Saarkonjunktur: Noch keine Trendwende in Sicht

Geschäftslage und Aussichten nahezu unverändert

(PresseBox) ( Saarbrücken, )
Die Stimmung in der Saarwirtschaft bleibt auch im August eingetrübt. Das signalisieren die Meldungen der Unternehmen zur aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Saarland, an der sich rund 300 Unternehmen mit 120.000 Beschäftigten beteiligten. Danach verharrten die Lageeinschätzungen und die Geschäftsaussichten der Betriebe in etwa auf ihrem schwachen Vormonatsniveau. Der IHK-Klimaindex, der die aktuelle Geschäftslage und die erwartete Geschäftsentwicklung zusammenfasst, ist um einen Punkt auf 142 Zähler gesunken. Damit erreichte er den niedrigsten Stand seit über sechseinhalb Jahren. „Insgesamt ist die Konjunktur gespalten: In den Industriebetrieben bewegen sich Auftragseingänge und Umsätze bis zu 20 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. In unserer August-Umfrage hat die Industrie ihre Erwartungen für die kommenden Monate nochmals deutlich nach unten korrigiert. Dagegen läuft die Konjunktur im Handel und bei den meisten Dienstleistungsunternehmen noch vergleichsweise gut. Hauptgrund dafür ist die nach wie vor robuste Lage auf dem Arbeitsmarkt. Für den weiteren Konjunkturverlauf ist jetzt entscheidend, dass die Politik neue Zuversicht entfacht – etwa mit klaren Entscheidungen bei den Themen Mobilität, Klima, Energie.“ So kommentierte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Heino Klingen die Ergebnisse der August-Umfrage der IHK Saarland.

Insgesamt bewerten derzeit 37 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage mit gut, 50 Prozent mit befriedigend und 13 Prozent mit schlecht. Damit verringerte sich der IHK-Lageindikator (Saldo aus Gut- und Schlechtmeldungen) leicht von 24,7 auf 24,0 Punkte. Das ist der niedrigste Stand seit März 2013. Rund laufen die Geschäfte nur noch in der Keramikindustrie sowie in der Medizin-, Mess- und Regeltechnik. Etwas verhaltener, aber überwiegend gut ist die Lage im Stahlbau und bei den Herstellern von Metallwaren. Im Fahrzeugbau, Maschinenbau, im Ernährungsgewerbe, in der Elektroindustrie, bei den Gießereien, in der Bauwirtschaft sowie in der Gummi- und Kunststoffindustrie ist die Lage überwiegend befriedigend. Das gilt mit Abstrichen auch für die Stahlindustrie. Allerdings: Die automobilnahen Bereiche sind nur schwach ausgelastet und in den anderen Geschäftsfeldern drücken die schwachen Margen auf die Stimmung. Im Dienstleistungssektor berichten 93 Prozent der Unternehmen über gute oder befriedigende Geschäfte. Rund läuft es vor allem in der IT-Branche, der Hotellerie und der Versicherungswirtschaft. Im Handel, bei den Banken und im Verkehrsgewerbe ist die Lage befriedigend.

Nur getrübte Aussichten

Zurzeit deutet sich für die kommenden Herbst- und Wintermonate noch keine Trendwende an. Darauf lassen die Geschäftsaussichten der Unternehmen schließen. Insgesamt erwarten neun Prozent der Betriebe bessere Geschäfte, während 78 Prozent mit gleich bleibenden und 13 Prozent mit schlechteren Geschäften rechnen. Damit bleibt der IHK-Erwartungsindikator (Saldo aus Besser- und Schlechtermeldungen) mit minus 3,6 Punkten im negativen Bereich. Klingen: „Sorge bereitet dabei vor allem, dass die Salden in den strukturprägenden Branchen Fahrzeugbau, Maschinenbau und Stahlindustrie noch unter diesem Durchschnittswert für die gesamte Saarwirtschaft liegen.“
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