Jenoptik verzeichnet im 1. Halbjahr anhaltend gute Nachfrage aus der Halbleiterausrüstungsindustrie und von der öffentlichen Hand

(PresseBox) ( Jena, )
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  • Auftragseingang im Konzern unter Vorjahr, Auftragsbestand legt leicht zu
  • Umsatz ging bereinigt um 11,9 Prozent auf 329,0 Mio Euro zurück
  • Profitabilität im 2. Quartal deutlich verbessert (adjustierte EBITDA-Marge steigt von 10,5% in Q1 auf 15,6% in Q2
  • Adjustierter Free Cashflow kletterte auf 17,8 Mio Euro
  • Ausblick 2020 konkretisiert: Umsatz wird (ohne TRIOPTICS) zwischen 770- 790 Mio Euro und adjustierte EBITDA-Marge zwischen 14,5 und 15,0 Prozent erwartet
Nachdem das operative Geschäft von Januar bis Anfang März wie erwartet verlief, sind seit Ende März deutliche Auswirkungen der Corona-Pandemie und die weiter zunehmende Verunsicherung in der Automobilindustrie spürbar, die im 2. Quartal den Geschäftsverlauf von Jenoptik in diesem Bereich erschwert haben. Insgesamt entwickelte sich die Nachfrage auf Konzernebene im Sechs-Monats-Zeitraum unter anderem aufgrund von Projektverschiebungen und Stornierungen deutlich rückläufig. So verringerte sich der Auftragseingang auf 333,9 Mio Euro (i.Vj. bereinigt 381,6 Mio Euro). Der Auftragsbestand legte durch die Akquisition von INTEROB leicht auf 478,0 Mio Euro zu (31.12.2019: bereinigt 464,7 Mio Euro).

Bezogen auf die Divisionen hatte die Corona-Pandemie unterschiedliche Auswirkungen auf den Umsatzverlauf bei Jenoptik. Die Geschäfte mit öffentlichen Auftraggebern sowie mit der Halbleiterausrüstungsindustrie waren nicht bzw. kaum von der Pandemie betroffen und verzeichneten sogar Zuwächse. Die Division Light & Production wurde dagegen durch die Entwicklung in der Automobilindustrie stark beeinflusst. Der Jenoptik-Konzern realisierte in den ersten sechs Monaten 2020 einen Umsatz in Höhe von 329,0 Mio Euro (i.Vj. bereinigt 373,4 Mio Euro). Das im Februar 2020 erworbene spanische Unternehmen INTEROB steuerte im Berichtszeitraum 5,3 Mio Euro zum Konzernumsatz bei.

Die Maßnahmen, die eingeleitet wurden, um die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie zu begrenzen, wie unter anderem die Nutzung von Kurzarbeit, hatten einen positiven Einfluss auf die Entwicklung der Profitabilität im 2. Quartal. Das adjustierte EBITDA legte von 17,3 Mio Euro im 1. Quartal deutlich auf 24,9 Mio Euro im 2. Quartal zu. Im gesamten Berichtszeitraum reduzierte sich das adjustierte EBITDA bedingt durch den Umsatzrückgang auf 42,2 Mio Euro und lag damit 22,3 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahreswert (i.Vj. 54,3 Mio Euro). Die adjustierte EBITDA-Marge sank folglich auf 12,8 Prozent (i.Vj. 14,5 Prozent). Hierin berücksichtigt sind wie avisiert Effekte aus Struktur- und Portfoliomaßnahmen von insgesamt minus 4,4 Mio Euro (i.Vj. minus 0,3 Mio Euro). Die Maßnahmen umfassen Effekte von minus 0,8 Mio Euro für Restrukturierung und Standortoptimierung, minus 2,4 Mio Euro für Kostensenkungsprogramme sowie minus 1,1 Mio Euro für M+A-Aktivitäten.

„Nach einem solidem Start zu Jahresbeginn ist das 2. Quartal auftragsseitig erwartungsgemäß schwächer verlaufen, wir sind jedoch optimistisch, was unsere Geschäftsentwicklung im 2. Halbjahr angeht“, erklärt Stefan Traeger, Vorstandsvorsitzender der JENOPTIK AG. „Ausschlaggebend hierfür ist auch, dass wir umfassend und schnell auf die strukturellen Herausforderungen insbesondere in der Automobilindustrie und auch auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie mit einem Bündel an Maßnahmen reagiert haben.“

Solide Cash- und Liquiditätssituation schafft gute Basis für weiteren Geschäftsverlauf

Der Vorstand hatte bereits im 1. Quartal vorsorglich Maßnahmen beschlossen, um schnell auf die durch die Corona-Pandemie entstandene Situation zu reagieren. Neben der Sicherung von Liquidität und Profitabilität wurden auch Maßnahmen ergriffen, um die operativen Geschäfte inklusive Lieferkette zu sichern und das Working Capital zu optimieren. So konnte der operative Cashflow zum 30. Juni 2020 deutlich auf 26,7 Mio Euro gesteigert werden (i.Vj. minus 7,6 Mio Euro). Dies war im Wesentlichen auf ein aktives Working-Capital-Management zurückzuführen. Aufgrund des höheren operativen Cashflows legte auch der Free Cashflow trotz gestiegener Investitionen im Berichtszeitraum deutlich auf 16,0 Mio Euro zu (i.Vj. minus 14,6 Mio Euro). Adjustiert um die zahlungswirksamen Effekte aus Struktur- und Portfoliomaßnahmen stieg der Free Cashflow sogar auf 17,8 Mio Euro.

In Anbetracht der aktuellen Rahmenbedingungen sieht sich der Konzern mit einem Bestand an kurzfristig verfügbaren Finanzmitteln in Höhe von 123,5 Mio Euro weiterhin komfortabel aufgestellt (31.12.2019: 168,7 Mio Euro). Die Akquisition von INTEROB und die Rückzahlung eines Schuldscheindarlehens führten trotz leicht gesunkener Finanzverbindlichkeiten zu einer Nettoverschuldung von 26,6 Mio Euro (31.12.2019: minus 9,1 Mio Euro).

Entwicklung der Divisionen: Margenverbesserung bei Light & Optics, gute Entwicklung bei Light & Safety und stabiler Verlauf bei VINCORION, Einbußen bei Light & Production wie erwartet

In den ersten sechs Monaten 2020 erzielte die Division Light & Optics mit 137,7 Mio Euro einen Umsatz, der 10,0 Prozent unter dem bereinigten Vorjahresniveau von 153,0 Mio Euro lag. Das Geschäft mit der Halbleiterausrüstungsindustrie erwies sich dabei trotz der Ausbreitung von Corona weiterhin als sehr robust. Dagegen verzeichnete die Division in den Bereichen Biophotonik sowie Industrial Solutions deutliche Rückgänge. Das um die Effekte aus Struktur- und Portfoliomaßnahmen adjustierte EBITDA sank im Vergleich zum Vorjahr unterproportional zum Umsatz um 4,3 Prozent auf 30,7 Mio Euro (i.Vj. 32,0 Mio Euro). Die adjustierte EBITDA-Marge verbesserte sich folglich dank eines aktiven Kostenmanagements von 20,8 Prozent spürbar auf 22,1 Prozent. Bis zum Ende des 1. Halbjahres 2020 verzeichnete die Division Auftragseingänge in Höhe von 139,6 Mio Euro (i.Vj. bereinigt 142,1 Mio Euro). Der Auftragsbestand lag Ende Juni 2020 mit 139,0 Mio Euro weiterhin auf einem guten Niveau (31.12.2019: bereinigt 143,5 Mio Euro).

Die Division Light & Production war aufgrund der globalen Schwäche der Automobilindustrie am stärksten von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen. Der Umsatz der Division fiel daher in den ersten sechs Monaten deutlich um 33,2 Prozent auf 74,3 Mio Euro (i.Vj. 111,3 Mio Euro). Während sich der Bereich Automation & Integration unter anderem aufgrund der Akquisition von INTEROB nahezu stabil entwickelte, verzeichneten die Geschäftsfelder Metrology und Laser Processing erhebliche Rückgänge. INTEROB steuerte im Berichtszeitraum einen Umsatz von 5,3 Mio Euro bei. Dennoch reichte die stabile Entwicklung im Automatisierungsgeschäft nicht aus, um die Unterauslastung in den anderen Bereichen auszugleichen. Vor allem das schwache Asiengeschäft sowie Projektverschiebungen und die vorübergehende Schließung zweier Jenoptik-Werke in der Division führten zu deutlichen Rückgängen. Um den Entwicklungen entgegenzuwirken, wurden bereits zu Beginn des Jahres Projekte zur Struktur- und Portfolioanpassung initiiert und Maßnahmen zur Eindämmung der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie ergriffen. Das um die Effekte aus den Struktur- und Portfoliomaßnahmen adjustierte EBITDA der Division belief sich im Berichtszeitraum auf minus 3,4 Mio Euro (i.Vj. 11,9 Mio Euro). Der Auftragseingang von Light & Production fiel aufgrund einer größeren Auftragsstornierung sowie einigen Projektverschiebungen auf 65,0 Mio Euro (i.Vj. 113,0 Mio Euro). Inklusive der von INTEROB übernommenen Aufträge in Höhe von 13,9 Mio Euro lag der Auftragsbestand der Division zum Ende des Berichtszeitraums mit 90,6 Mio Euro jedoch über dem Niveau vom Jahresende (31.12.2019: 81,6 Mio Euro).

Das stabile Investitionsverhalten der Kunden aus dem öffentlichen Sektor bescherte der Division Light & Safety im 1. Halbjahr 2020 trotz der Corona-Ausbreitung eine insgesamt sehr positive Geschäftsentwicklung. Die Umsätze stiegen um 15,1 Prozent auf 55,7 Mio Euro (i.Vj. 48,4 Mio Euro). Die Division konnte im Zuge der guten Geschäftsentwicklung auch ihre operativen Ergebnisse deutlich verbessern. Das adjustierte EBITDA stieg im Berichtszeitraum auf 10,9 Mio Euro (i.Vj. 6,6 Mio Euro). Die adjustierte EBITDA-Marge verbesserte sich folglich spürbar auf 19,6 Prozent (i.Vj. 13,5 Prozent). Der Auftragseingang unterliegt typischen Schwankungen und reduzierte sich projektbedingt in den ersten sechs Monaten 2020 auf 41,9 Mio Euro (i.Vj. 50,6 Mio Euro). Der Auftragsbestand nahm um 22,6 Prozent auf 54,1 Mio Euro ab (31.12.2019: 69,9 Mio Euro).

VINCORION erwirtschaftete in den ersten sechs Monaten des Jahres Umsätze in Höhe von 58,8 Mio Euro. Damit lagen die Umsatzerlöse fast auf Vorjahresniveau (i.Vj. 59,1 Mio Euro). Zurückzuführen war der positive Geschäftsverlauf vor allem auf eine gute Nachfrage im Bereich Power Systems unter anderem nach Stromgeneratoren und Komponenten für Energiesysteme. Aufgrund von Mixeffekten im Umsatz reduzierte sich das operative Ergebnis leicht. Das EBITDA betrug im Berichtszeitraum 4,1 Mio Euro nach 4,5 Mio Euro im Vorjahr. Die EBITDA-Marge verringerte sich von 7,6 Prozent auf aktuell 7,0 Prozent. Der Auftragseingang der Berichtsperiode übertraf mit 84,3 Mio Euro deutlich das Vorjahresniveau von 73,8 Mio Euro. Infolge der guten Nachfrage erhöhte sich auch der Auftragsbestand von VINCORION um 23,9 Mio Euro auf 193,6 Mio Euro (31.12.2019: 169,7 Mio Euro) und lag damit deutlich höher als in allen Quartalen des Vorjahres.

JENOPTIK AG konkretisiert Umsatzausblick und Margenziel für 2020

Unterstützt durch die ergriffenen Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Auswirkungen und in Anbetracht eines erwarteten stärkeren 2. Halbjahres geht der Vorstand für das Gesamtjahr 2020 davon aus, einen Umsatz von 770 bis 790 Mio Euro zu erzielen (ohne Berücksichtigung der Effekte aus dem erwarteten Erwerb der TRIOPTICS GmbH). Die um Effekte aus den initiierten Struktur- und Portfoliomaßnahmen adjustierte EBITDA-Marge soll in einer Spanne von 14,5 bis 15,0 Prozent liegen. „Als Voraussetzung für ein stärkeres 2. Halbjahr erwarten wir zumindest leichte Erholungstendenzen in der Wirtschaft und ein Ausbleiben einer weiteren Corona-Welle. Unsere eingeleiteten Maßnahmen zur Struktur- und Portfolioanpassung sollen, spätestens ab dem nächsten Jahr, zu einer Beschleunigung des Wachstums und einer Verbesserung der Profitabilität von Jenoptik beitragen. Die damit verbundenen Effekte weisen wir in diesem Geschäftsjahr aus Transparenzgründen separat aus“, erklärt Traeger weiter.

Der Halbjahresbericht steht auf der Jenoptik-Webseite unter „Investoren/Berichte und Präsentationen“ zur Verfügung. Die „Jenoptik App“ ermöglicht die Ansicht des Zwischenberichts auf Mobilgeräten mit iOS- und Android-Betriebssystemen. Bilder zum Download finden Sie in der Jenoptik Bilddatenbank unter http://media.jenoptik.com.

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