MVV Energie bekräftigt Ausblick

Mannheimer Energieunternehmens investiert in erneuerbare Energien und Energieeffizienz / Ergebnis nach 3. Quartal 2011/12 auf Kurs

Mannheim, (PresseBox) - Das Mannheimer Energieunternehmen MVV Energie (WKN: A0H52F, ISIN: DE000A0H52F5) hat bei der Vorlage des Finanzberichts für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres 2011/12 (1. Oktober 2011 - 30. Juni 2012) am Mittwoch seinen Ausblick für das Gesamtjahr bekräftigt. Nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden Dr. Georg Müller kann die Unternehmensgruppe ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahresniveau von 3,6 Milliarden Euro weiter steigern. Beim operativen Ergebnis (Adjusted EBIT) rechnet die MVV Energie im laufenden Jahr weiterhin mit einem Ergebnis in einer Größenordnung um 220 Millionen Euro gegenüber 242 Millionen Euro im Vorjahr. Ursachen dieses Rückgangs sind, so Dr. Müller, die milden Witterungsverhältnisse im zurückliegenden Winter, ein mehrmonatiger Stillstand des Gemeinschaftskraftwerks Kiel aufgrund eines Turbinenschadens sowie die anhaltend niedrigen Erträge in der Stromerzeugung.

Zwischen Oktober 2011 und Juni 2012 konnte die MVV Energie Gruppe ihren Umsatz gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um 11 Prozent auf rund 3,0 Milliarden Euro steigern. Diese Umsatzsteigerung ist vor allem auf weitere Absatzerfolge im überregionalen Strom- und Gasvertrieb, auf ein gestiegenes Handelsvolumen sowie auf die zunehmende Netzeinspeisung aus den neuen Windparks und höhere Erlöse aus der Direktvermarktung von Strom aus erneuerbaren Energien zurückzuführen. Das Adjusted EBIT nach dem Dreivierteljahr liegt mit 226 Millionen Euro rund 9 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Rahmenbedingungen bleiben schwierig - Wachstumsinvestitionen nehmen Fahrt auf

Angesichts der schwierigen und volatilen Rahmenbedingungen der Energiemärkte zeigte sich der MVV Energie Vorstandsvorsitzende zufrieden mit dem Ergebnis: "Wir liegen damit auf Kurs." Gleichzeitig hat die Unternehmensgruppe mit ihrem ehrgeizigen Programm für Wachstumsinvestitionen weiter Fahrt aufgenommen. So liegen die Investitionen mit 196 Millionen Euro um 42 Prozent höher als im Vorjahr. Die MVV Energie investiert dabei gezielt in Windenergie an Land, in Biomasse und Biogas, in die umweltfreundliche Kraft-Wärme-Kopplung und Fernwärme sowie in die thermische Abfallverwertung. Zu den wichtigsten Investitionsprojekten im Bereich der erneuerbaren Energien zählen der neue Windpark in der rheinland-pfälzischen Hunsrück-Gemeinde Kirchberg sowie die beiden Biomethananlagen in Klein Wanzleben und Kroppenstedt in Sachsen-Anhalt. Den Ausbau der Fernwärme mit Kraft-Wärme-Kopplung treibt die Unternehmensgruppe an allen ihren Standorten von Mannheim über Kiel, Offenbach und Ingolstadt bis hin zu ihren Beteiligungen in der Tschechischen Republik, wo sie heute zu den fünf größten Fernwärmeanbietern gehört, massiv voran. Größte Einzelinvestition der Unternehmensgruppe mit rund 250 Millionen Euro ist der inzwischen begonnene Bau einer thermischen Abfallverwertungsanlage im englischen Plymouth.

"Wir wollen und werden bis 2020 rund 3 Milliarden Euro in nachhaltiges, profitables Wachstum sowie in die Zukunftsfähigkeit unserer Netze und Anlagen und damit in den ökologischen Umbau des Energiesystems unseres Landes investieren", so der Vorstandsvorsitzende der MVV Energie. Das führt dazu, dass die Unternehmensgruppe in diesem und den nächsten Geschäftsjahren ihr Ergebnis nicht auf dem Rekordniveau der beiden letzten Jahre halten kann. Dr. Müller: "Diese Projekte haben zunächst eine Anlaufphase und können erst nach Inbetriebnahme mittelfristig zu positiven Ergebnisbeiträgen führen." Daneben belasten die geringe Erzeugungsmarge (Clean Dark Spread), die niedrigen Abfallpreise, das Regulierungsumfeld im Netzgeschäft, der Wettbewerb im Vertrieb und im Handel sowie Kosten aus der Umsetzung der Unbundling-Vorschriften das Ergebnis der Unternehmensgruppe.

Absatzrückgang bei Gas und Fernwärme durch milden Winter

Auch wenn im 3. Quartal 2011/2012 infolge des kühleren Aprils 2012 der Absatz von Wärme und Gas leicht über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres lag, konnte dies die Absatzeinbußen durch die milden Temperaturen zwischen Oktober und März nicht ausgleichen. Ingesamt lagen in der gesamten Unternehmensgruppe in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres sowohl der Wärmeals auch der Gasabsatz an Privat- sowie Gewerbe- und Industriekunden um 7 Prozent unter dem Vorjahr.

Dagegen stieg im Dreivierteljahresvergleich das Volumen der angelieferten Abfälle um 5 Prozent auf über 1,4 Millionen Tonnen. Dabei wirkten sich zum ersten Mal die kommunalen und gewerblichen Abfalllieferungen an die neu erworbene Abfallverwertungsanlage im tschechischen Liberec aus.

Umsatzstärkstes Segment bleibt auch nach neun Monaten "Vertrieb und Dienstleistungen", das mit knapp 1,7 Milliarden Euro rund 56 Prozent zum Gesamtumsatz der MVV Energie Gruppe beiträgt. Beim operativen Ergebnis kommt mit 114 Millionen Euro die Hälfte aus dem Segment "Erzeugung und Infrastruktur". Ein Ergebnisrückgang ist im "Handel und Portfoliomanagement" als Auswirkung des am Strommarkt spürbaren Rückgangs der Erzeugungsmarge zu verzeichnen. So sank das Ergebnis in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres in diesem Segment von 28 auf 13 Millionen Euro.

Fortschritte beim Umbau der Energieversorgung, jedoch nicht im erhofften Tempo

Mit Blick auf den in Deutschland angestrebten ökologischen Umbau der Energieversorgung sieht der Vorstandsvorsitzende der MVV Energie "Fortschritte, wenn auch manchen das Tempo fehlt". Er sprach sich daher für ein neues Energiedenken aus. Nach den Worten von Dr. Müller geht es nicht nur um den Ausbau der erneuerbaren Energien, sondern gleichzeitig auch um höhere Energieeffizienz, um moderne Technologien sowie Produkt- und Prozessinnovationen: "Wir müssen die richtige Balance finden zwischen ökologischen und wirtschaftlichen Interessen. Und die Stromversorgung muss für die Bürger und Unternehmen verlässlich und bezahlbar bleiben. Deshalb werden wir Energie neu denken müssen."

Ein neues Energiesystem, in dem erneuerbare Energien die Leitfunktion übernehmen, gibt es, so Dr. Müller, "weder auf Knopfdruck noch zum Nulltarif". Für eine störungsfreie Energieversorgung werden neben erneuerbaren Energien zusätzlich hocheffiziente konventionelle Kraftwerke benötigt sowie Speicher für den regenerativ erzeugten Stromüberschuss und leistungsfähige Übertragungs- und Verteilernetze. Dazu müsse der Staat Anreize für die erforderlichen Investitionen schaffen.

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