Das gute Gefühl des schnellen Kommissionierens

Integriertes Materialflusssystem mit Paternosterlager und Pick by Light-Anlage

Freiburg, (PresseBox) - Vor knapp zwei Jahren reorganisierte die ABUS August Bremicker Söhne KG den Materialfluss im Lager und in der Kommissionierung. Heute betreibt das Unternehmen eine hochmoderne Kommissionieranlage, die den Durchsatz erhöht und die Durchlaufzeiten deutlich verkürzt. Das „Pick by Light“-System mit Anbindung an die Fördertechnik führt den Bediener zum richtigen Produkt, beschleunigt das Kommissionieren und bietet auch große ergonomische Vorteile.

„Das gute Gefühl der Sicherheit“: Nach diesem Motto bietet die ABUS August Bremicker Söhne KG ein sehr breites Produktspektrum für die Haussicherheit und die mobile Sicherheit. Ursprünglich produzierte das Unternehmen Vorhängeschlösser, heute zählt ABUS zu den führenden Herstellern von Fahrrad- und Motorradschlössern. Darüber hinaus gehören Systeme der elektronischen Sicherheit wie z.B. Alarm- und Videoüberwachungsanlagen zum Programm. Und viele Radfahrer sind nicht nur mit Schlössern, sondern auch mit Helmen von ABUS unterwegs.

Ziel: Platzsparend lagern und kommissionieren

Im zentralen Lager in Wetter sind somit viele unterschiedliche Produkte zu lagern. Christian Palenio, verantwortlich für die Organisation: „Wir halten hier rund 3500 Artikel bereit und legen großen Wert auf ein schnelles Abarbeiten der Aufträge.“ Bis vor Kurzem wurde diese Aufgabe konventionell, d.h. mit Pickzettel und Kommissionierwagen, erledigt. Christian Palenio: „Dieses System funktionierte gut, aber aufgrund unseres Wachstums und des immer größeren Produktspektrums mussten wir uns nach einer neuen Lösung umsehen.“

Damit wurde die Pierau Planung Unternehmensberatung GmbH beauftragt, die ein neues Konzept für den Materialfluss im Lager und für die Kommissionierung erarbeitete. Das Konzept sah den Einsatz automatisierter Fördertechnik und die Nutzung der vorhandenen Fachbodenregale für eine „Pick-by-Light“ Kommissionierung vor – und es wurde konsequent umgesetzt.

Pick by light: So wird Kommissionieren vereinfacht

Als Kommissioniersystem kommt nun eine Pick-by-Light-Anlage (PbL) der KBS Industrieelektronik GmbH zum Einsatz. Deren Prinzip ist ganz einfach: Über ein Anzeigefeld mit „Blickfangleuchte“ unmittelbar am Lagerplatz erfährt der Bediener, welchen Artikel er kommissionieren soll. Eine Ziffernnzeige am Lagerplatz gibt die gewünschte Anzahl an. Nachdem der Kommissionierer über einen Taster den Vorgang quittiert hat, wird er für den folgenden „Pick“ zum nächsten Artikel geführt. Auf diese Weise kann man auf Papierbelege verzichten und vermeidet „Fehlgriffe“ beim Kommissionieren. Und da die Bediener für bestimmte Zonen verantwortlich sind, spart man Wegezeiten.

16 Pickzonen mit jeweils sieben Regalebenen

Die Kommissionieranlage ist in 16 Pickzonen unterteilt, in die die Kartons nur dann gefördert werden, wenn dort ein Artikel kommissioniert werden soll: Der Steuerrechner übernimmt die Transportaufträge aus dem zentralen Lagerverwaltungssystem LFS 400 von Ehrhardt & Partner LVS und lenkt den Behälter automatisch in die richtigen Pickzonen. Somit ist ein durchgängiger Informationsfluss gewährleistet.

Die Zonen sind mit sieben Regalebenen ausgestattet. An den mittleren fünf Ebenen sind Fachanzeigen installiert. Wenn im obersten oder untersten Fach kommissioniert werden soll, übernimmt die Anzeige des darunter- bzw. darüberliegenden Faches diese Aufgabe. Eine Leuchtanzeige in Pfeilform weist dem Kommissionierer dann die Richtung, und die Menge wird in einer anderen Farbe angezeigt. So spart man zum einen Kosten, zum anderen sind die Anzeigen immer im Blickfeld des Kommissionierers installiert. Das verbessert die Ergonomie: Der Kommissionierer muss sich nicht tief bücken oder hoch strecken, um die Anzeige abzulesen und den Pick-Vorgang zu quittieren.

Sonderlösung für das Kommissionieren von ganzen Kartoneinheiten

Bei den vorhandenen Fachbodenregalen, die mit einer PbL-Anzeige von KBS nachgerüstet wurden, handelt es sich um eine mechanische Sonderkonstruktion. Ralf Callies, als Mitarbeiter der Betriebsleitung verantwortlich für die Logistik: „Die Kartoneinheiten sind bei uns bis zu 40 kg schwer. Um den Bedienern die Arbeit zu erleichtern, sind die einzelnen Fächer mit einem Vereinzelungsmechanismus ausgestattet: Eine Bremse hält die Nachrückkartons zurück. Der Bediener löst die Bremse, indem er das ganze Fach kurz nach oben wippt. Dann rückt der folgende Karton nach.“ Um für diese Sonderlösung eine robuste PbL-Anlage zu realisieren, hat KBS als zusätzlichen Schutz eine stabile, gerundete Metallleiste installiert. Sollte dem Bediener einer der schweren Kartons aus der Hand rutschen, bleiben die Anzeigen unbeschädigt.

Paternosterregale und Sonderarbeitsplätze

In das Kommissioniersystem sind auch 20 Paternosterregale eingebunden, die auf Anforderung Tablare zu einer Bedienöffnung transportieren. Allein in diesen Kardex-Shuttles können mehr als 7000 verschiedene Artikel gelagert werden. Zusätzlich zu den Kommissionier- und Packbereichen gibt es noch verschiedene Sonderbearbeitungsplätze sowie ein Bereich, in dem Artikel vor dem Versand gesondert etikettiert werden können. Auch die Nachschubversorgung wird automatisch angestoßen: Mit jeder Quittierung wird die entsprechende Menge abgebucht, und wenn eine Mindestmenge unterschritten ist, erhält das Hochregallager über das LVS eine Meldung, dass der entsprechende Artikel benötigt wird.

Einbindung in laufendem Betrieb

Die neue Kommissionieranlage wurde im laufenden Betrieb in den Produktionsprozess integriert. Rolf Callies: „Wir haben zunächst am Wochenende Probeläufe gefahren und das System dann schrittweise implementiert, wobei wir aus Sicherheitsgründen immer eine Rückfallebene vorgesehen haben.“

Diese Rückfallebene wurde jedoch nicht benötigt, denn die gesamte Implementierung verlief planmäßig, und inzwischen ist die Anlage voll in Betrieb. Schon sehr bald nach der Inbetriebnahme zeigte sich, dass das neue „Pick by Light“-Kommissionierverfahren eine deutliche Beschleunigung der Kommissionierleistung erlaubt. Christian Palenio: „Früher nahm schon allein das Drucken der Aufträge und Packzettel viel Zeit in Anspruch. Heute können wir Aufträge mit einer Durchlaufzeit von 15 bis 30 Minuten abarbeiten – vom Auftragseingang bis zum Versand. Der Vertrieb hat darüber anfangs sehr gestaunt, und die Kunden auch.“ Gleichzeitig konnte ABUS die Belastung der Mitarbeiter verringern und die Qualität der Kommissionierung erhöhen.

Die beteiligten Unternehmen
Bauherr/ Software-Integration: ABUS August Bremicker KG
Planung: Pierau Planung Unternehmensberatung GmbH
Pick-by-Light-Anlage: KBS Industrieelektronik GmbH
mit 2000 Lagerplätzen:
sowie Materialflussrechner:
Paternosterregale: Kardex GmbH
Lagerverwaltungssystem: Ehrhardt & Partner GmbH & Co. KG
Fördertechnik: Blume Förderanlagen
Versandabwicklung: Rhenania Computer GmbH

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