicherweise akzeptieren die Mitarbeiter solche Entscheidungen zwar mit einer anfänglichen Unzufriedenheit, jedoch bleiben Kündigungen meist aus. In Deutschland sind die Entscheidungswege vergleichsweise langwierig und kompliziert. Dennoch vertraten die Teilnehmer die Auffassung, dass die Deutschen im Vergleich zum Wettbewerb kreativer seien und Entwicklungen schneller vorantreiben könnten - hierzu müssen die Entscheidungswege deutlich verkürzt und schneller umgesetzt werden.

Der Erfolg des zweiten Erfahrungsaustausches knüpft somit an dem großen Erfolg des ersten Erfahrungsaustausches, welcher am 23. Juli stattfand, an. Im ersten Quartal 2010 findet eine Folgeveranstaltung statt, in der bestimmte Diskussionsthemen weiter vertieft und Ansätze möglicher Zusammenarbeit ausgearbeitet werden.
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