Immer mehr Unternehmen bieten Nachhilfe für Auszubildende an

Ausbildungshemnisse wirken sich auf Betriebe in der Region aus

(PresseBox) ( Bonn, )
Immer mehr Unternehmen reagieren mit eigenen Maßnahmen auf die mangelnde Ausbildungsreife von Schulabgängern. Das hat eine aktuelle Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg unter über 200 Ausbildungsbetrieben ergeben. Demnach bieten 42 Prozent der Unternehmen ein eigenes Angebot von Nachhilfe im Unternehmen an. 19 Prozent nutzen ausbildungsbegleitende Hilfen der Agentur für Arbeit.

44 Prozent der Unternehmen geben an, dass Ausbildungshemnisse sich auf ihren Betrieb auswirken. Bei der Frage nach den Ausbildungshemnissen wird die mangelnde Ausbildungsreife von drei Viertel der Unternehmen beklagt. Es folgen mit deutlichem Abstand zu lange Berufsschule (32 Prozent) und unsichere wirtschaftliche Perspektive (27 Prozent). "Die mangelnde Ausbildungsreife stellt für viele Unternehmen ein Problem dar", sagt Jürgen Hindenberg, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung der IHK Bonn/Rhein-Sieg: "Immerhin 60 Prozent der Betriebe stellen Mängel beim mündlichen und schriftlichen Ausdrucksvermögen fest, 52 Prozent kritisieren mangelnde elementare Rechenfertigkeiten." Diese Situation wirke sich verschärfend auf den Ausbildungsmarkt in der Region aus. So konnten 20 Prozent aller Ausbildungsunternehmen in 2009 nicht alle Ausbildungsplätze besetzen. Hauptgrund war dafür das Fehlen von geeigneten Bewerbungen (68 Prozent). Hindenberg: "Angesichts des drohenden Fachkräftemangels müssen jetzt dringend gemeinsame Anstrengungen erfolgen, um diese Potenziale in Zukunft stärker auszuschöpfen. Wir können es uns einfach nicht mehr erlauben, dass zu viele Jugendliche ohne oder mit mangelhaften Abschlüssen die Schule verlassen. In unserer Dienstleistungsregion sind Fachkräfte der entscheidende Faktor, der über Wohl oder Wehe der Unternehmen entscheidet."
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