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Pressemitteilung BoxID: 493429 (Landesmesse Stuttgart GmbH)
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Faszinierende Juwelen aus der Lkw-Historie

Mercedes-Benz mit acht Oldtimer-Lastwagen, drei Neufahrzeugen auf der Retro Classics / 60 Jahre Fernverkehr - vom "Langschnauzer" zum Actros

(PresseBox) (Stuttgart, ) Die Tore zur Welt der Raritäten, Klassiker und Preziosen aus der Automobil-Historie öffnen sich den Besuchern der Retro Classics. Mercedes-Benz ist auf der Automobilmesse mit hoher Oldtimer-Kompetenz vertreten. Im Lkw-Bereich in Halle 8 werden elf Lastwagen, acht davon Oldtimer, und drei Neufahrzeuge gezeigt. Neben dem neuesten Mercedes-Benz Actros zeigen Klassiker wie der "Langschnauzer" LS 315 (Nachfolger des legendären L 6600) aus dem Jahr 1955 oder der 1632 S, den Manfred Krug durch die Fernsehserie "Auf Achse" steuerte, den Unterschied zwischen damals und heute. Der Gaggenauer Unimogclub bringt einen original "Scheunenfund" und das Daimler-Werk Wörth eine avantgardistische Studie zum "universellen Motorgerät", das seit 61 Jahren Enthusiasten ins Schwärmen versetzt.

60 Jahre Fernverkehr - Trucks you can trust

In der Abteilung Lastwagen steht der große Auftritt von Mercedes-Benz dieses Jahr unter dem Motto "60 Jahre Fernverkehr - Trucks you can trust". Die Automobilmesse Retro Classics, zu der auch Bus-Klassiker aus verschiedenen in- und ausländischen Sammlungen beigesteuert werden, findet Ende März zum zwölften Mal statt. Der allererste Lastwagen auf dieser Welt, mit dem Gottlieb Daimler vor 116 Jahren in Cannstatt die Nutzfahrzeuggeschichte eröffnete, hatte noch eine recht übersichtliche Technik: Der 4-PS-Zweizylinder war, wie der Prospekt bemerkte, "in vollkommen zugänglicher Weise am hinteren Teile des Wagengestelles angebracht". Der Wagen besaß eine Glührohrzündung und arbeitete als Benziner im Viertakt-Prinzip. Der Benz-Fünftonner aus Gaggenau Typ 082 "Nullzwoundachtzig", nagelte 1923 in ein neues Zeitalter. Mit seinem Vierzylinder-Vorkammermotor war er der erste Diesel Lkw weltweit, er lief mit "Rohoel". Damit schaffte der Diesel in den dreißiger Jahren endgültig den Durchbruch im Lastwagen.

Kurzhauber aus Gaggenau und Wörth

Ende 1965 wurde die Produktion der schweren Lastwagen stufenweise vom Werk Gaggenau ins neue Werk Wörth am Rhein bei Karlsruhe verlegt. Typische Vertreter jener Zeit sind die Rundhauber-Schwerlastwagen, die ab 1958 gebaut wurden und so erfolgreich waren, dass sie noch bis in die Mitte der Neunziger Jahre in modifizierter Form für den Export im Programm waren. Hartmut Stache, Nutzfahrzeughändler aus dem rheinlandpfälzischen Faulbach, bringt einen typischen Vertreter jener Jahre zur Retro Classics. Es handelt sich um einen 1624 S, einen Fernverkehrs-Tankzug, Baujahr 1971. Er hatte bereits einen 6-Zylinder-Direkteinspritzer-Dieselmotor, der aus 11,6 Liter Hubraum bei 2200 U/min 240 PS schöpfte. Erstmals gab es bei diesen Fahrzeugen auch die Zweikreis-Druckluftbremse. Ein weiteres Beispiel für den Dirigismus jener Tage ist der "Leber-Plan". Georg Leber, Verkehrsminister in der großen Koalition aus SPD und CDU, wollte per Gesetz vorschreiben, dass Massengüter mit der Bahn reisen sollten. Das Gesetz trat abgemildert am 1. Januar 1969 in Kraft. Lebers dabei geäußerte Forderung nach acht PS pro Tonne versetzte die Industrie in große Geschäftigkeit. 304 PS, über die ein 38-Tonner als Mindestmotorisierung verfügen sollte, musste man erst einmal zustande bringen. Ein V10 mit 15,8 Litern Hubraum und 320 PS bei 2500/min war die Antwort von Mercedes-Benz. Der "Brummer" nagelte ab 1969 unter dem Blech der so genannten Zwischengeneration (LP 16- bis -2232). Die V-Motoren-Familie war 1973 komplett. Die Fernverkehrs-Lastwagen liefen nun unter dem Titel "Neue Generation" (NG) und bekamen endlich in allen schweren Typen ein kippbares Fahrerhaus.

Sattelzug aus der TV-Serie "Auf Achse" in Stuttgart

Ein Vertreter der Neuen Generation ist der 1632 S, ein Sattelzug, der in der Serie "Auf Achse" mit Manfred Krug ab 1977 mitfuhr. Krug und sein Mitspieler Rüdiger Kirschstein waren damit als Franz Meersdonk und Günter Willers zwischen Deutschland und dem Iran, in der Türkei und Südafrika, genauso wie in Holland oder am Nordkap unterwegs. Burkhard Ziegler, der den Sattelzug zur Retro Classics bringt, entdeckte das Fahrzeug vor Jahren und restaurierte es in anderthalbjähriger Kleinarbeit. Es war ursprünglich im Nahost- und europäischen Fernverkehr eingesetzt. Bei Schaustellern beförderte es ab Mitte bis Ende der 90er-Jahre einen Kran zum Aufstellen eines Riesenrades. Nach 26 Jahren und über 2,4 Millionen Kilometer war der Schluss angekündigt. Im Internet wurde ein neuer Besitzer gesucht. Dabei hätte es den Lkw beinahe in den mittleren Osten verschlagen. Denn auch in Saudi-Arabien sind die Oldtimer begehrt. Burkhard Ziegler blieb hartnäckig und bekam den Zuschlag. Heute lässt Ziegler die 70er-Jahre hochleben, wenn er mit seinem Oldtimer unterwegs ist. "Der Sound ist einfach unverwechselbar", sagt Ziegler. Kein Wunder bei zehn Zylindern aus 15,8 Litern Hubraum. Der Zehn-Zylinder-Motor ist das Herzstück des 1632 S und geht recht kernig ans Werk. Auch optisch überzeugt der Frontlenker. Felgen und Chassis glänzen "ochsenblutrot", Fahrerhaus und Flachten "enzianblau", die Plane in silber. Sobald der Lkw auf einem Rastplatz Pause macht, ist er umringt. "Dieses Auto hat einfach hohe Sympathiewerte", sagt Ziegler. Das erste Mal zugelassen wurde der Lkw 1975. Inzwischen zeigt der Tacho nochmals mehr als 100.000 Kilometer. Und das Ganze, wie Ziegler betont, mit dem ersten Motor und dem ersten Getriebe. Ein hervorragender Beleg für die Mercedes-These "Trucks you can trust" - "Lastwagen, denen man vertrauen kann".

Bahnbrechende Erfindungen in den 80er Jahren

Der 1635 S (NG 85), den Michael Kaumeyer auf der Retro Classics als Sattelzugmaschine zeigt, war der Nachfolger und ein weiterer Vorläufer des Actros, der im Jahr 1996 das Licht der Welt erblickte. Von 1988 bis 1998 traten die NG-Fahrzeuge mit vielen Verbesserungen unter dem Titel SK (Schwere Klasse) auf. Vorangegangen waren bahnbrechende Erfindungen wie das Antiblockiersystem (ABS) 1981, die Antriebsschlupfregelung (ASR) 1986, die Elektronisch Pneumatische Schaltung (EPS), heute "Telligent-Schaltung", 1985, das elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) 1992, und schließlich der CAN-Bus, über den die gesamte Elektronik einheitlich gesteuert werden kann. Die Mikrochips erlaubten Entwicklungen wie den Spurhalte- oder den Notbrems-Assistenten, der im Falle eines Falles eine automatische Vollbremsung einleiten kann - allesamt Dinge, von denen die einstigen Kapitäne der Landstraße nicht einmal zu träumen wagten. 2003 kam das Facelift Actros MP 2. 2008 folgte die dritte Modell-Pflege Actros 3. Danach wurde der Actros völlig neu konstruiert. Der neue Actros, der auf der Stuttgarter Retro Classics steht - Produktionsanlauf in Wörth war am 30. September 2011 -, ist der Stand der Technik. Er vereinigt die Erfahrung aus über 125 Jahren Automobilbau, davon 116 Jahre Nutzfahrzeugbau. Veteranen unter den Berufskraftfahrern aus den 60er-Jahren, heute meist im Rentenalter, stehen mit leuchtenden Augen davor. Wann hat ein Lastwagen jemals eine solche Kabine vorweisen können, die man mit Fug und Recht als Wohnzimmer bezeichnen darf? Oder die Wirtschaftlichkeit: Noch in den 60er und 70er Jahren verbrauchte ein 38-Tonnen-Lastzug - das war damals das zulässige Gesamtgewicht - rund 50 Liter Dieselkraftstoff auf 100 Kilometer. Der heutige schwere Mercedes-Benz-Lkw Actros begnügt sich als 40-Tonnen-Zug mit einem Drittel weniger. Auch das ist ein Verdienst der Mikroelektronik.

Designstudie 60 Jahre Unimog

Mercedes-Benz Special Trucks (MBS) präsentiert auf der Retro Classics eine Designstudie auf Basis des hochgeländegängigen Unimog U 5000. Die Studie entstand im vorigen Jahr zum Jubiläum "60 Jahre Unimog". Sie wird mit einem "Scheunenfund" auf der allgemeinen Freifläche zu bestaunen sein. "Der grüne Pfeilfrosch", wie das Designobjekt bereits wegen seiner von dieser Amphibie abgeleiteten Farbe getauft wurde, zeigt, dass der Unimog auch nach 60 Jahren, einhergehend mit 26 Baureihen, immer noch erneuerungsfähig ist. So wie die Innovationskraft den Mercedes-Benz Unimog bis heute vorangetrieben hat und prägt, so belegt die Studie eindrucksvoll, dass im Engineering künftiger Unimog-Generationen noch allerhand Innovatives möglich ist. Die Studie überrascht zweifellos jeden Betrachter, Fachleute und Enthusiasten. Sie verbindet Vergangenheit und Zukunft auf sehr avantgardistische Weise. Gewissermaßen ein "Amuse-Gueule" für den Besucher der Messe, das aber keineswegs nur als solches verstanden sein will. Viele Erfindungen - ob das Laufrad von Freiherr von Drais, der Reitwagen von Daimler oder der Spatz des Schneiders von Ulm - wurden anfangs belächelt und haben dann die Welt verändert.

Weitere Informationen und Fotos von Mercedes-Benz sind im Internet verfügbar:

www.media.daimler.com , www.mercedes-benz.de

Die Automobil-Messe Retro Classics findet im Jahr 2012 zum 12. Mal statt. Im Jahr 2011 besuchten 65.000 Besucher die Messe in acht Hallen auf einer Fläche von rund 100.000 Quadratmeter. Die Aussteller, Händler, Restauratoren, Traditions-abteilungen der Autohersteller sowie deren anerkannte Clubs, kommen aus ganz Europa nach Stuttgart. Neben den Klassikern der Vorkriegs- und Nachkriegsgeschichte kommen auf der Retro Classics auch Liebhaber von traditionsreichen Omnibussen, legendären Lastwagen und Zweirädern sowie Traktoren auf ihre Kosten. Als Besonderheit zeigt die Messe die Kategorie der "Neo Classics", die Klassiker von morgen, im Programm, also concept cars und Manufakturfahrzeuge aus heutiger Produktion, die in limitierten Stückzahlen hergestellt werden. Die Retro Night als get-together der Automobilszene, Auktionen, die Verkaufshalle sowie der internationale Teilemarkt runden das Messeangebot ab.

Öffnungszeiten der Retro Classics 2012:

Die Retro Classics 2012 ist geöffnet am Donnerstag, 22. März, von 15 Uhr bis 19 Uhr, am Freitag, 23. März, von 10 Uhr bis 19 Uhr, am Samstag und Sonntag, 24./ 25. März, täglich von 9 Uhr bis 18 Uhr. Beim Preview-Day am Donnerstag öffnen sich die Hallen speziell für Journalisten und Besucher, die die kostbaren Ausstellungsstücke in Ruhe bewundern möchten. Am selben Tag wird in der Halle 1 von 19 Uhr bis 22 Uhr die RETRO NIGHT®, gefeiert.

Hinweis an die Redaktionen:

Weitere Infos und Download-Bilder zur Retro Classics findet man im Internet unter

http://www.messe-stuttgart.de/...

sowie unter http://www.expo-mediabase.de/...

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