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Pressemitteilung BoxID: 337687 (Industrie- und Handelskammer Darmstadt Rhein Main Neckar)
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Bologna-Reform: Wirtschaft fordert bessere finanzielle Unterstützung für Hochschulen

Prominent besetzte Podiumsdiskussion bei der IHK Darmstadt / Bachelor-Studenten brauchen mehr Zeit für Praktika in Unternehmen

(PresseBox) (Darmstadt, ) Zur erfolgreichen Umsetzung der größten Hochschulreform seit Humboldt brauchen die Hochschulen in Hessen aus Sicht der regionalen Wirtschaft auch eine angemessene finanzielle Unterstützung vom Land. "Im Hinblick auf die doppelten Abiturjahrgänge ab 2012 ist deswegen die von der Landesregierung angekündigte Kürzung im Hochschulpakt genau der falsche Weg", sagte Dr. Uwe Vetterlein, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt Rhein Main Neckar, bei einer Podiumsdiskussion zum Stand der Bologna-Reform an den Hochschulen.

Die Hochschulen haben bislang dieses Mammut-Projekt ohne zusätzliche Mittel bewerkstelligt. Bei der veränderten Studienstruktur und den noch bevorstehenden Herausforderungen kann so nicht die ausreichende Qualität in der Hochschulausbildung gewährleistet werden, die die Unternehmen brauchen. Zumal bei so einem wichtigen Bereich wie der Lehrerausbildung in Hessen eine weit reichende Umstellung auf Bachelor und Master noch aussteht.

In vielen Punkten besteht aus Sicht der Wirtschaft Nachholbedarf. "Bei einigen Bachelor-Studiengängen erweisen sich zum Beispiel die Lehrpläne als zu praxisfern und bereiten die Studenten zu wenig auf die spätere Berufstätigkeit vor", sagte der IHK-Hauptgeschäftsführer. Ohne entsprechende finanzielle Ausstattung sieht er in diesen Punkten wenig Handlungsspielraum seitens der Hochschulen.

Vetterlein rief die gut 60 Hochschul- und Unternehmensvertreter bei der Diskussionsveranstaltung in der IHK auf, die durch den Bologna-Prozess geschaffenen Freiheiten zur Selbstgestaltung in der Region zu nutzen. Beispielweise bei der Konzipierung von Praxisphasen im Studium. Die Studenten müssen mehr Zeit für Praktika in Unternehmen eingeräumt bekommen. Hier muss dringend eine bessere Abstimmung zwischen Hochschulen und Unternehmen stattfinden.

Im Mittelpunkt der IHK-Veranstaltung "Der Bachelor-Abschluss in der Praxis - Ein Erfahrungsaustausch" stand eine Podiumsdiskussion mit Professor Reiner Anderl von der TU Darmstadt, Christoph Fay von der Deutsche Lufthansa AG, Professor Bernhard May von der Hochschule Darmstadt, Ulla Britt Siebrecht von der Merck KGaA und Karin Haake, Bachelor-Studentin an der AIESEC Darmstadt.