Brandschutz in Logistikbetrieben: Uneingeschränkte Funktionsfähigkeit durch vielseitige Schutzkonzepte

Hochregallagerbrand Forschungszentrum (PresseBox) ( Bad Oldesloe, )
*Unsere Läger sind unsere Lebensader, die es zu schützen gilt*. Diese Ansicht vertrat Richard Fritsch, Leiter Security und Facility Management der Autofachmarktkette A.T.U. während eines Brandschutz-Symposiums in Bad Oldesloe. In den Logistikhallen des Unternehmens lagern mitunter Autoreifen im Wert von 20 Mio. Euro. Ein Großbrand würde nicht nur einen enormen Brandschaden verursachen, sondern auch gewaltige Folgeschäden und -kosten nach sich ziehen. *Da Reifen für die jeweils kommende Saison vom Hersteller nicht mehr nachgeliefert werden, könnten wir unsere Filialen ein Jahr lang nicht mit Reifen versorgen*, so der Logistikbetreiber. Dass die Funktionsfähigkeit der Logistiksysteme das obererste Ziel sei, betonte auch der Brandschutzbeauftragte der AXA Versicherungen AG, Malte Lautz. Durch die immer komplexeren, ganzheitlichen Logistikkonzepte und eine extreme Vernetzung hat ein Ausfall immer erhebliche Konsequenzen und hohe Folgekosten im Bereich der Betriebsunterbrechung. Lautz empfahl den Betreibern daher, die Logistikhallen durch adäquate, regelkonforme Brandschutzkonzepte schützen zu lassen: *Nur so kann ein wirksamer Schutz gewährleistet und ein Totalschaden verhindert werden.* Über 130 Vertreter von Logistikbetreibern sowie aus der Versicherungsbranche nahmen an dem Fachsymposium zum Thema Brandschutz in Logistikbetrieben teil, zu der das Brandschutz-Unternehmen Minimax eingeladen hatte.

Die Herausforderungen für den Brandschutz im Logistikbereich wachsen ständig. Die immer größer werdenden und meist zusammenhängenden Gebäudekomplexe stellen ein großes Risiko dar. Der bauliche Brandschutz ist heute auf dem Rückzug; brandschutztechnisch wirksame bauliche Unterteilungen während der Planungs- und Bauphase werden kaum mehr berücksichtigt. Zudem nimmt die Vielfalt der Lagergüter immer weiter zu und die Lagerware wechselt häufig. In Summe ergibt sich für Logistikstandorte aus diesen Risikoparametern ein beträchtliches Großschadenpotential. Ludger Tegeler, Versicherungsmakler der FM Insurance Company, gab den Gästen zu bedenken, dass es bei Objekten ohne adäquaten Schutz laut DIN 18230 alle sechs Jahre zu einem Großbrand kommt. Über 70 Prozent aller Betriebe sind nach einem Großbrand ruiniert. *Die Statistik zeigt, wie wichtig die Realisierung von Brandschutzmaßnahmen für Logistikstandorte ist*, sagte Ralf Behnke, Leiter Brandschutzseminare der Minimax GmbH & Co. KG.

Der Rückzug des baulichen Brandschutzes hat zur Folge, dass der anlagentechnische Brandschutz heute das 'Rückgrat' für moderne Brandschutzkonzepte in Logistikbetrieben bildet. Aus Sicht der Industrieversicherer ist diese Entwicklung unproblematisch, sofern ein adäquater, flächendeckender und den anerkannten Regelwerken entsprechender anlagentechnischer Brandschutz gewährleistet ist. Dennoch vertraten sie bei der Veranstaltung den Standpunkt, dass nur die Kombination von baulichen und anlagentechnischen Mitteln eine uneingeschränkte Wirksamkeit der Löschkonzeption sicherstellen kann.
*Viele eingelagerte Waren wie Leerpaletten, Reifen, Kunststoffe und Spezial-Regalsysteme stellen hohe Brandlasten dar und sind vor allem in Verbindung mit großen Lagerhöhen als Risikoschwerpunkte einzustufen*, so Lautz. Er riet den Logistikbetrieben, die Risikoschwerpunkte zusammen mit dem Brandschutzanbieter zu erörtern und Schutzziele sowie ein geeignetes Schutzkonzept auszuarbeiten.

Vor allem Sprinkleranlagen - bestehend aus Deckensprinklern oder Deckensprinklern in Kombination mit Regalsprinklern - haben sich als effektives Schutzkonzept für Logistikstandorte, insbesondere Regalläger, bewährt. *Beide Systeme - alleiniger Deckenschutz sowie Deckenschutz plus Regalsschutz -, haben ihre Berechtigung, aber auch ihre technischen Grenzen*, so Tegeler wörtlich. Art und Auslegung der Sprinkleranlagen sind jeweils abhängig von der Lagerart. Beim Deckenschutz sind die Spielräume allerdings sehr gering; es dürfen keine Sprühbehinderungen existieren. Als Planer sollte man daher frühzeitig an den Brandschutzanbieter herantreten. *Ein nicht adäquater Sprinklerschutz kann - je nach Größe der betroffenen Objekte - zu erheblichen, versicherungstechnischen Problemen führen*, warnte Tegeler.

Für den Bereich Logistik gibt es - außer dem Sprinklerschutz - auch weitere, vielseitige Schutzkonzepte. Einflussgrößen wie Lagerware, Lagerart, Standort und Gebäudedichtigkeit, Ein- und Auslagerungsverfahren, Nutzungsintensität des Lagers und Energiekosten entscheiden darüber, welches Schutzkonzept am geeignetsten ist. Joachim Gensel, Leiter der Produktlinie Speziallöschanlagen der Minimax GmbH & Co. KG, erläuterte den Teilnehmern in seinem Vortrag das System Permatec. Darunter ist die aktive Brandvermeidung durch Sauerstoffreduzierung zu verstehen, die sich unter anderem für automatische Läger mit wenig Personen- und Durchlaufverkehr eignet. *Das Entstehen eines Brandes wird durch die Absenkung des Sauerstoffgehalts auf 14 Prozent verhindert*, erklärte Gensel das Konzept. Unter bestimmten Voraussetzungen kann der Schutz durch eine Permatec-Anlage im Vergleich zu einer Sprinkleranlage für den Betreiber durchaus die günstigere Investition sein.

Gasförmige Löschmittel, wie die Inertgase Argon und Stickstoff oder künstlich hergestellte Löschgase, eignen sich ebenfalls als Löschmedium, insbesondere für brennbare Flüssigkeiten oder Gase sowie für elektrische und elektronische Einrichtungen. *Die Wirksamkeit gasförmiger Löschmittel ist dreidimensional; sie erreichen auch abgeschirmte Orte und schwer zugängliche Stellen*, so Jan Witte, Produktlinienleiter der Minimax GmbH & Co. KG. Ein weiterer Vorteil der gasförmigen Löschmittel ist, dass sie die Verfügbarkeit sowie die Funktion der Schutzobjekte erhalten und sichern. Gerade in Bereichen mit Hochverfügbarkeitsansprüchen, wie im IT-Bereich, kann durch den Einsatz gasförmiger Löschmittel ein unterbrechungsfreier Betrieb sichergestellt werden und Sekundärschäden bleiben aus.

Wie der Brandschutz von Logistikobjekten konkret funktioniert, zeigte Gastgeber Minimax den Teilnehmern im unternehmenseigenen Forschungszentrum Brandschutz: Anhand von Live-Versuchen erlebten die Teilnehmer unter anderem, wie ein Brand in einem Serverraum durch eine Argon-Einrichtungsschutz-Anlage selbständig erkannt und gelöscht wird und wie schnell sich ein Kartonagenbrand in einem Hochregallager ausbreitet, aber mittels einer Sprinkleranlage schnell beherrscht und gelöscht werden kann.
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