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Energiewende kann nur mit den Unternehmen gemeistert werden

(PresseBox) (Magdeburg, )
Gut ein Jahr nach der ausgerufenen Energiewende in Deutschland fordern die Industrie- und Handelskammern (IHK) in Sachsen-Anhalt eine bessere Koordinierung der Maßnahmen und stabile politische Rahmenbedingungen für die Unternehmen. So müssten auch die Kosten für die Unternehmen stärker in den Mittelpunkt der Diskussion rücken. "Allein mit planwirtschaftlichen Verordnungen und einem Übermaß an Subventionen ist die Energiewende schwer zu meistern", so Ralf Luther, Vize-Präsident der IHK Magdeburg, in seiner Eröffnungsrede anlässlich des 2. IHK-Energietages Sachsen-Anhalt in Magdeburg.

Luther kritisierte die vielfachen Überschneidungen in der Energie- und Klimapolitik der Bundesregierung. Energie- und Kosteneffizienz müssten Hand in Hand gehen. Momentan würden die Unternehmen in mehrfacher Hinsicht belastet: durch hohe Energiepreise und durch eine steigende Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz. Industriebetriebe müssten zudem für CO2-Zertifikate zahlen. Luther: "Wir haben durch diese Instrumente kostenintensive Vorschriften ins Leben gerufen, deren paralleler Einsatz keinen Zusatznutzen für das Klima schafft. Dieses Sammelsurium von Instrumenten muss aufgeräumt, kritisch bewertet und neu zusammengestellt werden."

Dr. Thomas Brockmeier, Hauptgeschäftsführer der IHK Halle-Dessau, forderte eine ehrliche, die Gesamtinteressen abwägende Politik: "Die regionale Wirtschaft setzt auf einen breiten Energiemix. Das sollten auch Politiker tun, anstatt einzelne Energieträger einseitig zu bevorteilen. Insbesondere die damit verbundenen steigenden staatlichen Abgaben auf den Strompreis bremsen die Wettbewerbsfähigkeit vor allem energieintensiver Unternehmen. In der Zukunft werden massive Investitionen in die Produktion, den Transport und die Speicherung von Energie notwendig sein. Damit verbunden sind Kosten - übrigens nicht nur für Unternehmen, sondern natürlich auch für die Bevölkerung. Aufklärung tut Not. Hier sollten Politik, Wissenschaft und Wirtschaft gemeinsam für mehr Akzeptanz werben."

Speziell für Sachsen-Anhalt schätzte Wissenschafts- und Wirtschaftsministerin Prof. Dr. Birgitta Wolff ein: "Sachsen-Anhalt nimmt bei den Erneuerbaren Energien bundesweit einen Spitzenplatz ein. Auf die Energiewende sind wir also gut vorbereitet. Ganz oben auf unserer wirtschaftspolitischen Agenda steht dabei die bezahlbare Sicherung der Grundlast. Dies gilt für den privaten Verbrauch, insbesondere aber auch für stromintensive Branchen wie die Chemieindustrie oder die Metallverarbeitung. Gefragt ist ein intelligenter Energiemix, der die ökologische, wirtschaftliche und soziale Nachhaltigkeit im Gleichgewicht hält. Notwendig dafür ist die Entwicklung von Systemlösungen sowie einer effizienten Speicherungs- und Steuerungstechnik."

Im zukünftigen Energiemix übernehmen die erneuerbaren Energien eine zunehmend tragende Rolle, betont auch Dr. Hubertus Barth vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln: "Um die Energiewende erfolgreich gestalten zu können, sind wettbewerbsfähige erneuerbare Energien unumgänglich. Nur so können die Kosten für die Energieverbraucher im Rahmen bleiben."

Der IHK-Energietag wird alle zwei Jahre gemeinsam von den IHKn Sachsen-Anhalts durchgeführt. In diesem Jahr beteiligten sich mehr als 100 Teilnehmer aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft daran und diskutierten über die Gestaltung des zukünftigen Energiemixes in Sachsen-Anhalt und dessen Auswirkungen auf die heimischen Unternehmen.
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