Massiver Leichtbau III: Internationale Leichtbau-Initiative trifft sich in Aachen zu Hands-On-Workshops

Projektteilnehmer während des Hands-On-Workshops Massiver Leichtbau im Januar 2018 in Aachen (PresseBox) ( Hagen, )
42 kg im PKW, 99 kg im leichten Nutzfahrzeug – nach dieser beeindruckenden Bilanz aus den ersten beiden Phasen der Initiative Massiver Leichtbau haben sich 2017 in der dritten Phase 39 Firmen aus Stahlherstellung und Massivumformung aus Europa, Japan und USA zusammengefunden, um Leichtbaupotentiale an einem hybridisierten Split-Axle-Allradfahrzeug sowie an Teilen eines konventionellen LKW-Antriebstrangs aufzudecken.

Damit hat sich eine in der Schmiedewelt bisher einzigartige Initiative aufgestellt: Mit 39 teilnehmenden Firmen aus drei Kontinenten übersteigt es die Größe aller bisherigen Gemeinschaftsprojekte der Massivumformung, und im Übrigen auch die der einflussreichen ULSAx-Projekte, die vor ca. 20 Jahren den Stahlleichtbau in der Karosserie untersucht haben. Mit acht Firmen aus Japan und einer aus den USA ist auch eine weltweite Vernetzung geschaffen worden, die es in einer so intensiven Kooperation in der Branche der Massivumformung und Langhersteller bisher nie gegeben hat.

Die dritte Phase wurde im Juli 2017 gestartet und ein Hybrid-Pkw am fka Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen mbh, Aachen zerlegt. Zusätzlich wurde ein LKW-Getriebe, Kardanwelle und Hinterachse in Einzelteilen dokumentiert. Die Initiative mit ihren Projektpartnern hatte ihren Workshop Ende Januar 2018 beim Institut fka in Aachen. Auf dem Programm standen Vorträge zu Elektrifizierungstrends in der Automobilindustrie, zur Auslegung von Getriebesystemen und dem möglichen Leichtbaueffekt höherfester Stähle, sowie Anregungen und Diskussionen zur technischen Vermarktung neuer Stahlentwicklungen. In der 3-tägigen Veranstaltung gab es viel Raum für Hands-On-Sessions, bei der die 80 teilnehmenden Personen 4200 Bauteile inspizierten, diskutierten und schon im Workshop mehrere hundert Leichtbaupotentialideen erarbeiteten.

In den nächsten Wochen werden nun von den Teilnehmern Leichtbauideen präzisiert, so dass im Sommer 2018 die Gesamtergebnisse der Öffentlichkeit präsentiert werden. Damit soll der Austausch über Leichtbau entlang der kompletten Lieferkette Stahlherstellung – Massivumformung – Komponentenherstellung – Einsatz im Automobil befördert werden, um neue praktikable Leichtbaulösungen auf Basis der Massivumformung in die Anwendung zu bringen.

Die Initiative Massiver Leichtbau

Seit 2013 haben sich insgesamt 35 Stahlhersteller sowie Umformunternehmen und ein Ingenieurdienstleister unter dem Dach des Industrieverbands Massivumformung e. V. und des Stahlinstituts VDEh zur Initiative Massiver Leichtbau zusammengeschlossen. Ziel dieser weltweit einzigartigen Initiative sind Gewichtseinsparungen in Automobilen und leichten Nutzfahrzeugen mit innovativen Komponenten aus Stahl. In Phase I, die 2013 und 2014 mit 24 Unternehmen startete, wurde ein Mittelklasse-Pkw untersucht und Leichtbaupotentiale massivumgeformter Komponenten identifiziert. Insgesamt wurde ein Einsparpotenzial des Gewichts von 42 kg im Antriebsstrang und Fahrwerk erzielt. Die Initiative ging 2015 und 2016 mit 28 Unternehmen in Phase II und beschäftigte sich mit einem leichten Nutzfahrzeug bis 3,5 t als Fahrzeugtyp. Phase II konnte an die Erfolge anknüpfen und stellte umsetzbare Leichtbaupotenziale von 99 kg im Antriebsstrang und Fahrwerk heraus. Die Phase III der Initiative ist im Sommer 2017 auf internationaler Ebene mit 39 Unternehmen aus den USA, Japan und Westeuropa gestartet. Sie beschäftigt sich mit Leichtbaupotenzialen im Antriebsstrang und Fahrwerk eines Hybrid-Pkw sowie im Getriebe eines konventionellen Lkw. Weitere Informationen unter www.massiverLEICHTBAU.de

Stahlinstitut VDEh
Der Verein fördert die technische  und wissenschaftliche Zusammenarbeit von Ingenieuren bei der Weiterentwicklung der Stahltechnologie und des Werkstoffs Stahl. Dabei setzt das Stahlinstitut VDEh insbesondere auf Gemeinschaftsforschung. In die internationale Gemeinschaftsarbeit sind auch Anlagenhersteller und Zulieferer einbezogen. Heute gehören dem Stahlinstitut VDEh rund 5.300 Personen mit Hochschulabschluss in technischen, naturwissenschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Fächern oder leitender Funktion in Industrie und Handel an. Außerdem haben sich dem Verein 150 Unternehmen aus dem Bereich Eisen, Stahl und verwandten Werkstoffen angeschlossen.
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