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IFAT CHINA + EPTEE + CWS 2010: Abfallbehandlung für China: Das Angebot muss stimmen

(PresseBox) (München, ) • Im Jahr 2030 werden die chinesischen Haushalte pro Jahr insgesamt voraussichtlich über 480 Millionen Tonnen Abfall produzieren
• Vor Einstieg im Reich der Mitte gilt es, Bedingungen vor Ort zu prüfen und die passende Marktnische zu finden

„Kein Land der Welt hat jemals einen so starken und vor allem auch so schnellen Anstieg seines Abfallaufkommens erlebt, wie derzeit China“, sagt Bárbara De Mena vom Technologie Transfer Zentrum (ttz) Bremerhaven/Deutschland. Als Projektmanagerin ist sie am EU-Projekt Issowama (Integrated Sustainable Solid Waste Management in Asia) beteiligt. Ziel des seit vergangenem Jahr laufenden Forschungsvorhabens ist es, Richtlinien zu entwickeln, die ein kontrolliertes Management für feste Siedlungsabfälle in asiatischen Staaten ermöglichen. „Trotz der starken Bemühungen Chinas, sein Abfallmanagement zu verbessern, gibt es in der Volksrepublik noch großen Optimierungsbedarf bei der Sammlung, dem Recycling und der umweltgerechten Entsorgung von Abfällen aller Art“, unterstreicht De Mena.

Ist China also ein Eldorado für ausländische Technologieanbieter? „Ganz so einfach ist der Markteinstieg im Reich der Mitte sicher nicht", weiß Erik Hagen, Export Sales Manager und Chinaexperte der auf Zerkleinerungsmaschinen spezialisierten Weima Maschinenbau GmbH aus Ilsfeld/Deutschland. „Beispielsweise beginnen bei der Aufbereitung von Abfällen zu Ersatzbrennstoffen (EBS) die Probleme oft schon bei der Zusammensetzung. Bevor der Müll bei einer EBS-Aufbereitungs- oder einer Müllverbrennungsanlage ankommt, haben engagierte Wertstoffsammler viele Materialien, wie PET-Flaschen und Folien, bereits entnommen. Der Rest ist wesentlich feuchter und heizwertärmer als in Europa." Für hochmoderne Behandlungs- und Verwertungstechnologien bleibe da vergleichsweise wenig Potenzial. Der Maschinenbauer Weima sieht seine Chancen in der Volksrepublik deshalb vor allem bei Industrieabfällen. Bei deren Aufbereitung zu Mahlgütern und Regeneraten spiele der Verfahrensschritt „Zerkleinerung“ eine wesentliche Rolle. „Für unsere Ein-, Zwei- und Vierwellenzerkleinerer sowie Schneidmühlen und -anlagen inklusive Zubehör ist China ein bedeutender Wachstumsmarkt“, ist sich Hagen – nicht zuletzt wegen anderer, erfolgreich umgesetzter Projekte in Asien – sicher.

Ein weiteres Hemmnis für ausländische Unternehmen ist laut Rolf Dietmar von der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) die aufwändige Beschaffung von Informationen und Lizenzen in China. Die besten Chancen für einen Markteinstieg sieht der in Beijng ansässige Experte derzeit bei überschaubaren Projekten in kleineren Städten mit einer ökologisch aufgeschlossenen Kommunalverwaltung sowie in Nischenmärkten.

In den Nischen Hausmüll- und Klärschlammkompostierung hat sich bereits seit über zwölf Jahren die Firma Backhus EcoEngineers aus Edewecht/Deutschland in der Volksrepublik etabliert. Das Unternehmen zählt zu den weltweit führenden Maschinenbauern für Kompostierung, Abfallaufbereitung und Bodensanierung. „Allein in Beijing steigen die Hausmüllmengen jährlich um rund acht Prozent“, verdeutlicht Gerd Kalusche, der bei Backhus für China zuständige Area Sales Manager. „Unsere Umsetzer beschleunigen den Kompostierungsprozess der organischen Materialien drastisch und sorgen so für eine prägnante Volumenreduktion.“

„In vielen Bereichen treten ausländische Technologieanbieter in Konkurrenz mit chinesischen Unternehmen, die zwar bei der Qualität oft schlechter abschneiden, dafür aber wesentlich preiswerter sind“, nennt der GTZ-Mann Dietmar ein anderes, bekanntes Problem im chinesischen Umweltmarkt. Eine Erfahrung, die auch Ludwig Sahm von der Fritz Schäfer GmbH aus Neunkirchen/Deutschland bestätigen kann. „Mit unseren Abfallbehältern konkurrieren wir mit vielen einheimischen Unternehmen, die Tonnen aus Recyclingmaterial zu niedrigsten Preisen anbieten“, schildert der Vertriebsdirektor im Bereich Abfalltechnik und Recycling. „Allerdings haben mittlerweile viele Kommunen erkannt, dass diese Billigprodukte, gerade in den kalten Regionen des Landes, schnell kaputt gehen. Deshalb sind wir mit unseren hochwertigen Abfallbehältern und einer fünfjährigen Garantie zunehmend gut im Geschäft.“ Zum Beispiel hat die Fritz Schäfer GmbH vor kurzem an die Millionenstadt Guangzhou in einem Projekt 6.000 blaue und graue Abfallbehälter mit 120 Litern Fassungsvermögen verkauft. In den blauen Tonnen sammelt die südchinesische Kommune haushaltsnah eine Wertstoff-Fraktion aus Papier, Flaschen, Glas und Dosen. Die grauen Behälter dienen der separaten Erfassung organischer Abfälle. „Derzeit erreicht Guangzhou mit diesem System eine beachtliche Recyclingquote von 35 Prozent“, berichtet Sahm. „Dies macht deutlich, dass auch in China die Bürger bereit sind, aktiv mitzumachen und ihren Abfall sauber zu trennen, wenn ein nutzerfreundliches und bewährtes System zur Verfügung gestellt wird.“

Seit rund acht Jahren ist die Firma Saxlund International aus Soltau/Deutschland mit Klärschlammsilos und Förderpumpen auf dem chinesischen Markt vertreten. Die Produkte des Abwasser- und Sondermüllspezialisten werden in China exklusiv von dem heimischen Händler Newtec vertrieben. „Der Kostendruck in öffentlichen Ausschreibungen für Umweltprojekte ist groß“, sagt Yuan Gao von Newtec. „Obwohl die von Saxlund gelieferte Qualität und das Etikett ‚Made in Germany’ in China sehr geschätzt werden, entscheiden sich viele Kunden aus Kostengründen zuerst für ein billigeres Produkt aus chinesischer Fertigung.“ Dabei sei es schon oft vorgekommen, dass diese Billigware schon nach kurzer Zeit repariert oder gar ersetzt werden musste. „Entscheidend ist die richtige Strategie des Know-how-Exporteurs, nicht seine Größe oder Kapitalstärke“, so Gao. „Viele kleine Spezialisten haben heute Erfolg in China, weil sie neben neuartigen Produkten auch eine innovative Geschäftspolitik haben.“

Eine ideale Gelegenheit, sich dem chinesischen Umwelttechnologiemarkt zu präsentieren, Interessenten und Mitbewerber kennen zu lernen sowie Kontakte vor Ort zu knüpfen, bietet die Umweltmesse IFAT CHINA + EPTEE + CWS 2010, die vom 5. bis 7. Mai in Shanghai stattfindet.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.ifat-china.com und www.eptee.com

Messe München GmbH

Über die IFAT CHINA + EPTEE + CWS
Die Messe München International (MMI), Organisator der IFAT CHINA, und die Messegesellschaft Shanghai ZM International Exhibition Co., Ltd., Organisator der China EPTEE + CWS Show for Water, Air, Waste, Energy and Recycling, veranstalten vom 5. bis 7. Mai 2010 mit der IFAT CHINA + EPTEE + CWS eine gemeinsame Veranstaltung im Shanghai New International Expo Centre (SNIEC). Durch die international starke Position der IFAT CHINA und die national starke EPTEE + CWS ergänzen sich die beiden Fachmessen aussteller- und besucherseitig.

Über die Messe München International (MMI)
Die Messe München International (MMI) ist mit rund 40 Fachmessen für Investitionsgüter, Konsumgüter und Neue Technologien einer der weltweit führenden Messeveranstalter. Über 30.000 Aussteller aus mehr als 100 Ländern und mehr als zwei Millionen Besucher aus über 200 Ländern nehmen jährlich an den Veranstaltungen in München teil. Darüber hinaus veranstaltet die MMI Fachmessen in Asien, in Russland, im Mittleren Osten und in Südamerika. Mit sechs Auslandsbeteiligungsgesellschaften in Europa und Asien sowie 64 Auslandsvertretungen, die mehr als 90 messerelevante Länder der Welt betreuen, verfügt die MMI über ein weltweites Netzwerk. Als global tätiges Unternehmen leistet die Messe München International bei Umweltschutz und Nachhaltigkeit einen wesentlichen Beitrag.