Lesen Sie unser Experteninterview zum Thema "Intelligente Messsysteme / SAP IM4G"

(PresseBox) ( Würzburg, )
Smart Metering und Intelligente Messsysteme (iMSys) sind im Markt Themen mit großem Einfluss auf alle Energieversorger. Die Themen haben schon eine lange regulatorische Entwicklung hinter sich, nun drängt aber die Zeit.

Die INTENSE Berater Christian Gerull und Manuel Klapperich berichten über allgemeine Marktentwicklungen und ihre Erfahrungen aus Projekten und Vorstudien in den Bereichen iMSys und SAP Intelligent Metering for German Energy (SAP IM4G).

Herr Gerull berät seit vielen Jahren EVUs im SAP IS-U-Umfeld und hat seinen Schwerpunkt in der Prozessdefinition und -implementierung rund um Geräteverwaltung, Ablesung, Workforce Management und Smart Metering.

Herr Klapperich ist für die Intense AG als Berater aktiv. Seine Expertise liegt in den Bereichen der Marktprognose, virtueller Kraftwerke, sowie SAP IS-U und IM4G.

Wie sind die aktuellen Marktentwicklungen im Bereich der iMSys aus Ihrer Sicht zu beurteilen?

Hr. Gerull: Der Entwurf eines Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende der Bundesregierung hat zu einer deutlichen Erhöhung der Projektnachfrage geführt, von daher ist eine hohe Aktivität im Markt zu verzeichnen. Dennoch sind nach wie vor einige wichtige Fragen offen. So hält die Wahlfreiheit des MSB bei nicht-systemrelevanten Zählpunkten sicherlich zahlreiche MSB davon ab, eine höhere Anzahl an intelligenten Messsystemen einzubauen.

Hr. Klapperich: Weiterhin ist aktuell unklar, ob die Preisobergrenzen Brutto- oder Netto-Beträge aus Sicht der Versorger darstellen. Unsicherheiten bestehen auch hinsichtlich der Interimskommunikation und Bilanzierung bis 2020. Bei vielen Themen ist ersichtlich, welche Anforderungen in Zukunft an ein System gestellt werden. Daher sollte die Ertüchtigung der IT-Systeme möglichst zeitnah begonnen werden, um bezüglich der gesetzlichen Vorgaben für die Einführung intelligenter Messsysteme nicht in Verzug zu geraten.

Was bieten die Softwarehersteller aktuell als Lösung für den Markt an?

Hr. Gerull: Es gibt einige Softwarehersteller und auch MSB, die die einzelnen Module zu einem ganzen Komplex integrieren wollen. Da die Hürden der BNetzA durch die technischen Richtlinien allerdings sehr hoch sind, dürfte die Zertifizierung der Systeme auf der einen, die Business Cases auf der anderen Seite die Spreu vom Weizen trennen und es werden nur wenige Anbieter übrig bleiben.

Hr. Klapperich: Im Bereich Back-End, darunter verstehen wir die Abrechnungs- und Geräteverwaltungs-Systeme, gehen wir davon aus, dass die Versorger zumindest vorerst bei der Rollenunion von VNB/MSB in den vorhandenen IS-U Systemen bleiben. Hier bietet es sich an, die SAP-Lösung IM4G im IS-U zu implementieren. Die Lösung bietet u. a. die wesentlichen Webservices und Funktionen, um die gesamte Prozesskette der Geräte-Installationen und -Parametrierung abzubilden und die Tarifanwendungsfälle zum Gateway zu kommunizieren

Bei SAP-Produkten ist es ja häufig so, dass ein Grundgerüst ausgeliefert wird und der Kunde die Implementierung im Rahmen von Projekten selber stark erweitern muss. Wie verhält es sich bei IM4G?

Hr. Klapperich: An sich geht die Auslieferung in die richtige Richtung. Weitere Releases und Service Packs werden jedoch zwangsläufig kommen, da die gesetzlichen Vorgaben und Marktstandards sich noch entwickeln.

Aber auch im aktuellen Release und Service Pack4 muss jedes EVU im Projekt für sich entscheiden, inwieweit Anpassungen nötig und wirtschaftlich sind. Die neuen Prozessdokumente müssen auch bei schlanker Ausprägung auf die MSB-/VNB-Prozesse angepasst werden. Ebenso müssen Prozesse entsprechend der Anforderungen der intelligenten Messsysteme angepasst werden.

Hr. Gerull: Es muss z. B. jeder Kunde für sich entscheiden, ob ein Tariftypwechsel an der Verbrauchsanlage sinnvoll ist. Ebenso müssen Änderungen in der buchhalterischen Einordnung der Erträge für den Messstellenbetrieb im Rahmen der Tarif-/Preislandschaft in Betracht gezogen werden. Es empfiehlt sich, die Ableseeinheiten zu reorganisieren und nach herkömmlichen und intelligenten Messsystemen zu sortieren. Das zieht Änderungen an der IS-U Anlage nach sich, die natürlich automatisch geschehen sollten. Mit diesen und weiteren Fragen muss sich jeder Versorger auseinandersetzen.

An welchen Stellen haben die Versorger Anpassungsbedarf in ihrer Systemlandschaft?

Hr. Klapperich: Die Bestandssysteme müssen in ihrer aktuellen Form für die Prozesse der herkömmlichen Zählerwelt bestehen bleiben. Zudem ist ein umfangreicher Neuaufbau einer parallelen IT-Landschaft für intelligente Messsysteme notwendig. Neben der Integration von GWA-Systemen, MDM-Systemen und Kundenportalen ist natürlich das SAP IS-U zu nennen.

Größere Baustellen sehen wir in der Ertüchtigung der Workforce Management-Systeme. Von der Schnittstelle aus dem IS-U über mobile Datenerfassungsmasken und mobile Prozesssteuerungen an der Messstelle, bis zur Rückmeldung der Installationen in das IS-U bzw. beim Eintritt in den IM4G Prozess müssen Anpassungen vorgenommen werden. Der Anpassungsumfang hängt dabei stark von den bestehenden System- und Prozesslandschaften ab.

Hr. Gerull: Des Weiteren ergeben sich Anpassungen der Marktkommunikation. Die Ableseergebnisse aus den neuen virtuellen Zählwerken müssen korrekt kommuniziert werden. Last but not least ist die Integration der IM4G Services mit dem MDM und GWA-System zu bewältigen. Hier haben die Hersteller häufig schon eigene Standards hinsichtlich Feldumfang und Prozessablauf definiert.

Weiterhin sollte das Reporting eine Übersicht über die umzustellenden Messstellen liefern und im Verlauf des Roll-Outs in der Lage sein, den Roll-Out-Status ad hoc zu ermitteln.

Die Zählerstandsgänge bringen natürlich ganz neue Möglichkeiten in der Profilverwaltung und Bilanzierung. Hier sind viele Szenarien denkbar – vom Beibehalten der bisherigen SLP- bis zur 15-Minuten Bilanzierung. Hier wird die BDEW entsprechende Standards mit minimalinvasiven Auswirkungen entwickeln.

Wie läuft aus Ihrer Sicht ein Projekt im Smart Meter-Umfeld ab?

Hr. Gerull: Zunächst einmal muss sich der Versorger klar werden, welche Rolle er in diesem neuen Umfeld spielen will. Wenn sich für eine aktive MSB-Rolle, egal ob wMSB oder gMSB entscheiden wird, steht im Anschluss die Entscheidung an, welche Software für die einzelnen Architekturkomponenten eingesetzt werden soll. Am Ende steht eine Konzeptionsphase, um die unternehmensspezifischen Prozesse zu definieren und das Zusammenspiel der beteiligten Systeme zu beschreiben.

INTENSE ist in der Lage alle Projektphasen inkl. Implementierung im IM4G aktiv zu begleiten.

Hr. Klapperich: Wir sind bereits in einigen Kundenprojekten sowohl in Architekturplanungen und Vorstudien als auch in der konkreten Umsetzung der Anforderungen im SAP IM4G aktiv. Daher können wir auf umfangreiche Erfahrungen zurückgreifen. So entwickeln wir beispielsweise ein Test-Tool, um die Interaktion mit dem GWA-System zu simulieren.

Außerdem entwickeln wir mit unseren Partnern ein Vorgehensmodell, damit unsere Kunden dieses enorm komplexe Vorhaben effizient bewältigen können. Sprechen Sie uns an!

Sie haben noch Fragen oder wollen weiterführende Informationen? Gerne können Sie für ein persönliches Gespräch auf uns zukommen – nutzen Sie unsere Expertise!


 
  
Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien.
Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@pressebox.de.